Nach 17 Jahren wieder in die „Freiheit“

Drei Bürgermeister: Hans-Jürgen Ingwersen (v.l.), Vorgänger Hans-Friedrich Plöhn (war 27 Jahre Bürgermeister) und Nachfolger Kurt Hinrichsen.
Drei Bürgermeister: Hans-Jürgen Ingwersen (v.l.), Vorgänger Hans-Friedrich Plöhn (war 27 Jahre Bürgermeister) und Nachfolger Kurt Hinrichsen.

Für die Entwicklung der Gemeinde wichtige Weichen gestellt: Viel Lob und Applaus für Dagebüll scheidenden Bürgermeister Hans-Jürgen Ingwersen

shz.de von
08. August 2018, 07:00 Uhr

Hans-Jürgen Ingwersen kann sich zufrieden zurücklehnen. Nach 17 Jahren als Bürgermeister der Gemeinde Dagebüll hat er viel erreicht. „Ich übergebe meinem Nachfolger Kurt Hinrichsen eine prosperierende Gemeinde. Ich habe meine Ziele weitestgehend erreicht“, sagt der scheidende Bürgermeister nach einer Feierstunde im Hans-Momsen-Haus in Fahretoft. Hier hatten am Sonntag Abend der neue Bürgermeister, Gemeindevertreter und Weggefährten aus der Region die Arbeit Ingwersens gewürdigt und ihn gebührend mit viel Lob und lang anhaltenden Applaus verabschiedet.

„Was ich bedaure und nicht erreichen konnte, war es, die Ortsteile weiter zusammenzuführen. Genauso bedaure ich, dass ich die Projekte nicht beenden kann. Ich hätte gerne für einen geordneten Übergang gesorgt. Ich hatte einen jüngeren Nachfolger im Auge, den ich einarbeiten wollte – so wie mein Vorgänger Hans-Friedrich Plöhn es mit mir gemacht hat“, sagte Hans-Jürgen Ingwersen – ganz ohne Bitterkeit. „Grundsätzlich aber ist der Wechsel positiv und für mich persönlich sogar schön. Für mich und meine Familie ist es ein Gewinn an Freiheit und Freizeit. Das wertvollste Gut ist meine Zeit – und die war in der Vergangenheit eher knapp“, freut sich der 57-Jährige jetzt auf deutlich ruhigere Zeiten. Denn er macht einen deutlichen Schnitt, zieht sich aus allen Gremien und Funktionen zurück.

Zuvor hatte sein Nachfolger Kurt Hinrichsen die rund 50 Gäste im Hans-Momsen-Haus begrüßt, darunter auch den Ehrenbürgermeister Hans-Friedrich Plöhn, Amtsdirektor Otto Wilke und Bürgermeister der benachbarten Gemeinden. Er beschrieb kurz den politischen Werdegang seines Vorgängers. Hans-Jürgen Ingwersen trat 1994 in die Gemeindevertretung ein, war dort im Schul- und Sportausschuss, im Bau- und Wegeausschuss und ab 1998 auch als erster stellvertretender Bürgermeister tätig. Am 15. März 2001 übernahm Ingwersen dann das Bürgermeisteramt von Plöhn, der 27 Jahre Bürgermeister der Gemeinde Dagebüll war.

„Hans-Jürgen Ingwersen hat in seinen 17 Jahren als Bürgermeister immer versucht, zum Wohle der Gemeinde zu handeln. Anfangs war es nicht immer einfach, Dinge umzusetzen, denn die Gemeinde musste immer auf ihren Haushalt achten“, setzte Hinrichsen in seiner Laudatio fort. Die „schwarze Null“ war dem Bürgermeister immer wichtig. Und irgendwann wurde es auch besser mit den Haushaltszahlen und die großen Projekte wurden angegangen. Kurt Hinrichsen zählte die Größten auf: Die Gründung der Hafengesellschaft, die Verlegung der Fährhafenstraße, die Schaffung des Inselparkplatzes, ein neues Baugebiet in Fahretoft, die Erneuerung des Dorfplatzes in Waygaard. Nach der Auflösung der Schule in Fahretoft wurde diese saniert, ein Teil wurde zum Gemeindehaus Hans Momsen. Die Windkraft wurde auch für Dagebüll eine wichtige Einnahmequelle, die Ortswehren Fahretoft und Dagebüll wurden zur Gemeindewehr fusioniert und in Fahretoft ein neues Feuerwehrhaus gebaut, auch in Fahretoft wurde der Dorfplatz erneuert. Und mit Nis Richard Richardsen blühte Dagebüll-Hafen richtig auf. Seit 2011 sind hier zwei Geschäftszeilen und 107 gewerbliche Ferienhäuser gebaut worden – und das ist noch nicht das Ende. Das letzte wirklich große Projekt – die Deichverstärkung – hätte Hans-Jürgen Ingwersen gerne bis zum Ende begleitet. Dadurch kann Dagebüll auch seine touristischen Infrastrukturmaßnahmen aufwerten, erhielt dafür eine Fördersumme von zwei Millionen Euro. Dazu zählten die Verlegung des Schöpfwerkes und der Bau des Deichtorplatzes als neuen Veranstaltungsmittelpunkt in Dagebüll-Hafen. Der neue große Kinderspielplatz „Küstenwelt“ wird beim 5. Dagebüller Kinderspieltag am 26. August um 11 Uhr von der neuen Gemeindevertretung eingeweiht. Hinrichsen dankte seinem Vorgänger für seinen großen Einsatz. „Man sieht, was aus Dagebüll geworden ist.“

Anschließend sprach Amtsdirektor Otto Wilke zu seinem langjährigen Weggefährten. Knapp 25 Jahre gemeinsame Arbeit verbindet die beiden. „Abschied ist immer mit ein wenig Wehmut verbunden, aber auch immer wieder die Chance für eine neue Orientierung in einem weiteren Lebensabschnitt.“ Nach weiteren Laudatoren richtete Hans-Jürgen Ingwersen das Wort an die Gäste, dankte für die vielen lobenden Worte und wünschte der neuen Gemeindevertretung und seinem Nachfolger eine glückliche Hand bei ihrer Arbeit.

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