Gewerbegebiet : Neue Arbeitsplätze für Süderlügum

Grenzgemeinde plant die Einrichtung eines neuen Gewerbegebiets / Zahlreiche Unternehmen haben bereits Interesse signalisiert

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20. Dezember 2014, 05:00 Uhr

Die Planung des insgesamt rund 7,9 Hektar großen Gewerbegebietes nördlich der Ortslage Süderlügum, westlich der Bundesstraße 5 und südlich des Wiesenweges geht nun nach vielen Beratungen und Verhandlungen in die entscheidende Phase. Die während der Auslegung des Entwurfes abgegebenen Stellungnahmen der Öffentlichkeit, Behörden und so genannter Träger öffentlicher Belange hat die Gemeindevertretung Süderlügum geprüft und mit entsprechenden Abwägungsvorschlägen behandelt. Bauausschussvorsitzender Hans Uwe Joldrichsen erläuterte während der Sitzung im Feuerwehrgerätehaus den Bebauungsplan und meinte: „Wir sind jetzt auf einem guten Weg, die Planung hiermit zu beenden.“ Danach sind dort keine typischen Grenzhandelsmärkte zugelassen, sondern nur Gewerbebetriebe bis zu einer Größe von 250 Quadratmetern in zweigeschossige Bauweise. In der nordöstlichen Ecke an dem bereits aus der früheren Campingplatz-Planung vorhandenen Abzweiger von der B 5 ist ein Sondergebiet für eine Fastfood-Kette ausgewiesen.

Laut Hans Uwe Joldrichsen sind bereits acht Fest-Anmeldungen aus Süderlügum für die dortigen Gewerbegrundstücke vorhanden. Dadurch werden über 60 neue Arbeitsplätze geschaffen. Weitere Anfragen bestehen von Firmen aus dem benachbarten Dänemark, so der Bauausschussvorsitzende. Die Gemeindevertreter beschlossen dann auch einstimmig sowohl die 21. Änderung des entsprechenden Flächennutzungsplanes wie auch die erste Änderung des dazu gehörenden Bebauungsplanes Nr. 9. Wenn der F-Plan jetzt vom Land so bis zum kommenden Frühjahr genehmigt wird, hofft man gleich mit den Ausbaumaßnahmen beginnen zu können, so der Bauausschussvorsitzende. Von den Kosten für das neue Gewerbegebiet und das ebenfalls geplante neue Wohnbaugebiet ist auch der vom Finanzausschussvorsitzenden Momme Jürgensen vorgetragen Haushaltsplan 2015 geprägt. Von den knapp 1,7 Millionen Euro vorgesehenen Investitionskosten entfallen allein auf diese Vorhaben 1,29 Millionen Euro. Dazu kommen für die Enderschließung des Baugebietes „Maiacker“ noch einmal 170  000 Euro. Sowohl Momme Jürgensen wie auch Bürgermeister Christian Magnus Petersen zeigten sich erfreut, dass diese Maßnahmen mit eigenem Geld und ohne Kredite durchgeführt werden können.

Möglich wird das auch durch gut zwei Millionen Euro geplante Gesamtsteuereinnahmen, wobei die zu erwartende Gewerbesteuer mit einer guten Millionen den Hauptanteil ausmacht. Als Zentralortsgemeinde mit gut 2300 Einwohnern erwartet man noch Schlüsselzuweisungen von zusammen 768  000 Euro. Nach Abzug der verschiedenen Umlagen von gut 1,35 Millionen Euro verbleibt der Gemeinde ein Nettoüberschuss von rund 1,5 Millionen Euro. Auf der Kostenseite schlagen hauptsächlich die Schulkosten mit 637  000 Euro, die Kindertagesstätten (250  000 Euro) sowie die Personalkosten (272  000 Euro) für derzeit 6,43 Stellen zu Buche. Im Ergebnisplan erwartet man bei Erträgen von knapp 3,47 Millionen Euro und Aufwendungen von gut 3,49 Millionen Euro zwar einen Jahresfehlbetrag von 27  600 Euro, was aber nicht weiter dramatisch sei, so Momme Jürgensen. Deshalb bleiben die Realsteuer-Hebesätze auch unverändert: 300 Prozent für die Grundsteuern A und B sowie 380 Prozent für die Gewerbesteuern.

Bis auf einen Kredit von restlich 627  000 Euro, der pro Jahr mit 41  000 Euro getilgt wird, für die Dacherneuerung mit Solaranlage auf der Mehrzweckhalle, der sich aus den Solar-Erträgen selbst finanziert, ist die Gemeinde schuldenfrei. Und so meinte der Finanzausschussvorsitzende auch zufrieden: „Wir konnten wieder einen vernünftigen Haushalt aufstellen.“  

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