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Bilderschau : Eine Ausstellung in Niebüll zeigt Werke des Malers Willy Knoop

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ab heute wird im Haizmann-Museum eine Schau mit Vertretern der Hamburgische Secession gezeigt.

Niebüll | „Unsere neue Ausstellung berührt unmittelbar den Nerv des durch Richard Haizmann geprägten Hauses!“ Fragend schaue ich Dr. Uwe Haupenthal an, denn dieser Satz bedarf der Erklärung. Der Leiter des Niebüller Museums steckt mitten in der Vorbereitung einer neuen Ausstellung, die dem Maler Willy Knoop (1888 – 1966) und weiteren Vertretern der Hamburgischen Sezession (Erich Hartmann und Fritz Kronenberg, dem Ehepaar Dorothea Maetzel-Johannsen und Erich Maetzel sowie Paul Kayser) gewidmet ist. Allein etwa 20 Werke Knoops werden zu sehen sein, allesamt in Öl oder als Aquarell gestaltet.


Als das Malverbot kam, ging er

Die Genannten waren sämtlich auch Künstlerkollegen von Richard Haizmann. Sie entwickelten sich in ihrem künstlerischen Schaffen zum größten Teil von der realen Gegenständlichkeit hin zu abstrakteren Bildformen. Dieser „Späte Sezessionsstil“ übte nach 1948 einen starken Einfluss auch auf die Malerei Willy Knoops aus.

Bis zur Anerkennung seines Schaffens hatte Knoop einen steinigen Weg zu begehen. Das biblische Wort, dass der Prophet nichts in seiner Vaterstadt gelte, traf auf den gebürtigen Lütjenburger voll und ganz zu. In seiner Heimatstadt fand er weder Anerkennung noch die Möglichkeit einer Ausstellung. Vereinzelt erbarmten sich Geschäftsleute und stellten seine Bilder in ihren Schaufenstern aus. Als der Nationalsozialismus den lediglich 1,52 Meter großen Künstler mit einem Malverbot belegte, verließ er mit seiner Ehefrau Deutschland. Belgrad, Wien und Graz waren Stationen, auf denen Knoop als „Schmierer mit verrückten Bildern“ diffamiert wurde. 1949 aber, wieder in seinem Lütjenburg (das mittellose Ehepaar wohnte in einer Hütte), kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel die Wende. Ein Journalist der Neuen Züricher Zeitung (NZZ), angetan von den farbenfrohen Bildern, gemalt von einer „unbändigen Kraft“ und einem „Vulkanausbruch“ gleichend, verfasste einen geradezu euphorischen Artikel.

Plötzlich war Knoop in aller Munde und erheischte die Aufmerksamkeit, die ihm so lange versagt blieb.

„Die Kunst des Aquarells ist in diesem Jahrhundert nirgends sicherer und überzeugender gemeistert worden“ – so die NZZ mit Blick auf die lebendigen, in breitem farblichen Spektrum gemalten Aquarelle. So Knoops 1953 entstandenes Werk „Der Hafen“, auf dem vor breit aufgeblähten Segeln vieler kleiner Schiffe bunte Wimpel im Wind flattern.


Seine Freude kann er nicht verbergen

Uwe Haupenthal kann beim Betrachten der Bilder, die nach sorgfältiger Sichtung und Hängung bereits den ihnen zugedachten Platz eingenommen haben,seine Freude über die neue Werkschau seines Hauses nicht verhehlen: „Wir sind besonders dem Leihgeber, Herrn Peter Raab verbunden, der Willy Knoop in den Mittelpunkt seiner privaten Sammlung gestellt hat. Auf diese Weise hat er den Künstler ein Stück weit dem Vergessen entrissen.“

Am heutigen Freitagabend wird die Ausstellung um 20 Uhr im Haizmann-Museum durch Uwe Haupenthal eröffnet.

Willy Knoop und die Hamburgische Secession, 8. Dezember 2017 bis 20. Januar 2018. Dienstag bis  Freitag 11 bis 16.30 Uhr; Sonnabend 11 bis 13 Uhr; Sonn- und Feiertage 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Anschrift: Richard-Haizmann-Museum, Rathausstraße 2, 25899 Niebüll.
 

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