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Nordfriesland Tageblatt

21. August 2017 | 01:17 Uhr

Musik, Sprachen, Sport – eine Einheit

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Frederik Vahle gilt als Vater des Kinderliedes / In der Mensa des Regionalschule gab er ein Konzert vor rund 130 Besuchern

Rund 130 Besucher verfolgten in der Mensa der Regionalschule das Kinderkonzert des bekannten Kinderliedermachers Frederik Vahle (71). Seit mehr als 40 Jahren bringt der Künstler Songs heraus, gilt als „Vater des Kinderlieds“ und wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Knirpse hatten beim Konzert jede Menge Spaß am Zuhören und Mitmachen. Der Überschuss der Veranstaltung kommt übrigens dem Freundeskreis der Evangelischen Familienbildungsstätte zugute, der unter anderem Familien mit geringerem Einkommen die Teilnahme an Kursen ermöglicht. Im Interview spricht Frederik Vahle über seine Anfänge und Motivation.

NFT: Sie sind ein viel beschäftigter Mann, reisen mit ihren Liedern und Geschichten quer durch die Bundesrepublik und nehmen auch Termine im Ausland wahr. Wie kam der Kontakt mit Niebüll zustande?


Ich bin auf Einladung der evangelischen Familienbildungsstätte und des Stadtmarketings nach Niebüll gekommen. Den Kontakt hat Herr Heinke vom Stadtmarketing hergestellt, der auch im Vorstand des Freundeskreises der Familienbildungsstätte mitarbeitet. Am Donnerstagabend ging es in meinem Musikworkshop für Erwachsene um das Thema „Sprache und Bewegung“ und um Bewegungslieder. 30 Interessierte haben teilgenommen, lediglich ein Mann war dabei.

Sie haben nach dem Abitur Deutsch und Politik studiert, promovierten in Soziolinguistik. Was hat Sie veranlasst, Lieder und Geschichten für Kinder zu schreiben?

Ich wurde als Kind künstlerisch tätiger Eltern geboren, der Vater Maler, die Mutter Grafikerin, aber gesungen wurde zuhause nicht. Beim Großvater lernte ich Klavierspielen. Erste Gesangsimpulse bekam ich in einer Jugendgruppe, als ich 14 war. Am Ende meines Studiums sangen wir in der Studentenbewegung Protestlieder. Erste eigene Lieder verfasste ich zusammen mit Christiane Knauf während meiner Arbeit mit einer Gruppe lernbehinderter Kinder. Die Lieder beinhalteten für damalige Zeiten für Kinder tabuisierte Themen wie Arbeit und Arbeitslosigkeit, Schule, Erziehung, Sexualität und das Leben ausländischer Einwohner. Thema meiner Arbeit wurde dann die Integration von Musik, Sprache und Bewegung als Einheit. Aber Musik, Sprachen und Sport werden an Schulen getrennt voneinander unterrichtet, was nicht gut ist für die Entwicklung eines Kindes.

Hat sich der „Liedergeschmack“ der heutigen Kinder gegenüber damals geändert?

Die CD „Anne Kaffeekanne“ zum Singen, Spielen und Tanzen ist nach wie vor ein Klassiker. Die Richtung der Themen hat sich nicht geändert, aber das Kinderliederpublikum ist jünger geworden. Früher saßen Schulkinder vor mir, heute kommen Mütter mit zwei bis drei Jahre alten Kindern in meine Vorstellungen. Musik kennt eben keine Altersgrenze. In Schneverdingen gab es sogar ein erstes Babykonzert.

Was inspiriert Sie zu Themen Ihrer Lieder und Geschichten, und wann haben Sie die besten Ideen?

Inspiriert werde ich häufig durch Gespräche mit Kindern und Erwachsenen. Mein erstes Kinderbuch erschien 1980. Wie viele folgten, weiß ich nicht. Es sind, genau wie die CDs, viele. Meine erste Schallplatte „Die Rübe“ zusammen mit Christiane Knauf erschien 1973. Die kreativsten Momente sind die morgens kurz nach dem Aufwachen. Da habe ich die besten Ideen, die ich sofort notiere. Auch beim Spazierengehen fallen mir Themen ein.

Sie geben Kinderkonzerte, veranstalten Workshops und Abendprogramme, unterrichten als außerplanmäßiger Professor für Germanistik an der Universität Gießen und setzen sich für den Wal- und Delphinschutz ein. Wann bleibt ihnen noch Zeit, um neue Kräfte zu schöpfen?

An den Wochenenden bin ich in der Regel zuhause in Salzböden, mache dort auch einige Wochen Pause im Jahr. Auf La Gomera verbringe ich zwei bis drei Monate im Jahr.

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erstellt am 30.Okt.2013 | 18:30 Uhr

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