Bürgernetzwerk : Miteinander für Andere aktiv werden

Eine Gruppe von kreisweit wirkenden Ehrenamtlichen belebt das 2009 gegründete Bürgernetzwerk / Helfer sind jederzeit willkommen

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16. Januar 2015, 05:00 Uhr

„Für uns ist das Bürgernetzwerk alles, was Menschen miteinander verbindet“, sagt Günther Jacob. „Nicht nur in den eigenen Dörfern, sondern über Grenzen hinweg.“ Und damit umreißt er auch schon, worum es geht. Der Risum-Lindholmer ist einer von derzeit acht ehrenamtlich Engagierten des Bürgernetzwerkes Nordfriesland. Das vom Kreis Nordfriesland geführte Team, vertreten durch Ulrike-Beate Blum vom Fachbereich 4 „Kreisentwicklung, Bauen, Umwelt und Kultur“, besteht neben Günther Jacob aus den Freiwilligenkoordinatoren Günter Vogt (Husum), Gudrun und Rolf Niemeyer (Schwabstedt), Ulla Repen (Bordelum), sowie Andrea Packhäuser (Niebüll) und Michael Stanau (Niebüll). Letztere sind Ansprechpartner für Niebüll und Umgebung. Ihr Büro befindet sich im Amt Südtondern (Raum 104, 1. Stock, neben den Sitzungsräumen), ist mittwochs von 9 bis 11 Uhr geöffnet.

Das Bürgernetzwerk ist 2006 aus Arbeitsgemeinschaften heraus entstanden, war 2009 Leuchtturmprojekt des Bundes. Es bietet eine Plattform für Menschen, die Hilfe anbieten möchten und jene, die Hilfe benötigen, nach dem Motto „Man kennt einen, der kennt wieder einen, der was kann, macht oder weiß, wo der Bedarf ist“. Ulrike-Beate Blum: „Wir haben eine gewisse Beratungsfunktion, die man abruft, führen auch Menschen und Initiativen zusammen, die die gleiche Idee haben.“ Günther Jacob: „Es ist unsere Aufgabe, etwas für das Miteinander unter den Menschen zu tun.“ Die Ehrenamtler kommen aus verschiedenem Berufen, bringen Erfahrungen mit ein. Finanzielle Mittel für Fortbildungen, Versicherungen und Fahrten zu den Einsatzorten stellt der Kreis Nordfriesland. Die Helfer des Bürgernetzwerkes müssen sich im Gegenzug darauf einstellen, mindestens sechs Monate lang und sechs Stunden pro Woche die gewählten Aufgaben auszuüben.

Günther Jacob: „Jeder von uns bringt sich nach seinen Möglichkeiten ein.“ Das ist wichtig, denn die Einsatzgebiete der Koordinatoren sowie ihrer zu betreuenden Helferteams sind mannigfaltig, die Themen breit gefächert: Von der Begleitung von Senioren und Erkrankten über der Umsetzung einer Anerkennungskultur bis hin zur Unterstützung von „Machbarschaft Bredstedt und Umgebung“ – eine neu gegründete Nachbarschaftshilfe- und Tauschringinitiative. Ulla Repen aus Bordelum dazu: „Jeder hat Anspruch auf Hilfe, auch jene, die nichts dafür geben können.“ Vereine, Verbände und Initiativen (wie der Bürgertreff von Broder Brodersen in Dagebüll), aber auch Bürgermeister (beispielsweise aus Achtrup und Klixbüll) sind mit eingebunden, Kontakte zu den Gemeinden sehr wichtig.

Das erste Netzwerktreffen „Nachbarschaftshilfen an der Westküste“ fand am 27. November in der Nordsee Akademie Leck statt. Bereits im Sommer wurde dort ein mehrteiliger Zertigikatskursus zur Nachbarschaftshilfe unter dem Titel „Vom Brauchen und Gebrauchtwerden“ angeboten. Die Ehrenamtlichen vom Bürgernetzwerk sind präsent, werben für sich und ihre Arbeit, so in Leck beim Flugtag für Menschen mit Behinderungen oder bei der HGV-Messe. Die kostenlose Hilfe kann jeder in Anspruch nehmen. Sichergestellt ist aber, dass kein Missbrauch mit der Gutmütigkeit der Helfer betrieben wird. „Wir sind keine billigen Arbeitskräfte“, sagt Günther Jacob, und Ulla Repen ergänzt: „Wir achten darauf, niemandem den Arbeitsplatz wegzunehmen.“ Ulrike-Beate Blum wünscht sich mehr Mitstreiter jeden Alters. „Junge Menschen erhalten bei uns Kompetenzen, dokumentieren ihre Teamfähigkeit und ihr soziales Engagement.“

Bürgernetzwerk: Hier finden Sie die Ansprechpartner

Ein zweites Netzwerktreffen ist für den 19. März, ebenfalls wieder in der Nordsee Akademie Leck, geplant. Wer Interesse an dem Thema Nachbarschaftshilfen oder andere Fragen und Anregungen zu bürgerschaftlichem Engagement in Nordfriesland hat, kann sich an das Niebüller Büro  oder  das Bürgernetzwerk Nordfriesland wenden unter der kostenfreien Servicenummer 0800/0800676 oder unter der E-Mail-Adresse buergernetzwerk@nordfriesland.de. Weitere Informationen gibt es auch auf der Internetseite des Kreises unter www.nordfriesland.de.

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