Kulinarisch : Muschel wird zum Besuchermagnet

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Niebüller Muschelfest feiert Premiere / Rund 500 Gäste besuchen die Veranstaltung auf Rathausplatz / Veranstalter kündigt Wiederholung an

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27. Juli 2015, 05:00 Uhr

„Wo es was zu essen gibt, kommen die Leute.“ Diese Beobachtung einer Niebüller Hausfrau bestätigte sich durch den unerwartet großen Zuspruch zum 1. Niebüller Muschelfest am Sonnabend ab 16 Uhr auf dem Rathausplatz. Gerhard Neumann, Vorsitzender des noch jungen gastgebenden Tourismusvereins Niebüll und Umgebung e.V., freute sich über 500 Gäste und damit auch über den großen Erfolg.

Angeboten und serviert wurde die Miesmuschel (lateinisch Mytilus edulis) in verschiedenen Zubereitungen – an diesem Tag jedoch vornehmlich gekocht. Der eiweißhaltige Weichkörper in der blauschwarzen Schale ist nach siebenminütigem Kochen „gar“. Man schiebt sich den Inhalt der Muschel direkt auf die Zunge, isst ein Stück Brot dazu und spült den Leckerbissen mit einem Schluck Bier oder Wein herunter. Die Muschel wurde am Donnerstag im Watt vor Hörnum von einem Kutter der Royal Frysk (Emmelsbüll-Horsbüll) gefischt, am Freitag entsandet und gewaschen und von der Erzeugerorganisation schleswig-holsteinischer Muschelzüchter, vertreten durch Peter Ewaldsen, geliefert und von dessen eingespielter Mannschaft zubereitet und über den Tresen gereicht, an dem sich eisern eine lange Schlange hielt. Verzehrt wurden die Muscheln in einem, wie sich herausstellte, viel zu kleinen Zelt, das anfangs Schutz vor dem Regen bot, danach überfüllt blieb, so dass unter wieder sonnigem Himmel draußen Tische und Bänke aufgestellt wurden.

„Dieses erste Muschelfest wird nicht das letzte sein“, erklärte Vorsitzender Neumann. Angesichts des großem Zuspruchs stehe schon jetzt so gut wie fest, dass die zweite Veranstaltung dieser Art am Freitag, dem 22. Juli 2016, – das ist der letzte Schultag vor den Sommerferien - stattfinden wird, und zwar von 10 bis 18 Uhr, entweder in einem größeren Zelt oder bei absehbar gutem Wetter draußen unter freiem Himmel und auf jeden Fall auf dem Rathausplatz. Unisono erklärten Gerhard Neumann und Peter Ewaldsen, dass dieses Muschelfest keine Konkurrenz zu den Dagebüller Muscheltagen sein soll.

„Wir wollen Niebüll wieder etwas attraktiver machen“, erklärte Neumann, der die nächste Aktion seines Vereins für den verkaufsoffenen Sonntag im Herbst plant. „Jeder kann drei Portionen holen“, beruhigte Peter Ewaldsen die letzten Besucher in der Warteschlange. Er hatte etwa genügend Portionen Miesmuscheln geordert. Und damit das maritime Flair dieser Veranstaltung mit dieser erstaunlichen Lebensform von Meeresfrucht auch stimmig genossen wurde, sang der Niebüller Shantychor. Die Lieder von der Küste und den Weltmeeren genossen auch die, die zum Muschelfest gekommen waren – und sich statt der Miesmuscheln eine Bratwurst genehmigten.

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