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Nordfriesland Tageblatt

26. September 2017 | 20:12 Uhr

Gesundheit : Mit Sebastian Kneipp zum Aha-Erlebnis

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Seit 25 Jahren leben die Mitglieder des Kneipp-Vereins Südtondern die Lehren des Sebastian Kneipp / Am Sonnabend wird gefeiert

von
erstellt am 05.Jun.2015 | 05:00 Uhr

Es ist noch früh an der Niebüller Badewehle. Doch die Sonne scheint, idyllisch spiegeln sich die Bäume im Wasser. Schon seit 8 Uhr sind acht Frauen des Kneipp-Vereins Südtondern wie an jedem Montag und Donnerstag auf den Beinen und machen hier am Ufer ihr Gymnastikprogramm. Übungen mit Terrabändern gehören dazu, danach steht Wassertreten auf dem Programm. Mutige schwimmen anschließend in dem 14 Grad kalten Wasser noch eine Bahn. Die Leitung hat heute Luise Block. „Im Sommer sind wir mehr Teilnehmer“, sagt Ilona Hahn-Nissen. Die 58-Jährige ist die Vorsitzende.

Vor 25 Jahren begann alles. Am 21. Juni 1990 wurde der Kneipp-Verein Südtondern im Niebüller Rathaus gegründet. Von den 34 Teilnehmern wurden 16 spontan Mitglied (den Vorsitz hatte Maria Nissen-Deutschmann inne). 141 Mitglieder – das Alter beträgt zwischen 50 und 90 Jahren – hat der Kneipp-Verein Südtondern heute, ein harter Kern von 20 nimmt regelmäßig an allen Aktivitäten teil. Und dazu gehört auch die Gymnastik an der Wehle. „Manchmal kommen von der benachbarten Jugendherberge junge Leute vorbei und machen spontan mit, oder es gesellen sich Touristen dazu“, berichtet Ilona Hahn-Nissen. Insgeheim wünscht sie sich noch mehr jüngere Mitglieder. Aber viele Teile des Programms finden morgens oder am Nachmittag statt. „Da arbeiten eben die meisten Jüngeren“, sagt sie. In den Wintermonaten stehen andere Übungen auf dem Programm. Tautreten auf dem Rasen oder Schneetreten. Treffpunkt ist dann die Begegnungsstätte. „Wichtig ist, die Übungen mehrfach zu wechseln, damit das Immunsystem aktiviert wird.“ Das Wassertreten ist eine Wissenschaft für sich. „Man sollte nur bis zu den Knien ins Wasser gehen und nicht zulange. Sobald der Reiz einsetzt, das heißt ein Kribbeln oder der Beginn eines leichten Schmerzes, sollte man wieder heraus.“ Elke Michaelsen (76) ist eine aus der treuen Fangemeinde. Was gefällt ihr am Kneipp-Verein? „Der Zusammenhalt. Wir sind eine nette Runde. Und natürlich das Gesundheitsprogramm.“

Christine Nommensen (58) ist die rechte Hand von Ilona Hahn-Nissen. Ihr Engagement beruht auf einen Grundsatz: „Ich muss von einer Sache überzeugt sein. Sonst fange ich sie gar nicht erst an.“ Und sie kann sich mit den Lehren von Sebastian Kneipp voll identifizieren. „Wir werden auch krank“, ergänzt Ilona Hahn-Nissen. „Aber wir werden etwas besser mit der Krankheit fertig, sind schneller wieder hergestellt.“ Das Vereins-Angebot ist groß, Workshops, Ausflüge und Vorträge ergänzen das sportliche Programm. Dazu gehört der Werte-Kreis. Geleitet wird er seit mehr als zehn Jahren von Karoline Friedrichs. „Einmal im Monat treffen wir uns an jedem letzten Freitag von 15 bis 17 Uhr. Meistens sind wir so acht bis zehn Teilnehmer.“ Mitmachen ist kostenlos. Die Themen? „Sie sind völlig verschieden. Ordnung, Ehrlichkeit, Mut und Vertrauen, Respekt. Was ist Liebe und wie wirkt sie sich aus?“ Jeder kann Vorschläge machen. Die meisten Teilnehmer sind Frauen, obwohl auch Männer willkommen sind. Zu dem Team der Übungsleiter gehören neben Luise Block und Karoline Friedrichs auch Elisabeth Hammerschmidt, Kristina Brandt (Qi-Gong) und Ute Szameit (Yoga). Valeska Schmidt-Tychsen bietet ebenfalls Yoga, Maria Nissen-Deutschmann das Frühlingfasten an.

Eine wahre Fundgrube ist nach zehn Jahren der aufwendig neu gestaltete Kräutergarten des Kneipp-Vereins Südtondern an der Jugendherberge. 2003 wurde er von Detlef Heyers, Dietmar Hansen und dem Landschaftsgärtner Hartmut Nissen angelegt. In nur einem Tag schufen die drei Männer beispielsweise eine Kräuterspirale aus Feldsteinen, die heute das Glanzstück des Gartens ist. Jede Menge Arbeit, Erfahrung, Einsatz und Ideenreichtum, dazu die Unterstützung von Firmen, Sponsoren und Förderern waren über die Jahre nötig, um aus dem ehemaligen Rasenstück eine Oase der Düfte, Farben und der Ruhe zu schaffen. Sitzecken, ein Wasserspiel und ein Da Vinci-Bogen laden zum „Abschalten“ ein. Ilona Hahn-Nissen verzichtet auf Plastikschilder, hat Feldsteine, die wie Lunge, Nieren oder Herzen geformt sind, passend beschriftet. Sie zeigen, um welche Pflanzen es sich handelt und wofür sie gut sind. Ein Lehrpfad für Schüler und Erwachsene.

Ilona Hahn-Nissen ist dankbar – für die Hilfe ihres Ehemannes Hartmut und des Hausmeisters Jochen Dopp. Und für die Hilfe vieler Unterstützer, die nicht nur die Arbeit, sondern auch das Jubiläumsfest möglich gemacht haben. Über das aktuelle Programm gibt der neue Flyer Auskunft. Hahn-Nissen: „Kneipp muss man selber erfahren und spüren, dann kommt das Aha-Erlebnis.“

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