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Nordfriesland Tageblatt

24. Oktober 2017 | 04:41 Uhr

Musikalische Hilfe für Krebskranke

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Harmonika-Club Niebüll und das Sylter Blechbläser-Ensemble gaben in der St. Gertrud-Kirche ein gefeiertes Benefizkonzert für krebskanke Kinder

von
erstellt am 27.Mai.2014 | 10:28 Uhr

Das erste Orchester des „1. Harmonika-Clubs Niebüll“ und das „Sylter Blechbläserensemble“ der Kirchengemeinde Westerland warteten in der Niebüller St. Gertrud-Kirche der katholischen Kirchengemeinde mit einem festlichen Benefizkonzert zugunsten krebskranker Kinder auf. Die zahlreichen Akkordeonisten und die sie unterstützenden Spieler eines Keyboards, eines Synthesizers sowie die Schlagwerker und Percussionisten füllten den Altarraum in ganzer Breite aus, während die Trompeter, Posaunisten, Hornisten und der Tubist des Blechbläserensembles im Rücken des Publikums auf der Empore Platz genommen hatten, als Ingemarie Nielsen in ihrer Eigenschaft als erste Vorsitzende des Harmonika-Clubs die Versammelten willkommen hieß: „Die Diagnose Krebs verändert von einer Sekunde zur nächsten das Leben der Betroffenen.“ Besonders hart treffe dies junge Menschen. Deshalb habe man sich entschlossen, am Ende des Konzerts Geld zugunsten des Förderkreises für krebskranke Kinder und Jugendliche in Kiel zu sammeln, um mitzuhelfen, deren Leid ein wenig zu lindern.

Das Programm des Akkordeonorchesters sagte Martin Gehrke als dessen Dirigent an, der die ausgewählten Kompositionen auch erläuterte. Zum Auftakt erklang die Ouvertüre aus der „Feuerwerksmusik“ von G.F. Händel, rhythmisch gestützt von massiven Paukenschlägen. Mit Pathos und barocker Klangfülle zelebrierten die Orchestermusiker einen feierlichen, doppelchorigen Hymnus mit zahlreichen Dialogen und Echoeffekten. Nachdenklicher ging es bei der von Martin Gehrke geschriebenen Programmmusik „Phasen“ zu. Diese spiegelt einen Abschnitt seines Lebens – vom Zeitpunkt einer Erkrankung an Krebs über die Therapie bis hin zur Genesung – eindrucksvoll wider, wobei das glückliche Ende mit überschäumender Freude zum Ausdruck kam. Gefühlvolle Filmmusik von E. Morricone leitete über zu vier Liedern der französischen Akkordeon-Virtuosin Lydie Auvrey, an die sich das unmittelbar ins Ohr gehende „Palladio“ von K. Jenkins als Zugabe anschloss. Alle mit Präzision und Einfühlungsvermögen vorgetragenen Beiträge verdeutlichten einmal mehr, dass man mit dem Akkordeon weitaus mehr leisten kann, als schlichte Volkslieder zu begleiten oder Seemannsromantik zu verbreiten.

Den zweiten Block des Konzertes gestalteten die Blechbläser von der Insel Sylt, geleitet vom Kirchenmusiker Martin Stephan. Das Ensemble gehört dem Evangelischen Posaunenwerk an, ist aber auch spieltechnisch besonders anspruchsvoller Musik zugewandt. Dies bezeugte auch ihre breitgefächerte Auswahl an Sätzen, die von einer fetzigen zeitgenössischen Fanfare von T. Sterzig über Choralbearbeitung von J.S. Bach, zwei zarte, von Jacobus Gallus und Thomas Vautor verfasste Motetten aus der Zeit der Renaissance bis hin zu zwei norwegischen Tänzen von E. Grieg und dem Walzer aus der „Suite für Jazz-Orchester“ von D. Schostakowitsch reichte. Besonders gut gelang den Bläsern - nachdem sie sich der tragenden Akustik des Raumes angepasst hatten – der anrührende Marienhymnus „Ave maris stella“ von E. Grieg, der jazzig gestaltete Gospel „Swing low, sweet Chariot“ und das abschließende, moderne Bläservorspiel von Traugott Fünfgeld zum geistlichen Volkslied: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“.

Wie auf Anfrage mitgeteilt wurde, betrug der eingesammelte Spendenbeitrag am Ende des Benefizkonzert für krebskanke Kinder 450 Euro.

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