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Musiker-Stammtisch: Kontrabass gesucht – Sänger gefunden

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Lebhaftes Durcheinander im Clubraum des Ratskellers. Viele Leute, jung und alt, gut gemixt, alle sehr unterschiedlich im Outfit. Wer einen Sportverein bei seiner Sitzung vermutet, ist hier verkehrt. Bei genauerem Hinhören wird schnell klar: Hier geht es um Musik. Der monatliche Stammtisch der Südtonderaner Musikszene ist zur festen Einrichtung geworden.

Die Begrüßung locker, zum Teil kennt man sich. Saxophonistin Andrea Bockholt stellte am Anfang noch einmal fest, dass es die Gruppe Quintessenz gewesen sei, die den Stammtisch gegründet habe, damals als Bier-Treff nach der Probe. „Ich trank gern Bier, also war ich dabei“, so die Joyride-Musikerin lachend. Auch die Gruppe Quintessenz ist an diesem Abend mit dabei. Steffi Brodersen, ebenfalls als Saxophonistin aktiv, hat mit anderen Verheirateten die Gruppe Ehekrach ins Leben gerufen. Kurios, wie so manches an diesem Abend. Da sitzt plötzlich ein alter Bekannter am Tisch und entpuppt sich als Jörg Steinhilp, der Schlagzeuger aus Risum. Seine Hardrock-Pop-Band sucht einen Sänger. Der Zufall will, dass der andere Jörg – Jörg Uwe Petersen – gleich nebenan die Sangesleidenschaft gepackt hat. „Ich kann zwar nicht singen, aber ich will es!“ Gelächter, Beifall. Es wird viel gefrotzelt, niemand nimmt sich zu ernst. „Komm doch vorbei“, lautet die Ansage. Schnell ist ein Termin gefunden. „Ist in der Scheune auch geheizt?“, fragt der sensible Neueinsteiger. Wieder ein Riesenlacher. „Ja klar, hier kann man jeden Tag üben“, lautet die Antwort.

Auch Jürgen Lüders schmunzelt. Die „gute Seele“ der Musikszene hat das Unternehmen Stammtisch angeschoben und am 28. Februar findet die erste Offene Bühne im Ratskeller statt. Ein neues Projekt. Drei Gruppen haben sich angemeldet, spielen jeweils eine halbe Stunde, damit auch Spontanauftritte möglich sind. Die Mischung ist spannend, der Besuch ist lohnenswert. Frank Jensen fiebert dem Abend schon entgegen, er freut sich, dass in Niebüll musikalisch etwas los ist. Vera Hesse ist in tiefe Diskussionen verstrickt, nun lernt die Saxophonistin auch noch Gesang. Ihre Lehrerin Anneke Christiansen ist natürlich auch an Bord, ebenso Helge Jansen aus Leck, der bei Björn Paulsen mitspielt. Die Freizeitmusiker haben sich viel zu berichten, geben sich gegenseitig Tipps. Das ist lebendig, man tauscht die Gesprächspartner immer mal wieder.

Songs werden vorgespielt, dem Smartphone sei dank. Helge Jansen trommelt vehement auf den Tisch: So soll sich wohl der Part eines Liedes anhören. Immer wieder Lachen und Heiterkeit. Inzwischen hat sich schon ein weiterer Sänger gefunden, das Treffen hat sich schon mal gelohnt. Im Laufe des Abends hat man sich gegenseitig vorgestellt oder sogar näher kennengelernt. Da ist das Beriechen sinnvoll, denn vielleicht ergibt sich etwas. In der Runde darf jeder sagen, was ihn antreibt. So ist eine andere Teilnehermin daran interessiert, einen Kontrabass zur Pflege bespielen zu können. Mit anderen Worten, sie würde gern auf dem Instrument regelmäßig spielen, ohne Besitzer zu werden. Interessierte können sich wie auch in anderen Fällen bei Jürgen Lüders melden.

Für alle gab es am Ende noch Tipps: So, dass im Ratskeller am Sonnabend, 14. Februar ab 20 Uhr das Duo Waldemar spielt, zuvor singen drei A Cappella-Gruppen um 18 Uhr in der Christuskirche. In Niebüll geht musikalisch die Post ab. Man muss nur hingehen!

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erstellt am 10.Feb.2015 | 10:54 Uhr

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