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Nordfriesland Tageblatt

18. Oktober 2017 | 21:06 Uhr

Muscheltage: Dagebüll bittet zu Tisch

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Dagebüller Muscheltage wurden zum 17. Mal veranstaltet / Mehrere tausend Besucher flanierten an zwei Tagen über die Mole

Die Dagebüller Muscheltage erfreuen sich weiterhin ungebrochener Beliebtheit. Der Fremdenverkehrsverein (FVV), Gastgeber dieser zweitägigen Veranstaltung am zweiten Wochenende im August, lockte Einheimische und Urlaub nunmehr schon zum 17. Mal zu Tisch. Die gekochten und gebratenen Muscheln wurden schmackhaft zubereitet von Antje und Hans Tellermann, zwei aus gewanderten Dagebüllern – die eine ausgebildete Köchin mit Berufserfahrung, er gelernter Fliesenleger und angelernter Beikoch, beide aber mit viel Erfahrung bei der Zubereitung des „schwarzen Goldes“ aus dem nordfriesischen Wattenmeer. Wer die eiweißhaltige Kost nicht vertragen, aber das besondere Event nicht vermissen wollte, konnte Alternativen ordern: entweder eine Bratwurst oder aber Scampis, die, wie die Verpackung verriet, fernöstlicher Provenienz waren. Viele Besucher hatten das sonst übliche Sonntagsmahl ausgelassen und sich stattdessen in die Schlange gestellt und für die „Mytilus edulis“ entschieden, wie die Miesmuschel auf Lateinisch heißt.

Die Zubereitung der gekochten Muschel ist übrigens ganz einfach. Nachdem sie gewaschen und entsandet ist, wird sie in einem pikanten Gemüse- und Kräutersud gegart. Die gebratene Variante wird vorher kurz gekocht, den geöffneten Schalen entnommen und in der Pfanne mit Butter oder Olivenöl goldbraun gebraten. Gegessen werden beide Varianten zusammen mit Brot. Getrunken wird dazu Weißwein oder ein Glas Bier. Natürlich gibt es eine Fülle von Muschelrezepten gegenüber dem eben geschilderten „Dagebüller Rezept.“ Übrigens holt sich der FVV Dagebüll seine Muscheln von der Royal Frysk Emmelsbüll-Horsbüll, deren Kutter sie im nordfriesischen Wattenmeer fischt.

Die ersten Muscheltage fanden 1999 in der Dagebüller Muschelfabrik statt, als diese ihren Betrieb aufnahm. Einmal gab es die Muscheln unter einem Zeltdach auf der Mole. Seit etwa sieben Jahren steht die Muschelfabrik still. Als der Inselparkplatz in Betrieb ging, stand die Parkgarage hinter dem Badedeich zur Verfügung, wo der FVV seither sein Sommerprogramm abwickelt.

In diesen Rahmen fällt auch das Drumherum der Muscheltage mit Musik, Tanz, Vorführungen, Theater und einem Floh- und Stöbermarkt unter dem Motto Laufen-Gucken-Kaufen. Kurzum bemüht sich FVV-Vorsitzender Klaus Schmidt mit seinen Veranstaltungsangeboten alle Sinne anzusprechen.

Am Wochenende traten der Niebüller Shanty-Chor, die Wiedingharder Junioren-Tanz-und-Trachtengruppe, das Lübecker Stecknitz-Duo und das „Hojer Frivillige Brandværneorkester“ (Feuerwehrmusikzug Hoyer) auf. Klaus Schmidt war mit dem Besuch der diesjährigen Muscheltage (auch dank herrlichen Sommerwetters) mehr als zufrieden. „Die beiden Muscheltage haben über Zunge und Gaumen den Weg in den Kopf gefunden“, versucht er einen Vergleich und ist sich sicher, dass viele Einheimische die Miesmuschel längst auf ihren Speiseplan gesetzt haben – wenn eben auch nur ein Wochenende. Als zusätzliches Zugpferd zum guten Besuch des „Schippermützenfestes“ am Sonnabend stellte sich das Sommerfeuerwerk in Wyk auf Föhr heraus, zu dem schätzungsweise an die 2000 Personen auf die Insel fuhren und 1000 in Dagebüll blieben, um die feurige Show von der Mole oder vom Badedeich aus zu verfolgen.

Im Übrigen erlebt der Nordseeerholungsort Dagebüll eine gute Saison 2015. Die klassischen 100 Tage Hochsaison haben einige Tage davor und danach Zuwachs bekommen. Zeitweilig war Dagebüll sogar ausgebucht. Gab es früher an die drei Fischbuden, ist es heute ein reichhaltiges Angebot im Ortskern Dagebüll-Hafen. „Die Entwicklung tendiert zunehmend zum Urlaub in Deutschland“, blickt FVV-Chef Schmidt hinüber zur Nordsee. In Dagebüll hat sich das Leben entlang der Nordseestraße um einige Pulsschläge gesteigert – nicht zuletzt und vor allem auch durch die Ferienhaussiedlung, die bekanntlich weiter wachsen soll. Die Saison jedoch geht weiter: Am kommenden Sonntag gastiert das musikalische Multitalent Martin Daughty in Dagebüll ab 11 Uhr zu einer Art „Kurkonzert“. Außerdem werden die Musikabende (vorher Friesenabende) fortgesetzt.

 




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