Kommentar : Mörderisches Erbe

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26. Juli 2014, 05:00 Uhr

Der Bedarf an Wohnraum für geistig- oder körperlich Behinderte, die viele Jahre berufstätig gewesen sind und jetzt mit 65 Jahren auf die wohlverdiente Rente zusteuern, wird weiter wachsen. Dass diese Notwendigkeit erst zeitversetzt in den Fokus von Behinderteneinrichtungen und Öffentlichkeit gerät, ist ein spätes Erbe deutscher Geschichte: Denn es waren die Nationalsozialisten, die mit Rückgriff auf eine lebensfeindliche Rassenlehre und systematische Mordprogramme auch die Schwächsten in der Gesellschaft auf die Schlachtbank zogen. Mehrere Generationen verschwanden. Auch in Südtondern wurden viele Unschuldige Opfer des nationalsozialistischen Wahns, der bis heute das dunkelste Kapitel unserer Heimat ist. Erst seit Deutschland der heutige Rechtsstaat wurde, haben Beeinträchtigte wieder die Chance, ihr Recht auf Leben und ein Altern in Würde auch leben zu dürfen. Umso besser ist es, wenn Einrichtungen vor Ort es ihnen ermöglichen, die Rente unweit der gewohnten Umgebung zu genießen und ohne Einsamkeit zu leben.

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