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Nordfriesland Tageblatt

21. August 2017 | 05:24 Uhr

Musikreise durch deutsche Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Geschichte der Arbeiter- und Freiheitslieder anhand ausgewählter Beispiele zum Tag der Deutschen Einheit. Eine gute Idee, die Niels Arndt, Inhaber des Nordsee-Hotels da hatte. Kombiniert mit einer Diskussionsveranstaltung am Nachmittag wurde es ein gehaltvolles kulturpolitisches Ereignis.

Sänger Björn Carel-Klein (Foto) wurde von RomanYusipey am Akkordeon begleitet; die Zuhörer warteten gespannt im Bistro Fisch & meehr, auf das Programm. Der Hamburger Interpret konnte mit „Die Gedanken sind frei!“ gleich ein Zeichen setzen, zum Mitsingen auffordern. Er wechselte dabei spontan in eine Liedzeile aus den 70er Jahren, als der Verfassungsschutz die Republik durchleuchtete; Stichwort Berufsverbote. Der Sänger erinnerte an zahlreiche aktuelle Kriegsereignisse; 25 bewaffnete Konflikten gebe es weltweit - und er sang danach Lieder aus dem 30-jährigen Krieg. „Es ist ein Schnitter, er heißt Tod.“ Lieder zum Nachdenken, zum Besinnen. Mit jiddischen Liedern - „Der proletarischen Schwester“ - näherte sich Björn Carel-Klein Marx und Engels: Ein linker Marsch wurde auf russisch von Roman Yusipey stimmgewaltig zum besten gegeben. Zum Mitsingen erklang „Brüder zur Sonne, zur Freiheit!“ Der anwesende Bundestagsabgeordnete Matthias Ilgen erwies sich als sehr textsicher.

Angekommen in der NS-Zeit sang der gut vorbereitete Interpret das „Flüsterlied“; eindrucksvoll wie das Freiheitslied vom kleinen Vogel. Nazim Hikmets berühmtes Gedicht vom „brüderlichen Menschenwald“ erklang. Leben einzeln und frei, wie ein Baum und dabei, brüderlich wie ein Wald, diese Sehnsucht ist unser. Carel-Klein erinnerte an die Botschaft, die ewige Knechtschaft abzuschütteln. Lieder von Eisler und Brecht mahnten an die Gleichberechtigung der Menschen; das Menschenrecht. Gleiches ertönte wenig später, als die Gesellschaft gemeinsam die „Internationale“ anstimmte. Mit „Was wollen wir trinken?“ fand der Liederabend seinen Ausklang: Alle stimmten noch einmal ein, ehe es eine Zugabe gab. Viel Beifall für einen speziellen Abend.



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erstellt am 06.Okt.2014 | 12:02 Uhr

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