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Nordfriesland Tageblatt

20. August 2017 | 14:12 Uhr

Mit quicklebendiger Fingerfertigkeit

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Beim letzten Sommerkonzert der Saison begeisterten die Musiker auf spieltechnisch und interpretatorisch hohem Niveau: Die Kirchengemeinde Emmelsbüll-Neugalmsbüll beendete die Konzert-Serie in ihrer St. Gallus-Kirche mit Klängen von Ulrike Jürgensen (Blockflöte) und ihrem Ehemann Hans-Werner (Orgel). Das Künstlerehepaar hat seine familiären Wurzeln in Nordfriesland und sich – nach vielen erfolgreichen Erfahrungen im In- und Ausland auf allen Gebieten der instrumentalen Kirchenmusik – im Nachbarort Emmelsbüll niedergelassen.

Die Werke des Abends stammten fast alle aus der Zeit des Barock. Hiervon ausgenommen waren nur drei spätromantische, satztechnisch aber Johann-Sebastian Bach nachempfundene Kompositionen von Johannes Brahms wie „O Gott, du frommer Gott“ (op. 122, Nr. 4 und 7). Bei letzteren lag der jeweils breit angelegte, von bewegtem Laufwerk umspielte Cantus firmus im Sopran. Der warme Klang der Marcussen-Orgel aus dem Jahre 1891 brachte die gefühlvollen Klänge besonders eindrucksvoll zur Geltung. Eröffnet hatte Hans-Werner Jürgensen das Programm mit der – wie eine Toccata aufgebauten – „Sonatina d-moll von Christian Ritter. Das abwechslungsreiche Werk lehnt sich stilistisch an die „norddeutsche Orgeltradition“ an und klang mit einem strahlenden Dur-Akkord aus. Sehr gut gelang dem versierten Interpreten auch die Wiedergabe des „Konzertes h-moll (LV 133) für Orgel“, der meisterlichen Bearbeitung einer von Antonio Vivaldi verfassten Komposition für Orchester.

Ulrike Jürgensens Meisterleistung des Abends bestand in der souveränen Darbietung der spieltechnisch besonders anspruchsvollen „Fantasie I, C-Dur, für Altblockflöte solo. Dank quicklebendiger Fingerfertigkeit und ausgereifter Atemtechnik gelang ihr dies ganz hervorragend. Gemeinsam zelebrierte das Duo die Werke „Sonata g-moll, op. 5, für Altblockflöte und Orgel“ von Arcangelo Corelli sowie eine „Sonata a-moll für Sopranblockflöte und Orgel“ von Diogenio Bigaglia (1676-1745). Bei der Wiedergabe beider Sonaten übernahm die Flötistin den Führungspart, während der Organist die Blockflöte in souveräner Manier begleitete. So geschah es auch bei der abschließenden „Sonate B-Dur (HWV 377) von Georg Friedrich Händel, deren schnelle Ecksätze vor Fröhlichkeit nur so strotzten, während das Adagio ausgesprochen getragen einherkam.

Hervorzuheben ist noch das an schwankenden Stimmungen reiche Präludium G-Dur für Orgel solo mit anschließender Fuge gleicher Tonart von Nikolaus Bruhns. Hans-Werner Jürgensen gelang es, die im Wechsel von Laufwerk, akkordischen Passagen und improvisatorischen Einschüben geprägten Teile der phasenweise als „wild“ empfundenen Komposition eindrucksvoll zur Geltung zu bringen.


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erstellt am 28.Sep.2015 | 18:00 Uhr

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