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Nordfriesland Tageblatt

20. Oktober 2017 | 22:27 Uhr

Nobelpreis : Nachdruck lief sofort an

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Im Buchherstellungsunternehmen Clausen & Bosse in Leck wartete man gestern gespannt auf die Verkündigung des Literaturnobelpreisträgers 2013. Als um 13 Uhr der Name der Kanadierin Alice Munro fiel, wurden sofort 350.000 Exemplare ihrer Bücher nachgedruckt.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2013 | 05:30 Uhr

Im Buchherstellungsunternehmen Clausen & Bosse wartete man gestern gespannt auf die Verkündigung des Literaturnobelpreises 2013. Wer bekommt ihn, werden die Bücher des Gewinners in Leck gedruckt? Um 13 Uhr war es heraus: Der Nobelpreis geht an die Kanadierin Alice Munro. Viele ihrer Werke sind bei Clausen & Bosse vom Band gelaufen und tun es seit Stunden wieder: 350 000 Exemplare mit verschiedenen Titeln werden nachgedruckt. Die ersten Bücher verlassen heute Mittag den Betrieb.

Um schnell reagieren zu können, verfolgten einige C & B-Mitarbeiter die Bekanntgabe aus Stockholm im Internet: Den Nobelpreis für Literatur hat Alice Munro gewonnen. Auf ging’s, denn ihre Bücher sind hauptsächlich im Fischer-Verlag erschienen, und dieser wiederum lässt unter anderem in Leck drucken.

Auftragsbearbeiter Ralf Kohrt war gewappnet, die Kollegen natürlich auch, und alle machten sich ans Werk. Das Tagesgeschäft wurde kurz unterbrochen, eine Rotationsmaschine und eine Bogendruckmaschine für die farbigen Umschläge freigestellt. Schon am Nachmittag kamen die ersten Buch-Cover aus der Maschine, in der Nacht zu heute liefen die Texte frisch gedruckt über die Buchstraße. Eine Buchladung wird ohne Umwege zur derzeitigen Frankfurter Buchmesse transportiert: Ab Morgen präsentiert der Stand von Clausen & Bosse Munros Werke mit dem ins Auge fallenden Nobelpreisaufkleber.

Die 82-jährige Alice Munro gilt seit Jahren als eine der großen Anwärterinnen auf den Preis. Diese Auszeichnung würdigt die Bestsellerautorin nun als „Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte“. 1968 kam ihr erstes Buch auf den Markt, seither veröffentlichte sie zwölf Bände und ist bis heute den Kurzgeschichten treu geblieben. „Sie hat diese spezielle Form zur Perfektion gebracht“, hatte Peter Englund als Sprecher der Jury gestern gesagt. Außerdem sei Munro bekannt für ihre klare Sprache und den Realismus. Alice Munros Geschichten gehen nicht immer mit einem Happy End aus, sondern lassen ein offenes Ende zu. Die Kanadierin gilt als beste Prosa-Autorin im heutigen Nordamerika. 2009 erhielt die Erzählerin den renommierten Man Booker Prize, 1994 und 2004 wurde sie mit dem Giller Prize ausgezeichnet, dem wichtigsten kanadischen Literaturpreis.

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