Keine Verbindung in Nordfriesland : Nach Orkan: Tagelang ohne Anschluss

Bis gestern Morgen funktionierte   bei Uwe Vollmer  in Achtrup nur das Handy.
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Bis gestern Morgen funktionierte bei Uwe Vollmer in Achtrup nur das Handy.

Orkan „Christian“ hat in Nordfriesland ganze Arbeit geleistet. In Leck, Achtrup und Umgebung waren zahlreiche Telefone und Internetverbindungen lahmgelegt.

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07. November 2013, 08:00 Uhr

Leck | Gestern Morgen atmeten viele Bürger in Leck, Achtrup und Umgebung auf: Nach einer Woche funktionieren ihre Telefone und Internetverbindungen wieder. Umgestürzte Bäume hatten ein Kupfer-Hauptkabel beschädigt und Hunderte von Telefonanschlüssen lahm gelegt.

Das Orkantief „Christian“ hatte ungezählte Bäume entwurzelt, so auch in der Ladestraße in Leck. Doch erst am folgenden Mittwochnachmittag riss anscheinend das Telefonkabel, das Baumwurzeln mit aus der Erde gezerrt hatten. Betroffen von diesem Schaden waren Telefonkunden nördlich der Ladestraße mitsamt eines Teils des östlichen Gewerbegebiets, darunter die Marktketten „Famila“ und „Lidl“, aber auch das Feuerwehrgerätehaus war unter der Nummer 2212 nicht zu erreichen. „Notrufe erhielten wir natürlich von der Zentrale, aber üblicherweise werden diese durch eine Fax-Nachricht begleitet. Das ging nun nicht“, erklärte Hans-Werner Hansen von der Feuerwehr.

Besonders in Mitleidenschaft gezogen waren die Telefonkunden in Achtrup und Umgebung. „Das war ärgerlich für die Betriebe und Unternehmen. Die leben von den telefonischen Aufträgen“, entrüstete sich Bürgermeister Uwe Matthiesen. Er wie auch viele anderen monierten die Schwierigkeit, bei den Telefongesellschaften Gehör zu finden. Bei der Versatel wurde auch uns keine Auskunft erteilt, bei der Telekom schüttelte man am frühen Dienstagnachmittag zunächst mit dem Kopf: „Hier ist nichts gemeldet!“ Stunden später bedankte man sich per E-Mail für den Hinweis und erklärte, dass Techniker den Fehler eingegrenzt hätten, ein neues Kabel bestellt sei und die Montage vorbereitet werde. „Wir gehen davon aus, dass die Störung am Mittwochmorgen behoben sein wird“, schrieb Klaus vom Hofe von der Deutschen Telekom.

Dem war dann auch so: Zwei Monteure von einer Lübecker Spezialfirma sorgten gestern Morgen für „freie Leitungen“. „Wir sind extra und schnellstens aus Schwerin hierher gefahren, um das Problem zu beseitigen“, sagte Frank Schamborra.

„Das ist ein Skandal und spottet jeder Beschreibung“, urteilte Uwe Vollmer von der Schleswiger Versicherung in Achtrup über die Vorgehensweise der Telefongesellschaft. Diese habe erst am Donnerstag reagiert, sei einen Tag später auf Fehlersuche in seiner Agentur gegangen. Zwar habe man ihm eine Rufumleitung angeboten, doch das sei nur ein kleiner Notnagel gewesen: „Wir haben sieben Anschlüsse und mussten uns nun mit einer Handyleitung begnügen“.

Was das bedeutet habe, könne sich jeder denken – gerade bei der Flut von Schadensmeldungen nach dem Orkan. Vollmer: „Telefon und Internet sind unsere Hauptkommunikationsmittel in der Betreuung mit Kunden, Gesellschaften und Handwerkern.“ Deshalb habe er vehement bei der Telekom nachgehakt, Versprechungen und Zusagen erhalten. „Es wurde gelogen und hingehalten. Das ist ein schlechtes Image für die Telefongesellschaft!“, sagte Uwe Vollmer. Es seien ja immerhin 800 Telefonkunden, diese Aussage hat er von einem Techniker, betroffen gewesen. Während Vollmers Äußerungen gestern um 9.30 Uhr klingelte erstmals wieder das Telefon und die Internetverbindung stand: 156 Mails waren aufgelaufen und mussten erst einmal bearbeitet werden.

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