Mobilität bleibt ein Problem

Eine E-Bike-Schulung ist nur eine Sache, die der Seniorenbeirat anstoßen möchte.
Eine E-Bike-Schulung ist nur eine Sache, die der Seniorenbeirat anstoßen möchte.

Mitfahrbank, E-Bike-Schulungen, Einrichtung einer Pflegeklasse: Der Seniorenbeirat Niebüll hat ein breites Themen-Spektrum

shz.de von
12. Januar 2018, 16:46 Uhr

Der Niebüller Seniorenbeirat arbeitet mit Hochdruck an diversen Themen. In der jüngsten Sitzung gab die Vorsitzende Frauke Rörden-Prang bekannt, dass der neue Seniorenwegweiser bald verfügbar sei. Aus dem Kreisseniorenbeirat berichtete die Vorsitzende über spannende Projekte in der Region. So gibt es in Schafflund eine „Mitfahrbank“ für Senioren. Wer Interesse hat, kann durch Mitbürger, die Platz im Auto haben, von einer Bank in der Nähe eines Discounters kostenfrei mitgenommen werden. Ein Schild verweist auf das jeweilige Fahrziel.

„Das wäre auch etwas für Niebüll“, sagte der neue stellvertretende Seniorenbeirats-Vorsitzende, Frank Steinauer. Standorte könnten das Krankenhaus oder der Friedhof sein. Ein Mehrgenerationenhaus könnte für Niebüll ein weiteres attraktives Ziel sein; ebenso weitere Bewegungsparcours oder Geräte für Ältere auf Spielplätzen, wie bereits in der Mühlenstraße realisiert. Beim Bericht aus den Ausschüssen lobte Ernst-Uwe Hansen, Mitglied im Seniorenbeirat, den nahezu ausgegelichenen Haushalt der Stadt. „Die Finanzen sind in Ordnung!“

Das Thema Mobilität bewegt weiterhin die Gemüter. „Wir brauchen eine Schulung für das E-Bike-Fahren“, regte Frank Stenauer an. „Zudem sollte die Mitnahme geregelt werden.“ Immer häufiger blieben Senioren auf E-Bikes bei der Rückfahrt von Flensburg oder anderen weiter entfernten Orten auf der Landstraße liegen. „Eine Mitnahme im Bus klappt nicht: Sie sind zu schwer“, ist seine Erfahrung. Die E-Bikes könnten auch nicht in den älteren Bundesbahnwaggons verstaut werden. Frank Steinauer beklagte sich zudem über die Situation im Niebüller Bahnhof im Sommer. „Da stehen Radfahrergruppen vor dem Fahrstuhl und kommen nicht mehr mit, weil die Kapazität einfach nicht reicht.“ Zudem seien die Fahrstühle des öfteren defekt.

Ernst-Uwe Hansen machte auf die unhaltbare Verkehrslage an der Schranke Gather Landstraße aufmerksam. „Hier kurven alle wild umeinander herum!“ Alle Kritikpunkte und Anregungen sollen nun in den Arbeitskreis „Fußgänger- und Fahrradfreundliche Stadt“ eingebracht werden. In der „aktuellen Stunde“ wurde kritisiert, dass das Niebüller Krankenhaus derzeit überbelegt sei. Bürgermeister Wilfried Bockholt berichtete, dass dieser Umstand bekannt sei, aber nicht von heute auf morgen gelöst werden könne (das Krankenhaus verfügte einst über 220 Betten, aktuell nur noch über 129 Betten).

Frauke Rörden-Prang informierte über den Sachstand „Einrichtung einer Pflegeklasse“ in Niebüll (wir berichteten). Während Amtsvorsteher Peter Ewaldsen sofort seine Unterstützung zusagte, trat Wilfried Bockholt auf die Bremse. „Wir müssen erst einmal sehen, ob überhaupt Bedarf da ist.“ Er verwies wiederholt auf das Projekt „Care4future“ der Niebüller Gemeinschaftsschule und der Stiftung Uhlebüll, in der Hauptschüler zum Pflegeberuf per Praktika animiert werden. Dies sei der richtige Weg. „Wichtig ist es, ein Gespür für den Beruf zu entwickeln und Freude dabei zu empfinden. Erst einmal reinschnuppern, die große Vielfalt der Arbeit kennenlernen. Der Beruf des Altenpflegers ist eine Lebensentscheidung, die man nach gründlicher Überlegung treffen muss. Dafür muss man eine Leidenschaft beziehungsweise Empathie besitzen.“ Zudem sei die Frage der Vergütung – die ohnehin sehr gering sei – noch offen. „Richtig verdienen kann man erst nach der vollständigen Ausbildung.“ Gleichwohl sei die Initiative des Seniorenbeirats nicht zu kritisieren.

„Einige Einrichtungen können sich eine Vergütung vorstellen“, gab die Vorsitzende zu erkennen – und den Weg vor. „Wer Interesse an dem Beruf des staatlich anerkannten Altenpflegehelfers hat, möge sich bei den Senioreneinrichtungen wie Gath und Friesischer Wohnpark melden“, so Frauke Rörden-Prang. Die Einrichtungen melden die Bewerber nach Flensburg an die Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe. Ist die angestrebte Anzahl von 17 Azubis erreicht, erfolgt durch die Akademie die Anfrage in Kiel. Die Seniorenbeirats-Vorsitzende ist optimistisch und erwartet eine Genehmigung für die neue Niebüller Pflegekasse durch das Ministerium, wenn neben Bewerbern auch Räume gefunden worden sind.

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