Silvester in Südtondern : Mit Wumms und Glitzer ins neue Jahr

Die Geschwister Jessica und Kay Rubink lassen es ordentlich knallen am Silvesterabend.
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Die Geschwister Jessica und Kay Rubink lassen es ordentlich knallen am Silvesterabend.

Nur noch heute bieten die Supermärkte Feuerwerkskörper an , zu Reetdachhäusern muss Sicherheitsabstand gehalten werden.

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30. Dezember 2017, 03:06 Uhr

Südtondern | Hier und da kündigen sie sich schon an, dabei darf offiziell erst ab dem 31. Dezember gezündet werden. Das Feuerwerk soll, so glaubten die Menschen früher, böse Geister vertreiben – es drückt bis heute noch Vorfreude auf das neue Jahr aus. Eindecken können sich Freunde des Feuerwerks schon seit Donnerstag, seitdem darf die heiße Ware angeboten werden, heute ist die letzte Chance, noch an Feuerwerksartikel zu kommen.

Doch gerade in Südtondern sind die bunten Feuerwehrskörper mit Vorsicht zu genießen, denn für die vielen Reetdachhäuser sind sie eine große Gefahr. So geben Kreis, Amt und Feuerwehren bekannt, dass „im gesamten Gebiet des Amtes Südtondern am Sonntag, 31.Dezember und am Montag, 1. Januar, keinerlei pyrotechnische Gegenstände der Klasse II (Kleinfeuerwerk, wie zum BeispielRaketen, Schwärmer, Doppelschläge) in einem Umkreis von mindestens 200 Metern von reet- und strohgedeckten Gebäuden abgebrannt werden dürfen.“ Hierdurch soll verhindert werden, dass durch das Abbrennen von pyrotechnischen Gegenständen Brände in der Nähe beziehungsweise an Reet- und Strohdachgebäuden verursacht werden, da diese besonders brandempfindlich sind. „Diese ordnungsbehördliche Anordnung ist unbedingt zu beachten. Zuwiderhandlungen können mit empfindlichen Geldbußen geahndet werden“, heißt es weiter in der Mitteilung. Außerdem darf kein Feuerwerk in der Nähe von Altenheimen, Krankenhäusern oder Kindergärten abgebrannt werden. Wichtig beim Kauf der Pyrotechnik ist, dass es sich um sichere und legale Böller handelt. In und für Deutschland zugelassene pyrotechnische Artikel erkennt man an einer aufgedruckten BAM-Nummer beziehungsweise einer CE-Zertifizierungsnummer sowie den in deutscher Sprache aufgedruckten Handhabungshinweisen.

Südtonderns Amtswehrführer Oliver Jacobsen hofft darauf, dass es in diesem Jahr so ruhig abläuft wie zu den letzten Jahreswechseln. „Im letzten Jahr gab es drei Einsätze, dabei handelte es sich um Containerbrände, die durch fehlgeleitete Raketen ausgelöst wurden.“ Nichtsdestotrotz seien alle 32 Freiwilligen Feuerwehren im Amt Südtonern jederzeit ausrückbereit, teilt Jacobsen mit. „Ich habe in diesem Jahr selbst Bereitschaft und feiere mit einem guten Essen und ohne Alkohol“, so Jacobsen. Der Amtswehrführer betont, dass es äußerst wichtig ist, die Sicherheitsabstände zu den Stroh- und Reetdächern einzuhalten.

Aber wie knallwütig sind die Südtonderaner eigentlich? Das Nordfriesland Tageblatt hat sich in Leck umgehört. Famila-Geschäftsführer Hermann Schulze erklärt, dass der Verkauf am ersten Tag noch etwas schleppend begann, nun aber im vollen Gange sei. „Wir dürfen hier ja nur 70 Kilogramm Feuerwerkskörper zum Verkauf bereitstellen – aus Sicherheitsgründen – und heute müssen wir ständig was nachliefern“, erklärt Schulze.

Zwischen dem speziellen Silvester-Angebot tummeln sich auch durchgehend Kunden, auf der Suche nach dem Feuerwerk der Begierde. Jaqueline Thomsen ist auf der Suche nach den langen Wunderkerzen und nach etwas buntem, ohne lauten Knall. „Unsere Nachbarn haben Hunde, deswegen wird bei uns nicht geknallt“, erklärt die 24-Jährige. Anders sieht es bei Jessica und Kay Rubink aus. Die Geschwister feiern gemeinsam in Leck – und haben sich bereits mit einer Auswahl verschiedener Feuerwerkskörper eingedeckt.

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