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Nordfriesland Tageblatt

14. Dezember 2017 | 14:37 Uhr

Nachnutzung : Neue Chance für Flugplatz-Pläne

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Naturschutzgebiet oder Gewerbe-Ansiedlung auf dem Bundeswehr-Areal in Leck? Da scheiden sich die Geister. Amtsträger aus Südtondern zogen nach Kiel und fanden Gehör: Der Sicherstellungsbeschluss für ein Naturschutzgebiet bleibt vorläufig in der Schublade

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2013 | 14:50 Uhr

Naturschutz oder Gewerbe auf dem Flugplatz – das war bislang zwischen Kiel und Leck noch strittig. Jetzt zeichnet sich ein Weg für eine Lösung ab. In einem Gespräch in Kiel konnten die Vertreter aus Südtondern „der Thematik eine deutliche Wende und Neuausrichtung geben“, wie Lecks stellvertretender Bürgermeister Ingo Scholz formulierte.

Nach der Außerdienststellung der Flugabwehrraketengruppe 25 im Dezember 2012 als Folge der Bundeswehrreform und der Schließung des Patriot-Flugplatzes im Herbst diesen Jahres werden nur noch knapp 30 der 340 Hektar großen Fläche militärisch genutzt. Überlegungen von Seiten der Politik und Verwaltung in Leck über Möglichkeiten auf der frei werdenden Fläche gehen in die wirtschaftliche Richtung. Dazu wurde die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland ins Boot geholt, um die Gemeinde bei der Vermarktung und Entwicklung zu unterstützen. In diese Bemühungen hinein platzte die Information aus Kiel, das Gebiet unter Naturschutz zu stellen. Das sorgte für Bestürzung im Lecker Rathaus.

Eine Wende brachte nun das Gespräch mit Vertretern des Innenministeriums, der Landesplanung, des Umweltministeriums und des Kreises in Kiel. Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn und sein Stellvertreter Ingo Scholz, der Lecker Bauausschuss-Vorsitzende Roland Mader sowie die Bürgermeister Dirk Enewaldsen (Tinningstedt) und Werner Schweizer (Klixbüll) sowie Amtsdirektor Otto Wilke verdeutlichten ihre Erwartungen und Pläne zur Nutzung des Flugplatzgeländes. Dabei gehe es, so Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn, um die wirtschaftliche und regionalstrukturpolitische Stärkung Südtonderns. 1000 Arbeitsplätze sollen langfristig geschaffen werden, so der Bürgermeister. Seine Vorstellungen gehen dabei in Richtung eines Gewerbeparks, wobei das Arbeitsplatzangebot ein wichtiger Faktor ist. „Das Verhältnis zwischen der genutzten Fläche zu den Arbeitsplätzen muss stimmig sein.“ Die wirtschaftliche Nutzung liegt nicht nur im Interesse der Gemeinde Leck. „Das ist eine Chance für den gesamten Bereich Südtondern“, betonte Langbehn. „Die Menschen, die dort arbeiten, werden nicht nur in Leck leben.“

Mit diesen Argumenten konnten die Amtsträger aus Südtondern vorläufig erreichen, dass der „geplante Sicherstellungsbeschluss dem Kabinett nicht zur Entscheidung vorgelegt wird“, erklärte der stellvertretende Bürgermeister Ingo Scholz. Die betroffenen Gemeinden wollen jetzt zügig eine gemeinsame Vermarktungsplattform schaffen. Bis Ende März 2014 sollen dann zusammen mit dem Amt Südtondern und unter Einbeziehung der zuständigen Kreis- und Landesbehörden Planungsgrundlagen entwickelt werden. Auf dieser Basis wird dann ein erneutes Gespräch Ende März 2014 im Kieler Ministerium stattfinden.

Zu verhandeln ist über die Aufteilung der Flächen, wobei auch für die Kommune klar ist, dass das Umfeld des Fauna-Flora-Habitat-Gebietes nördlich der Rollbahn mit seiner Naturausstattung besondere Auswirkungen auf die Fläche der Gemeinde haben wird. Bei den weiteren Planungen werde der Naturraum berücksichtigt, verweist der Bürgermeister auf das übliche Verfahren, bei dem die Öffentlichkeit und Träger öffentlicher Belange beteiligt werden.

Das Ergebnis des Gesprächs in Kiel stufte Dr. Kuno Brehm vom Kuratorium Landschaft Schleswig-Holstein hingegen als höchst bedauerlich ein. Das Kuratorium war von einer befristeten Sicherstellung des Gesamtgebietes ausgegangen. „Wir werden auf alle Fälle auf den Status quo mit Kern und Umgebungszonen pochen“, betonte Brehm.



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