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Nordfriesland Tageblatt

19. August 2017 | 15:52 Uhr

Musikalisch und pädagogisch wertvoll

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

„Watt’n Chor“ singt in der Niebüller Christuskirche / Projektchor der Fachhochschule für Sozialpädagogik präsentiert viele aktuelle Songs

Der erste Ton von „Der ewige Kreis“, bekannt aus dem Musical „König der Löwen“ erklingt von der Empore der Chistuskirche. Durch beide Gänge der Kirche ziehen festlich gekleideten junge Männer und Frauen singend und sich im Takt wiegend ein, vorbei am erwartungsvollen Publikum. Vorne im Altarraum werden sie von den begleitenden Instrumentalisten (Piano, Gitarren, Percussion) in Empfang genommen.

Die Kirche ist sehr gut besucht, rund 200 Zuhörer, als der Projektchor der Fachschule für Sozialpädagogik (Berufliche Schule Niebüll), unter der Leitung von Lars Brodersen in das Konzert einstimmt.

Danach geben die 24 Sänger und sechs Musiker das Stück „Photograph“ von Ed Sheeran zum Besten. Dabei wird der mehrstimmige Chor von Keyboard, Gitarren und Cajon unterstützt. Danach erklingt das bekannte „Halt dich an mir fest“ von Revolverheld. Dieses Stück bricht Projektleiter Lars Brodersen jedoch aufgrund eines „holprigen“ Starts ab und gibt seinen Musikern ein zweite Chance sich zu beweisen. Die Zuhörer kommentieren diesen „Ausrutscher“ mit wohlwollendem und aufmunterndem Beifall. Beim dann vorgetragenen aktuellen Charterfolgsstück „Musik sein“ von Wincent Weiss, kommen neben den anderen Instrumenten die imposant wirkenden drei Xylofone zum Einsatz. Auf ihnen spielen die Musiker eine ausgefeilte Nebenmelodie, die das Hauptthema des Chores mit weichem Klang abwechslungsreich variiert und untermalt.

„Stay with me“ von Sam Smith und „Fell in love with an Alien“ von der Kelly Family sind die nächsten Lieder. Die leichte Unsicherheit, die zu Beginn des Konzerts zu spüren war, legt sich spätestens jetzt. Die Stimmen des Chores gewinnen zunehmend an Selbstsicherheit und Kraft. Der Kirchenraum mit der unter Kennern bekannten und geschätzten Akustik nimmt den Zusammenklang der unterschiedlichen Tonlagen auf und lässt ihn auf alle Anwesenden wirken. Das Publikum greift die Stimmung auf und unterstützt den Chor beim rhythmischen Klatschen.

Der melancholische Song „My Immortal“ von Evanescence fängt mit einem eingängigen Klavier-Intro an und bereichert den Gesang mit einem gut vorgetragenen E-Gitarren-Solo. Stimmen und Instrumente ertönen im optimalen Mischungsverhältnis.

Es folgen die Stücke „Ich wollte nie erwachsen sein“von Peter Maffay und „Let me love you“ von Mario. Auch bei der Darbietung dieser Songs ist den Agierenden die Freude und Konzentration anzumerken, die sie beim Einstudieren investiert haben. So beweist eine der Sängerinnen viel Mut und wagt sich an eine eher schwierige begleitende Solo-Passage.

Der nächste Titel „Umbrella“ von den Baseballs wartet mit einer Überraschung auf: Lehrer Lars Brodersen ergeift sein Instrument, das Bariton-Saxophon, und spielt, unterstützt vom Piano, sowohl das Intro als auch die rhythmische Begleitung des Songs. Dies sorgt für einen neuen erfrischenden Sound in dem bereits bekannten Klanggefüge. Der Ton ist präzise gesetzt, durchdringend tief und kraftvoll ohne dabei dominant zu wirken. Die Titel „Wenn sie tanzt“ von Max Giesinger und „Heal the World“ runden das Programm des Projektchores ab. Die Soli im letztgenannten Stück lassen einzelne Sänger glänzen, leider zuweilen etwas zu leise und wenig verstärkt. Der Inhalt dieses bekannten Songs von Michael Jackson ist angesichts der teilweise beängstigenden politischen Ereignisse weltweit aktueller denn je.

Als das Konzert dem Ende zugeht, spricht Lars Brodersen dem eindrucksvollen Klangkörper „Watt’n Chor & Band“ sowie dem begeisterten Publikum seinen Dank aus. In kurzer Retrospektive erläutert er, wie der Projektchor sich vor rund zwei Monaten zum ersten Mal traf und aus einer Liste von über 80 Songs nach und nach die eben präsentierten demokratisch ausgewählt hat. Die wochenlange Vorbereitungszeit hätten ihn allerdings auch einige Nerven und mehrere graue Haare gekostet. „Für das hörenswerte Ergebnis habe ich dieses Opfer aber gerne erbracht!“ Als „Nebenprodukt“ der Probenarbeit ist ein Song in die Liste gerutscht, der all die Lieder, die nicht präsentiert werden konnten und noch viele mehr wiedergibt: Der Vier-Chord-Song von Axis of Awesome beschließt das diesjährige Konzert, das damit gleichzeitig seinen Höhepunkt erreicht. An dem Raunen und freudigen Jauchzen, das sich durch alle Bankreihen zieht, merkt man den Besuchern an, dass das Potpourri der „ungesungenen Lieder“ große Resonanz hat, Neugierde weckt und Lust auf mehr vom Watt’n-Chor macht. Der Song endet mit dem Thema „Time to say Good Buy“, alle Mitwirkenden winken zum Abschied. Im Applaus und den „Standing Ovations“ offenbaren sich Bewunderung und Begeisterung der Zuhörer, sie wollen mehr – und werden noch mit zwei Zugaben aus dem aktuellen Repertoire belohnt. Ein gelungenes Konzert von und mit jungen Menschen und aktuellen Liedern entlässt ein beschwingtes Publikum voller Hoffnung und Musik im Herzen.

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erstellt am 03.Apr.2017 | 12:53 Uhr

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