Schulprojekt : Mit Verve und Esprit

Französin Cyrielle Clere stellte auf spielerische Weise Land und Sprache vor.
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Französin Cyrielle Clere stellte auf spielerische Weise Land und Sprache vor.

Erlebnis-Unterricht auf Französisch: Cyrielle Clere von FranceMobil war zu Gast in der Friedrich-Paulsen-Schule.

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10. Januar 2018, 17:47 Uhr

Niebüll | Pures Französisch hören: In diesen Genuss kamen kürzlich nur wenige Auserwählte der Friedrich-Paulsen-Schule. Cyrielle Clere von FranceMobil war auf Einladung der Französisch-Fachschaft am Niebüller Gymnasium und stellte allen sechsten Klassen auf spielerische Weise Frankreich und die französische Sprache vor. Die Idee ist, den Schülern bei der Wahl ihres Leistungsfaches beziehungsweise einer zweiten Fremdsprache zu helfen. Außerdem arbeitete die 24-jährige Studentin aus Besancon mit einigen Oberstufenkursen.

Der auf ein Jahr befristete Job bei FranceMobil kurz vor dem Master scheint ihr zu gefallen: Auch beim vierten Durchgang ist Cyrielle Clere noch taufrisch und engagiert. Ihrem Charme erliegen auch die Rabauken in der Klasse. Die Schüler der 6e finden sich schnell ein, obwohl ihr Besuch nur französisch spricht. Die angehende Lehrerin arbeitet viel mit Gestik und Mimik. Ihrem „Bonjour“ wird brav genauso geantwortet, nur einer kann sich das „Moin“ nicht verkneifen. Dann geht es an die Arbeit, es muss ihr Name geraten werden. Ganz nebenbei geht die Pädagogin dabei das Alphabet durch. Es wird viel gelacht – so bei der Aussprache „Asche“ – als Buchstabe „H“ bei uns bekannt. Mit einer gegenseitigen Vorstellung auf Französisch geht es im Kreis munter weiter, immer mit umfänglichen Begrüßungsgestus.

So genannte transparente französische Wörter wie Bonbon oder Balkon werden in er nächsten Runde per Schild auf dem Boden verteilt. Immer wieder ertönt bei der Aussprache Gelächter, so bei der Betonung von „Salade“. Das animiert zum Nachsprechen, das macht Lust auf mehr. Viel Freude macht dann auch die „Stille Post“, die Cyrielle Clere anleiert. Nicht immer kommt der richtige Begriff am Ende an. „Ich habe Popo verstanden“, ereifert sich ein Schüler. Die gut gelaunte Animateurin geht elegant darüber hinweg.

Dann werden die Schüler in drei Gruppen aufgeteilt. Wieder fliegen Begriffe per Pappe auf den Boden: Sekretär, Saison, Tourist ... Plötzlich holt die lebhafte Französin ihre Gitarre hervor und beginnt, schöne Chansons zu singen. Die Aufgabe ist nicht ganz einfach: Immer, wenn einer der ausgelegten Begriffe, ertönt, stürzen sich die Schüler zu Boden, um das entsprechende Schild zu ergattern.

Besonders die jungen Herren sehen hier eine Chance zu glänzen. Die Übung funktioniert genau deswegen bestens. Denn man muss schon genau hinhören, was Cyrielle Clere singt. Blamage für den, der sich zu früh hinunterbewegt. Der Spaßfaktor ist hoch – und hinterher bekennen alle, dass es ihnen sehr gefallen hat. „Das hat Spaß gemacht – und langweilig war es auch nicht!“

Nebenbei haben die Schüler das Alphabet kennengelernt, haben sich in der Aussprache mancher Begriffe geübt. Ob sie nun Französisch wählen werden, ist noch offen. Zumindest haben sie eine hautnahe Erfahrung gemacht, wie viel Freude Sprache lernen machen kann. Damit sind sie manchen Franzosen schon voraus. Auf die Frage, warum Franzosen kein Englisch sprechen, sagt Cyrielle Clere: „Wir können es – aber wir trauen uns nicht.“


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