Hunde in Niebüll : Neue Ideen für Hundefreilaufflächen

Zuhörer bemängelten fehlende Tütenspender und Papierkörbe.
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Zuhörer bemängelten fehlende Tütenspender und Papierkörbe.

Im Rathaussaal diskutierten Tierfreunde mit den Initiatoren der Aktivgruppe die weitere Vorgehensweise

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20. Juni 2014, 05:00 Uhr

Mittags um 13 Uhr am westlichen Grüngürtel des Regenwasserrückhaltebeckens: Rund um den angelegten See nahe der Jugendherberge nutzt regelmäßig eine Gruppe von Hundefreunden die Fläche für den Auslauf ihrer Vierbeiner. Um Konflikte zu vermeiden und, weil das Gebiet zunehmend von anderen Spaziergängern als Naherholungsgebiet entdeckt wird, besteht seit geraumer Zeit die Pflicht zum Anleinen. Doch, so beklagen Spaziergänger, sie wird nicht immer befolgt, die Einhaltung kaum zu überwachen. Eine denkbare Lösung: ein „echter“ Hundefreilauf. Doch: Wie könnte er aussehen? Wer übernimmt die Organisation und den Aufbau? Wer zahlt alles? Und vor allen Dingen: Wo befindet sich ein geeigneter Platz dafür? Mit diesen Fragen beschäftige sich im Rathaussaal eine Anzahl von Bürgern. Gefolgt waren sie der Einladung von Hendrik Schwind-Hansen und Thomas Uerschels, beide Stadtvertreter der SPD. Letzterer diskutierte mit den Gästen die weitere Vorgehensweise.

Zum Auftakt gab es jede Menge Tipps von Horst Deyerling vom Hundefreilauf in Bredstedt, errichtet 2011 auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern. Das Grundstück stellte die Stadt, ebenfalls eine Anschubfinanzierung in Höhe von 5000 Euro, die Kosten für die Einzäunung wurden zur Hälfte von einem Sponsor übernommen. Alles organisatorische, auch die Sauberhaltung, regelt ein als gemeinnützig anerkannter Verein (derzeit mit 87 Mitgliedern, davon 20 Aktive), die Gelder für den Unterhalt kommen durch die Jahresbeiträge der Mitglieder oder durch freiwillige Spenden der Gastnutzer in die Kasse. Eine Einzäunung des Geländes müsse sein, ergänzte Horst Deyerling: „Jeder Hund hat seinen Jagdtrieb. Wenn sie auf Pfiffe und Rufe reagieren, dann ist es gut.“ Aber das sei eben nicht bei jedem gewährleistet. Das Problem liege meistens am Ende der Leine: „Nämlich bei uns, beim Menschen.“ Er verwies noch einmal auf die Anlein-Pflicht (sie gilt übrigens auch im gesamten Stadtgebiet Niebülls) und auf das Jagdrecht – mit all seinen unangenehmen Folgen. „In einem Freilauf hat jeder das Recht, Hund Hund sein zu lassen. Sie dürfen toben, spielen, schnüffeln – das fordert die Tiere deutlich mehr.“ Und ein Hundefreilauf sei ein Wirtschaftsfaktor. Deyerling: „Wir haben sehr viele Besucher aus dem Kreisgebiet, aber auch Urlauber, die eigens wegen des Hundefreilaufs zu uns kommen. Und es werden immer mehr.“

Hitzig diskutiert wurden die von Thomas Uerschels vorgestellten möglichen Standorte für einen Hundefreilauf in Niebüll: drei im Außenbereich gelegene, stadteigene Grundstücksflächen (Größenordnung zwischen 5000 und 15000 Quadratmetern): ein ungeschützter, 200 Meter langer Streifen in unmittelbarer Nähe des Regenwasserrückhaltebeckens, eine Fläche gegen über der Reithalle in der Nähe zu Seniorenwohnanlage, Stadion und Schießstand, sowie ein Dreieck im Bereich Bäderstraße, Peter-Schmidts-Weg (gegenüber des Gebrauchshundesportvereins). Erstere beiden Varianten schloss Uerschels durch die örtlichen Gegebenheiten für die Nutzung als Freilauffäche nahezu aus.

Nicht in Frage kommt das durch die Diskussionsteilnehmer favorisierte Gelände des Anfangs beschriebenen Regenwasserrückhaltebeckens an der Jugendherberge (Ein Zuhörer: „Das wäre optimal, das zäunen wir ein“). Thomas Uerschels: „Es wurde als Naherholungsgebiet gebaut, beherbergt ein technisches Bauwerk. Dieses erfüllt einen technischen Zweck.“ Damit sei eine Umzäunung ohnehin schon ausgeschlossen. Und: Die Sicherheit von Hunde mitführenden Kindern sei durch die Wasserfläche nicht gegeben.

Auch Kritik hagelte es reichlich an diesem Abend: Hauptsächlich an den „hohe Hundesteuern“ (120 Euro jährlich). Thomas Uerschels: „Damit bewegen wir uns auf einem mittleren Niveau.“ Beklagt wurden im Stadtbereich fehlende Tütenhalter für Hundekot und ebenfalls fehlende Papierkörbe, in die man die Hinterlassenschaften anschließend entsorgen könne. „Gibt es nicht die Möglichkeit, zu diesem Zwecke an einen Teil der Hundesteuern (Uerschels: „Die Stadt Niebüll nimmt jährlich etwa 37 000 bis 38 000 Euro an Hundesteuern ein“), heranzukommen?“, wollte eine der Zuhörerinnen wissen.

Thomas Uerschels wies noch einmal darauf hin, dass er und Hendrik Schwind-Hansen mit ihrer Initiative Hundefreilauf keinesfalls im Namen der Stadt handeln würden, im Gegenteil, sich bei einer Vereinsgründung sogar ins zweite Glied zurückziehen müssten, um nicht in einen Interessenkonflikt zu geraten. „Wir möchten etwas in die Welt setzen, was gut ist – für die Bürger, für die Tiere. “

Jetzt werden weitere Ideen gesammelt. Die Aktivgruppe soll erweitert werden, Gespräche mit der Stadt, dem Bürgermeister und die Klärung rechtlicher Fragen stehen an. Wer Interesse hat, sich an den Planungen zu beteiligen, kann Thomas Uerschels ansprechen oder auf die neue facebook-Seite www.hundefreilauf-niebuell.de gehen.

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