Friesisch-Historisches Treyben : Mittelalterliche Horden erobern die Niebüller Badewehle

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Zum 7. Frisisch-Historischen Treyben werden wieder zahlreiche Gaukler und Gäste erwartet.

Zum 7. Frisisch-Historischen Treyben werden wieder zahlreiche Gaukler und Gäste erwartet.

Zum 7. Mal wird es wild bei Nordfrieslands größtem Mitteilalterfest vom 19. bis 21. Juli.

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11. Juli 2019, 09:21 Uhr

Niebüll | Wieder sind knapp zwei Jahre überstanden, seit die mittelalterlichen Horden das Gelände rund um die Badewehle in Niebüll verlassen haben. So langsam rüsten sie sich wieder, um erneut in das Städtchen einzufallen.

Doch haltet ein!

Kein Grund, in Angst und Schrecken zu verfallen. Schließlich kommen all die Maiden und Recken, um ein vergnügliches Wochenende zu verbringen, und so veranstalten die hiesigen, mittelalterlichen Friesen von Frisia Historica das inzwischen 7. Friesisch-Historische-Treyben zu Niebüll an der Wehle.

Warm-up am Freitag

Nordfrieslands größtes Mittelalterfest wird wie immer am dritten Juliwochenende, vom 19. bis 21. Juli stattfinden, wobei der Freitagabend von 18 bis 22 Uhr als eher inoffizieller Tag gilt, an dem zwar schon Programm geboten wird, mit Livemusik und einer kleinen Feuershow, hier und da vielleicht aber noch jemand der unter Umständen weit gereisten Gäste mit dem Aufbauen seines Lagers beschäftigt sein wird, woran man sich dann nicht stören sollte. Die vielen Marktleute, Händler und Handwerker freuen sich natürlich auch schon über reichlich Besucher, jedoch ist dieser Abend als kleiner Appetitanreger für die folgenden zwei Tage gedacht. 

Umzug durch die Stadt

Das Sonnabendprogramm beginnt dann um 10 Uhr mit einem Umzug durch die Stadt, welcher gegen 11 Uhr auf den Festwiesen endet, um das Treyben dann offiziell festlich zu eröffnen. An diesem Tag wird es gegen Mitternacht mit einer tollen Feuershow beendet. Am Sonntag beginnt die Veranstaltung um 11 und endet um 17 Uhr.

Gäste aus den Niederlanden

Dazwischen gibt es jede Menge Programm: viel Livemusik, insgesamt werden drei Gruppen entsprechende Musik zum Besten geben. Große Freude herrschte beim Veranstalter, dass erneut als Höhepunkt des Samstagabends, die westfriesische, also aus den Niederlanden kommende Folkmetalband „Baldrs Draumar“ engagiert werden konnte.

Folkmetalband „Baldrs Draumar“

Ihr, im Beisein einer Abordnung Frisia Historicas, im Oktober 2017 feierlich veröffentlichtes Akustikalbum „Fan Fryslâns Ferline“, welches in der Szene phantastisch einschlug und ihnen Auftritte im In- und Ausland, so zum Beispiel als Hauptact beim „Wacken punscht“-Fest im letztjährigen Dezember, aber auch in Irland oder in Frankreich ermöglichte, wird auch dann wieder im Mittelpunkt ihres Konzertes stehen. Ganz hervorragende akustische Songs, die sich mit alten friesisch-nordischen Überlieferungen, Sagen, Geschichten und Geschichte beschäftigen. Man findet einiges von der Band im Internet, zum Beispiel auf „You Tube“, darf aber nicht erschrecken, denn die Band hat neben ihrer akustischen Seite auch noch ein recht hartes „folk-metallisches“ Gesicht, das bei Kennern und Liebhabern dieser Szene ebenfalls sehr gut ankommt, an der Wehle allerdings unberücksichtigt bleiben wird!

Somit wird es wieder internationales Flair an der Niebüller Wehle geben, aber auch Musik aus dem Norden. Denn neben den harten, aber durchaus liebenswerten Jungs aus Westfriesland, wird natürlich auch wieder die Gruppe „Wortsatia“, die Wurtfriesen aus Niedersachsen, welche Ostfriesland repräsentieren und hier schon einige Male zu begeisterten, dabei sein.

 Eine Band aus Nordfriesland

Aus Nordfriesland schließlich, will das erst seit dem Jahr des letzten Treybens bestehende Trio „Frisia Non Cantat“, welches zu Beginn des Jahres erfolgreich ihre Debüt-CD „Heimkehr“ vorstellten, die Bühne des Treybens nutzen, um nach zwei aufregenden Jahren mit vielen Auftritten auf mittelalterlichen Veranstaltungen in ganz Norddeutschland, sein heimisches Publikum in friesische Ekstase zu versetzen.

 „Frisia Non Cantat“ haben bereits eine CD heraus gebracht.
Jörg Simnick

 „Frisia Non Cantat“ haben bereits eine CD heraus gebracht.

Das Trio „Frisia Non Cantat“

Zum Programm gehören des Weiteren Spielmann Florian, welcher seiner Drehleier im Laufe der Tage immer mal wieder wundervolle Klänge entlocken wird sowie der zauberhafte und faszinierende Frater Enoch und der nicht zu fassende, erstaunliche Gaukler Benjamin der Beutelschneider. Die beiden Letztgenannten haben ihr Können an der Wehle schon des Öfteren unter Beweis gestellt und die Massen begeistert.

 

Daneben werden die Feuergaukler der Gruppe „Drachenrachen“ die Abende am Freitag und Sonnabend spektakulär beschließen.

Bogenschießen & Axtwerfen

Natürlich kommt, neben der Musik, der mittelalterlichen Bewaffnung – die Zeiten damals waren hart und wild – eine besondere Bedeutung zu. Flenos Schergen aus Flensburg, Meister des mittelalterlichen Schwertkampfes werden ihr Können zeigen und auch Möglichkeiten sich selbst  auszuprobieren wird es beim Bogenschießen und Axtwerfen geben.

 
Dieter Wrege
 

Viele Aktionen zum Mitmachen, auch und gerade für Kinder, runden das vielfältige Programm wie gewohnt ab.

Bummeln & schlemmen

Auf der gut gefüllten Marktwiese werden mehr als zwanzig Marktstände, Händler und Handwerker ihr Können zeigen und ihre Waren anbieten. Selbstverständlich wird auch für das leibliche Wohl gesorgt sein und mehrere Heerlager werden den Marktfrieden gewährleisten, sodass dem zahlreichen Erscheinen des Publikums, welches im Übrigen dabei keinen Cent Eintritt bezahlen muss, nichts mehr im Wege stehen sollte.

Ein Danke an die Spender

Dafür, dass das, trotz des umfangreichen und tollen Programms, wieder möglich wurde, bedanken sich die Frisia Historicas ganz herzlich bei allen Spendern aus der Geschäftswelt Niebülls und Umgebung, bei der Stiftung Nordfriesland und bei der Beauftragten der Deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien über den Friesenrat, für die finanzielle Förderung und Unterstützung.

Weitere Informationen finden sich auf www.frisia-historica.de , wo zeitnah auch ein Programmablauf für die drei tollen Tage erscheinen wird.
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