Bienen-Lehre : Nachwuchs-Imker drücken die Schulbank

Die Teilnehmer des Imker-Lehrganges mit Carl-Heinz Christiansen und Emil Burkhalter (3.u.4.v.l.). Foto: Dieter Wrege
Die Teilnehmer des Imker-Lehrganges mit Carl-Heinz Christiansen und Emil Burkhalter (3.u.4.v.l.). Foto: Dieter Wrege

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08. August 2008, 06:51 Uhr

Niebüll | Der Nordfriesische Imkerverein möchte das Interesse an der Imkerei wieder wecken und den fachgerechten Umgang vermitteln. Das gab den Anstoß, für Nachwuchs-Imker Kurse anzubieten. Seinem Aufruf zur Teilnahme an Kursen folgten zwölf Jung- und Neu-Imker. Sie ließen sich in das Abc der Imkerei einweisen und erwarben ein Zertifikat, das ihnen das Grundwissen rund um die Biene attestiert.

Dem Vorsitzenden des über 100 Jahre alten örtlichen Imkervereins, Emil Burkhalter, ist vom Landesverband der Imker von Schleswig-Holstein und Hamburg die Lizenz zur Veranstaltung von Lehrgängen erteilt worden. Mit deren Durchführung begann der zweite Vorsitzende des Vereins, Carl-Heinz Christiansen, im Februar diesen Jahres. In Theorie und Praxis machten die Teilnehmer Bekanntschaft mit der Honigbiene (lateinisch apis mellifera), die in Kolonien mit bis zu 60 000 Artgenossinnen lebt - an der Spitze die Eier legende Königin. Christiansen, der das Naturkundemuseum leitet und selbst aktiver Imker ist, vermittelte den angehenden Imkern die Geheimnisse um das Bienenvolk, schilderte dessen Jahresablauf, informierte über die Fütterung der Biene und über die Honigernte - kurzum über die fachgerechte Arbeit am Bienenstock.
Mehr als nur Bienen-Abc
Zum Start, erfuhren die Teilnehmer, genügt in der Regel der Ableger eines Bienenvolkes, der mit der Zeit zu einem Volk wächst, das sich wiederum weiter vermehren kann. Es ist auch üblich, dass den Neulingen in der Imkerei ein Paten-Imker zur Seite gestellt wird. Doch mit dem Bienen-Abc allein war es in den Kursen nicht getan. Es gab auch Einblicke in das Lebensmittelrecht - und in die Natur, die bekanntlich mit Hilfe der Biene das Honigglas füllt.

"In dieser Region herrscht ein echter Mangel an blühender Natur", klagt Carl-Heinz Christiansen. So sei die Imkerei immer noch auf die "Monokultur" der Rapsblüte angewiesen. Imker und Ackerbauer arbeiten dabei einander zu: Die Biene sorgt mit der Bestäubung der Pflanzen für den Ertrag, die Pflanze bedankt sich mit der "Lieferung" des Honigs.

Am Ende der erfolgreich absolvierten Kurse gab es ein Zertifikat als Fachkunde-Nachweis, überreicht vom Vereinsvorsitzenden Burkhalter. Es traf sich gut, dass zwei Damen unter den Teilnehmern waren. Denn: Der Deutsche Imkerbund hat das Jahr 2008 zum Jahr der Imkerfrau ausgerufen.

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