Nachfolge gesucht: Ehrenamt in gute Hände abzugeben

enke

Posten des Beauftragten für Menschen mit Einschränkungen wird frei

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07. Mai 2015, 11:52 Uhr

Rein statistisch leben 600 Menschen mit Behinderungen in Leck, und es werden immer mehr. Helmut Enke vertritt die Interessen dieser Bürger in der Gemeinde Leck seit 2009. Nun legte er seinen vierten und zugleich letzten Tätigkeitsbericht vor: „Aus persönlichen Gründen möchte ich mein Ehrenamt aufgeben“. Nun wird ein Nachfolger als „Beauftragter für Menschen mit Behinderungen“ gesucht.

Einen Einblick in seine erfolgreiche Arbeit gab Helmut Enke auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Die Zahlen dokumentieren die vergangenen anderthalb Jahre, in denen der Beauftragte in 67 Fällen um Unterstützung bei Antragstellungen für Schwerbehindertenausweise gebeten wurde. Die Bearbeitungszeit dauerte in der Regel über drei Monate. In zehn von diesen 67 Fällen sei ein Widerspruchsverfahren nötig gewesen, sechs davon konnten für die Betroffenen günstig beendet werden, erklärte Enke. Weiterhin leistete er Hilfestellung bei der Beschaffung von Elektrorollstühlen, einem barrierefreien Zugang zu einer Eigentumswohnung sowie Beratung zum barrierefreien Umbau der MTV-Geschäftsstelle. „Zuschüsse in solchen Fällen müssen vor Beginn der Baumaßnahme beantragt werden – sonst gibt es nichts“, machte Helmut Enke aufmerksam.

Ebenfalls bei der Arbeitssuche behinderter Mitbürger (auch über die Gemeindegrenzen hinaus) engagierte sich der Ehrenamtler. Die monatlichen Sprechstunden im Rathaus hätten sich bewährt, überlegte Enke. Er selber informierte sich mehrmals bei Vorträgen über Inklusion und Schwerbehindertenausweise. „Meine Teilnahme an Sitzungen des Gemeindeparlaments verstehe ich als Angebot, die Mitglieder in ihrer Arbeit zu unterstützen, wenn die Belange der Menschen mit Beeinträchtigungen berührt sind“, sagte Enke.

Insgesamt habe er den Eindruck, dass es immer selbstverständlicher werde, bei allen Planungen auch an die Benachteiligten zu denken. Das sei jedenfalls kostengünstiger und helfe allen – auch denen, die heute jung und agil seien und ohne Behinderungen leben. Ansonsten stünden teure Nachrüstungen an wie beispielsweise ein barrierefreier Notausgang im Rathaus. Helmut Enke dankt allen für die Unterstützung seiner Arbeit, die er bis zu seiner Ablösung weiter machen werde, und appellierte: „Helfen Sie auch weiterhin denen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.“

Interessierte, die sich vorstellen könnten, das Amt des oder der Beauftragten für Menschen mit Einschränkungen zu übernehmen, wenden sich an die Gemeinde Leck. Einzige Bedingung: Die Kandidaten müssen in der Gemeinde wohnen und volljährig sein. Kenntnis und Verständnis für die Probleme von Menschen mit Beeinträchtigungen seien zudem hilfreich für diesen verantwortungsvollen Posten. Helmut Enke wird seine Nachfolge natürlich gründlich einarbeiten, spätestens im Oktober möchte er sein Amt abgeben können. „Es ist eine vielfältige Aufgabe, die Einfühlungsvermögen und manchmal Ausdauer verlangt, aber viel Spaß macht, wenn man Menschen helfen kann und sich Erfolge einstellen.“

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