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Nordfriesland Tageblatt

22. November 2017 | 21:27 Uhr

„Mit Spökenkieken hat das nichts zu tun“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Axel Preuschoff arbeitet als Supervisor und will seinen Patienten Lösungswege in privaten oder beruflichen Konfliktsituationen bieten

von
erstellt am 06.Apr.2014 | 14:36 Uhr

Axel Preuschoff hat sich mit einer systemischen Praxis in Karlum niedergelassen. Im Interview berichtet der ehemalige Leiter der Abendvolkshochschule Leck, was Familienaufstellung bedeutet.

Wohnen und arbeiten Sie dort (Karlum) ganz allein?

Axel Preuschoff: Meine neue Partnerin, die noch bis zum Sommer ein Mädchenheim leitet, wird danach hierher ziehen und in unserem Hause eine Praxis für synergetische Therapie eröffnen.


Sie selbst bieten systemische Supervision und Coaching bei persönlichen oder beruflichen Angelegenheiten an. Was ist darunter zu verstehen?
Wo Menschen mit Menschen zu tun haben, findet Kommunikation statt, entstehen Konflikte, können Belastungen auftreten. Hier kann Supervision als professionelle Beratungsmethode gefragt sein, denn diese dient der Reflexion des zwischenmenschlichen Verhaltens im Kontext von Arbeits- oder auch Familiensystemen. Ziel eines Supervisionsprozesses ist es, Lösungswege zu finden, qualifizierte Ergebnisse zu erreichen und emotional tragbare Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.


Welcher Personenkreis nimmt die genannten Dienste in Anspruch?
Einzelpersonen, Paare, Eltern, Arbeitsteams oder Führungskräfte.

Sie bieten regelmäßig auch ein Familien- und Systemaufstellen an, das Sie in den Räumen des Karlumer Pastorates durchführen. Können Sie dieses Verfahren einmal an einem konkreten Beispiel mal erläutern?
Ein Mann hat das Problem, dass er mit seinem Vater früher im Clinch lag und auch heute, als Erwachsener, immer noch negativ über ihn nachdenkt. Nun kommt er zu einem Familienaufstellen und sucht sich aus einer Gruppe von etwa zehn Personen je einen Rollenträger für seinen Vater, für sich selbst und seine Mutter heraus. Mit denen geht er durch den Raum und stellt sie – einem inneren Bild folgend – ohne nachzudenken nach seinem Gefühl irgendwo hin. Ich als Moderator beobachte dann das Ergebnis, stelle dann fest, ob sie zueinander in Beziehung stehen – oder nicht. Sein inneres Bild ermöglicht mir dann, damit zu arbeiten, indem ich die Rollenträger nach ihren Gefühlen befrage. Diese sind also ganz normale Menschen, die hingestellt werden und die Gefühle der – ihnen gar nicht bekannten – Personen, die sie repräsentieren, übernehmen. Das Spannende am Familienaufstellen ist, dass derjenige, der von der Person, deren Rolle er innehat, nichts weiß, auf einmal deren Gefühle übernimmt. Mit „Spökenkieken“ hat das nichts zu tun, sondern mit den „morphogenetischen („wissenden“) Feldern“.

Was ist damit gemeint?
Das Interessante an dieser Geschichte ist, dass man heutzutage immer mehr publiziert, dass die Gefühle der Herkunftsfamilie – also der Eltern-, Großeltern- und Urgroßelterngeneration – weitervermittelt werden. Man hat erforscht, dass Menschen die Gefühle ihrer Vorfahren, teilweise auch deren Krankheiten oder Traumata, in sich tragen.


Haben Sie aufgrund Ihrer Sonderausbildungen noch weitere psychotherapeutische Felder, die Sie „beackern“?
Ja, ich biete zum Beispiel auch ein spezielles Persönlichkeits-Coaching, Genogrammarbeit, das heißt die Erstellung systemischer Biographien zu Gegenwarts- und Herkunftsfamilien, einen offenen „Schamanischen Trommelkreis“ und – in Kleinwiehe – ein „Intuitives Bogenschießen“ an.




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