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Freude in Emmelsbüll-Horsbüll : Nachwuchs bei den Kaltblütern

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Auf dem Hof von Bente und Ove Lück hat das Hengstfohlen „Kjeld“ der Rasse „Schleswiger Kaltblut“ das Licht der Welt erblickt

Freudiges Ereignis im Pferdestall des Anwesens Olenhof an der Klanxbüller Straße: Dort brachte die 13-jährige Stute „Vossi“ aus der Rasse des Schleswiger Kaltbluts ein Hengstfohlen zur Welt. Es wurde auf den Namen „Kjeld“ getauft und wird zu gegebener Zeit ins Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/Hamburg eingetragen.

Hausherrin auf Olenhof ist Bente Lück, Lehrerin an der dänischen Schule Niebüll und engagierte Hobbyzüchterin. Den Grundstock für ihr „Mini-Gestüt“ legte sie vor elf Jahren mit dem Kauf eines Fohlens, das sie nach ihrem Geburtsnamen „Vossi“ nannte. Die Liebe zum Pferd hat die aus Angeln stammende Lehrerin nach eigenen Worten von ihrem Großvater. Aus kleinen Anfängen ist mit der Zeit ein voller Pferdestall geworden – mit drei Stuten, einem Hengst sowie zehn Jungpferden und Fohlen. Bente Lück ist mittlerweile Mitglied des Vereins Schleswiger Pferdezüchter (VSP) geworden, der am 11. September in Jübek sein 125-jähriges Bestehen feiert.

Wenn man so will, setzt Bente Lück eine Tradition aus der Region Niebüll fort. Das Schleswiger Kaltblut ist ein im Norden Deutschlands beheimatetes mittelschweres Arbeitspferd mit einem Stockmaß von 154 bis 162 Zentimetern. Es diente den heimischen Bauern als unentbehrlicher Helfer bei der Arbeit auf dem Hof und den Feldern. Nach einem Gestütbuch, das Bente Lück zu den Kostbarkeiten in ihrem Bücherschrank zählt, waren 1942 im Körbezirk Niebüll 23  000 Stuten eingetragen. Ihre Zahl ging nach dem Krieg mit der Technisierung und dem Strukturwandel in der Landwirtschaft dramatisch zurück. Die Arbeit des Pferdes hatte der Traktor übernommen. Dem Sport sei Dank, dass das bärenstarke Kaltblut wieder auflebt – wenn auch nur in überschaubarem Rahmen als Zug- und Freizeitpferd, im Fahrsport und in geringem Maße als Arbeitspferd.

Die Familie Lück pflegt ihre Kaltblütler häufig anzuspannen. Den Urlaub verbringt sie zumeist im Ferienhaus auf Röm – mit Pferd und Wagen. Zuweilen ist auch Reiten und Fahren angesagt. Für Letzteres nimmt Ehemann Ove Platz auf dem Bock, um junge Paare ins Eheglück zu kutschieren oder zu anderen Anlässen anzuspannen.

Beim Fototermin mit unserer Zeitung durfte das Fohlen „Kjeld“ (benannt nach dem Sohn der Familie Lück) zum ersten Mal mit Mutter Vossi heraus ins Freie, um auf dem kleinen Reitplatz des Olenhofs in Gegenwart von Vater „Ferrero“ (5) einige Runden zu drehen.

Sportlich hat sich das Ehepaar Lück der Fahrergemeinschaft Schleswig-Holstein/Hamburg angeschlossen. Für das Traditionssport- und das Freizeitfahren verfügen die Lücks über eine Auswahl von zehn verschiedenen Fahrzeugen, die in der Hofscheune untergestellt sind, darunter ein Planwagen, ein Brauereiwagen und sogar eine Feuerspritze Baujahr 1875.

Das Land Schleswig-Holstein fördert die Zucht des Schleswiger-Kaltbluts – wenn auch nur in bescheidenem Maße. Zurzeit sind im Stammbuch 134 Stuten und 23 Hengste eingetragen.

Die Pferdeliebhaber Bente und Ove Lück freuen sich, dass das gute alte und stattlich bemuskelte Kaltblut mit den raumgreifenden Schritt- und Trabbewegungen nicht vergessen ist.

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