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Friesisch-Historisches-Treyben : Mittelalterliche Friesen luden zum Spektakel an die Niebüller Badewehle

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Schwertkämpfer, Axtwerfer, Gaukler und Theater: Mittelalter zum Anfassen beim Friesisch-Historische-Treyben an der Wehle.

Verwegene Gestalten mit Streitaxt und Schwert, aufflackernde Lagerfeuer und wilder Minnegesang, heiße Schmiedekunst und viel Musik: Der Spaziergang zur Wehle war am Wochenende ein echtes Erlebnis. Das Ereignis – umsonst und draußen – hat schon Tradition. Nach einem Jahr Pause luden die mittelalterlichen Friesen von Frisia Historica zum 6. Friesisch-Historische-Treyben an die neu gestaltete Niebüller Badewehle. Die Besucher machten direkt und unerwartet einen Zeitsprung um mehrere Jahrhunderte zurück ins Mittelalter. Ein einmaliges Vergnügen, das viel Zuspruch erfuhr.

Nach dem allgemeinen Wiedersehen der Akteure am Freitagabend entstanden die urigen Zelt-Behausungen rund um den See und sorgten so von Beginn an für ein besonders romantische Ambiente. Aus Nah und Fern waren die vielen Marktleute, Händler und Handwerker angereist, darunter auch bekannte Gesichter wie Andreas Ingwersen aus Risum-Lindholm. Er freute sich wie seine Mitstreiter über die gute Resonanz.

Es ging gut los: Nach einem Umzug durch die Stadt wurde am Sonnabend das Treyben offiziell durch Bürgermeister Wilfried Bockholt und Stadtmanager Holger Heinke eröffnet. Auf der gut besetzten Marktwiese waren inzwischen mehr als zwanzig Marktstände, Händler und Handwerker präsent, um ihr Können zu zeigen und ihre Waren feilzubieten. Erste Besucher schauten sich die Raritäten an oder labten sich an den Futter- und Ausschankständen. „Eine wunderbare Sache“, freuten sich die Schaulustigen aus der Stadt.

Attraktionen gab es an beiden Festtagen. Organisator Stefan Nissen aus Stedesand hatte allein vier Musikgruppen eingeladen: „Frisia Non Cantat“ und „Weihe & Abel“ aus der näheren Umgebung, „Wortsatia“ aus Niedersachsen. Der Geheimtipp kam extra aus den Niederlanden: die Folkmetalband „Baldrs Draumar“ begeisterte am Sonnabend-Abend. Neben der Musik spielte der Schwertkampf eine große Rolle in dem spannenden Programm. Drei Gruppierungen präsentierten sehr engagiert ihr Können: Flenos Schergen aus Flensburg, Mitglieder der Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf und Aktive der deutschen Nationalmannschaft im gerüsteten Vollkontakt-Schwertkampf, die aus ganz Deutschland angereist waren. Bogenschießen und Axtwurf wurden auch zelebriert. Ob mittelalterlicher Tanz oder die Schwertkampf-Theateraufführung „Kampf um die Hand der Prinzessin“.

Über den Zelten lag drei Tage lang eine angenehm entspannte und zugleich immer wieder animierende Atmosphäre, auch das Wetter spielte überwiegend mit. Traditionell und unverzichtbar waren die Gaukler: Frater Enoch und Destenova Beutelschneider verstanden es, auf ihrer „Bühne Null“ für allerbeste Stimmung zu sorgen. Das Publikum bekam eine Menge geboten: Am Abend traten die Feuergaukler der Gruppe „Drachenrachen“ auf, um den Tag spektakulär zu beschließen.

Eine bleibende Erinnerung für die Kinder, die das Treyben genießen durften, aber auch für Erwachsene. Wer wollte, konnte die aus Holland angereiste Tätowiererin bitten, sich ein entsprechendes Symbol einarbeiten zu lassen. Lobenswert, dass nicht nur konsumiert wurde: Es gab viele Aktionen zum Mitmachen, auch und gerade für Kinder, insbesondere die Knappenschule der „Viatores ad arma“ und das Ponyreiten rund um die Wehle fanden großen Zuspruch. Es geht auch einfach: So tobten die Lütten voller Vergnügen auf den Strohballen herum. Rundum ein gelungenes Wochenende für Besucher und Aktive. Frisia Historicas bedankt sich bei allen Spendern aus der Geschäftswelt, bei der Stiftung Nordfriesland und bei der Beauftragten der Deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien über den Friesenrat, für die Förderung und Unterstützung.

 

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