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Kunst in Leck : Neu in Leck: Institut für Bildhauerei

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Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In der ehemaligen Frieda-Erichson-Schule gibt Benjamin M. Fock seine Fähigkeiten und Faszination an der bildenden Kunst weiter.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 03:04 Uhr

Leck | Tischlermeister, Bildhauer und Künstler, Institutsleiter und Dozent: Benjamin M. Fock ist alles in Einem. Mit 34 Jahren für viele noch jung, vor allem „hungrig“ auf Kunst mit der Bereitschaft, das Verständnis und die handwerkliche Auseinandersetzung mit ihr weiterzugeben. In direkter Nachbarschaft zur renommierten Nordsee Akademie, in der ehemaligen Frieda-Erichson-Schule, hat Benjamin M. Fock sein „Institut für Bildhauerei“ eröffnet.

Die Skulptur „Der Wächter II“ dominiert die anderen Werke im Institutsraum allein wegen seiner Größe. Die Aussage „den Menschen von allem entblößen, was ihm nicht wesentlich ist“ stammt von Johann Wolfgang von Goethe und trifft auf diesen „Wächter“ zu. Benjamin M. Fock hat nicht den Holzstamm entblößt, sondern den Menschen, hat dessen Charakter nach vorn geholt. Das kann man sehen, fast fühlen. „Dies und vieles mehr vermag die Bildhauerei, die durch ihre Mannigfaltigkeit zu Recht einen bedeutenden Bereich der bildenden Künste darstellt“, sagt Fock.

Wie er zu seinem Beruf gekommen ist, verrät er gern: „Es hat mich gereizt, mit Holz zu arbeiten. Also begann ich eine Lehre in der Tischlerei Olaf Gross in Niebüll“. Übrigens ist Benjamin M. Fock ein waschechter Nordfriese, in Risum-Lindholm geboren und unter anderem sechs Jahre in Leck aufgewachsen. Tischlergeselle, Zivildienstleistender, Umzug nach Flensburg waren weitere Stationen. Hier hatte er sich zum dreijährigen Bildhauer-Studium eingeschrieben. „Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gab“, erinnert sich der Künstler.

Schon als Kind habe er viel gezeichnet, sich mit dem Motiv Mensch und seiner Anatomie auseinandergesetzt. Nun praktizierte er das auf einer anderen, plastischen Ebene. Nebenher bestand er seine Prüfung zum Tischlermeister. Es folgte eine fünfjährige Wanderschaft, die den heutigen Dozenten nicht nur durch ganz Deutschland, sondern auch durch die Schweiz, Italien und andere Länder Europas bis ins entfernte Indien führte. Auf seiner Reise erlernte er alte und neue Techniken der Bildhauerei und entwickelte seine Kompetenzen und Fertigkeiten. Dabei kreuzten sich seine Wege mit namhaften Bildhauern wie Gerhard Demetz, Thomas Hildenbrand und Aron Demetz sowie anderen zeitgenössischen Künstlern.

„Mein Mut ist auf der Wanderschaft gewachsen und die Einsicht: Es ist nicht wichtig, wo man lebt und arbeitet, sondern wie man sich präsentiert und öffnet. Dann erreicht man viele Menschen“, überlegt der Künstler. Jetzt ist er im Raum Flensburg sesshaft geworden. Als Dozent möchte Benjamin M. Fock sein Wissen, seine Fähigkeiten und vielmehr seine Faszination und Freude an der bildenden Kunst anderen Menschen näherbringen, vermitteln und mit ihnen teilen. „Im Mittelpunkt der Ausbildung steht die handwerkliche Basis, auf deren Grundlage ich die Teilnehmer dabei unterstütze, eine eigene bildhauerische und künstlerische Identität zu entwickeln“, sagt der international bewanderte Bildhauer.

Kunstgeschichte, Anatomie, Gestaltungs- und Farblehre, dazu die Auseinandersetzung mit Raum und Plastik und anderes mehr gehören zum Basiswissen. Das erlernen derzeit fünf Studenten bei Benjamin M. Fock, um dann darauf aufbauen zu können. In einem halben Jahr bietet er einen neuen Studiengang an. Fragen rund um das Studium sowie die angebotenen Seminare können gerichtet werden an die E-Mail bildhauer@benjamin-fock.com oder unter Telefon 04604/3217613.


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