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Sturmschäden : Nässe macht Anwohnern zu schaffen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Umgestürzte Bäume und Äste blockieren Abfluss-Gräben im Kokkedahler Sumpf

Land unter melden einige Anwohner im Kokkedahler Weg zwar noch nicht, aber es „quatscht“ gewaltig unter ihren Füßen: Gummistiefel sind angesagt, wenn sie ihr Grundstück betreten. Diese grenzen an den Kokkedahler Sumpf, ein Kleinod mitten im Ort. Doch die Nachbarn leiden unter der Nässe, die es gerade in diesem Winter reichlich gibt. Dazu kommen die Folgen des Orkantiefs „Christian“: Umgestürzte Bäume und herab gefallene Äste blockieren die Gräben und verhindern den Wasser-Abfluss.

Als Sprecher der 15 Anwohner hatte sich Stefan Möbius an die Gemeinde gewandt und um Abhilfe gebeten: „Die Gräben müssen funktionieren und die Stufeneinstellung bei den Stauanlagen zu unseren Gunsten anders geregelt werden.“ Die Aufnahmefähigkeit von Wasser auf ihren Grundstücken sei auch zu anderen Jahreszeiten nur minimal und es würden immer mehr Binsen im Rasen wachsen. „Einen Teil unserer Gärten können wir gar nicht nutzen“, so Möbius.

Auf einer Fachausschusssitzung wiederholte Bürgermeister Rüdiger Skule Langbehn auch zu diesem Thema seine Ansicht: „Mensch und Natur sollen im Einklang leben. Da müssen wir handeln, die Anwohner saufen sonst ab“.

Hintergründe lieferte Stefan Nissen vom Bauamt. Er erklärte, dass das Feuchtgebiet durch das Orkantief Christian arg in Mitleidenschaft gezogen wurde: „Entwurzelte Bäume und Geäst in dem Grabengeflecht beeinträchtigen das Ablaufen des Wassers in den Hauptgraben. Es führt zu einem Rückstau, also zu einer übermäßigen Vernässung der Auniederung“. Jedoch sei schon eine Entspannung eingetreten: Vor zwei Wochen hatte der Deich- und Hauptsielverband veranlasst, dass der Hauptgraben, der südlich parallel zur Lecker Au führt, geräumt wurde. Dieser Hauptgraben leitet das Wasser zum Schöpfwerk. Die Gemeinde sei jedoch zuständig für die „Sammler“ in diesem Landschaftsschutzgebiet. So werden die Wasserläufe genannt, die die Grundstücke der Anwohner entwässern sollen. Die Ufer dieser Sammler wurden bereits vom Aufwuchs befreit und somit eine maschinelle Reinigung vorgereitet. „Das muss nun schnellstmöglich nachgeholt werden“, sagte Stefan Nissen. Man hoffe auf ein paar frostige Tage, damit Fahrzeuge und Maschinen eingesetzt werden können – ansonsten müssen diese Reinigungsarbeiten per Hand geleistet werden. Der Graben nördlich der Gärten sei allerdings stets gereinigt worden. Der Bauamtsmitarbeiter gab zu bedenken, dass die Grundstücke der Anwohner Ausläufer des Moores und immer recht nass gewesen sein dürften: „Es ist nicht schädlich, wenn die Anwohner ihre Flächen mit einer Drainage ausrüsten.“

Zu anderen Stufeneinstellungen der Stauanlagen sagte Stefan Nissen: „Das müssten wir überprüfen und gemeinsam mit der Naturschutzbehörde und dem Naturschutzverein analysieren“. Sieben dieser Stauanlagen sind vor zwei Jahren notdürftig von Naturschützern instandgesetzt worden, weil das Sumpfgebiet auszutrocknen drohte. Das erklärte der Vorsitzende vom Naturschutzverein Südtondern, Gerd Oldigs. Eine Absenkung der Staustufen sei lange nicht mehr vorgenommen worden: „Das ist zu aufwendig!“ Eine Säuberung der Wasserläufe befürwortete Oldigs: „Damit ist das Problem gelöst“.

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