Ladelund : Mit Pfeil und Bogen zur Meisterschaft

Der Compoundbogen unterscheidet sich von herkömmlichen Bögen durch die Umlenkrollen (oben im Bild zu sehen). Lars Tobiesen (l.) aus Jerrishoe/Tarp ist Deutscher Jugend-Vizemeister. Foto: Ulrich Jeß
Der Compoundbogen unterscheidet sich von herkömmlichen Bögen durch die Umlenkrollen (oben im Bild zu sehen). Lars Tobiesen (l.) aus Jerrishoe/Tarp ist Deutscher Jugend-Vizemeister. Foto: Ulrich Jeß

Der Compound-Bogen ist kein Kinderspielzeug: Mit ihm abgeschossene Pfeile sind sehr schnell und darum nicht ungefährlich. In Ladelund trafen sich Freunde dieser interessanten Sportart zu einem Übungs-Wochenende.

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28. Oktober 2008, 09:09 Uhr

Ladelund | Auf Initiative und Einladung des Leiters der Bogenschützen-Sparte im TSV Ladelund, Michael Claussen, fand am Wochenende in der Turnhalle der dänischen Internatsschule, der "Ladelund Ungdomsskole", der "3. Compound-Convent-Nord" statt.

Mit der Anwendung eines schlichten Flitzebogens hat das Compound-Schießen kaum etwas zu tun. Auch setzt es sich deutlich von der olympischen Disziplin des Bogenschießens ab, bei dem die traditionellen "Recurver"-Bögen zum Einsatz kommen. Die Unterschiede bestehen im Wesentlichen darin, dass für den Compoundbogen spezielle Materialien verwendet und die Zugseile über Umlenk-Rollen geführt werden, die eine Art von Flaschenzug-Effekt bewirken. So muss der Schütze weniger Muskelkraft aufwenden und der Pfeils wird erheblich schneller.
Von weither angereist
Zu dem zweitägigen Trainingslager fanden sich 18 Aktive ein. Sie kamen aus Bredstedt, Harrislee, Jerrishoe, Ladelund und Mildstedt. Aber auch aus dem thüringischen Eichsfeld waren Sportler gekommen, um sich unter der Leitung des erfahrenen Trainer-Ehepaares Horst und Bettina Kleinfeld aus Griebel in Ostholstein in der Kunst Compoundbogen-Schießens zu üben. Ein geselliges und ein sportliches Wochenende stand ihnen in Aussicht.

So locker man auch miteinander umging: Auf ein Höchstmaß an Sicherheit wurde mit Strenge geachtet. Denn welch eine Kraft von den für den Laien recht eigenwillig aussehenden Sportgeräten ausgeht, lässt sich schon daraus ersehen, dass aus 18 Metern Entfernung auf Scheiben geschossen wird, deren Zentren einen Durchmesser von nur zwei Zentimetern haben. Diese Mitte zu treffen, wird mit zehn Ringen honoriert. Die Scheiben werden per Kimme und Korn anvisiert. "Wir hoffen darauf," so sagte Michael Claussen, "dass diese Art des Bogenschießens in absehbarer Zeit auch ins olympische Sportprogramm aufgenommen wird."
Bundesdeutscher Vizemeister
Bis dies soweit ist, begnügen sich die Compoundbogen-Schützen damit, untereinander auf allen Ebenen Wettkämpfe und Meisterschaften auszutragen. Unter den Teilnehmer des Ladelunder Trainings-Events befand sich auch Lars Tobiesen aus Jerrishoe, ein besonders begabter Jugendlicher, der zur Zeit bundesdeutscher Vizemeister ist und auch in der Jugend-Rangliste den zweiten Platz einnimmt. Bei der jüngsten Deutschen Meisterschaft der Compoundbogen-Schützen verfehlte er den Titel nur um einen einzigen Ring. In der Disziplin des Bogenschießens im Freien rangiert er an dritter Stelle. Auch aktuelle und ehemalige Titelträger auf Landesebene und aus unteren Ligen beteiligten sich am gemeinsamen Training.

"Der sportliche Nutzen und der Spaß an unseren Compound-Convents-Nord spricht sich allmählich weit herum", so Michael Claussen, "denn wir haben sogar schon Anfragen aus anderen Bundesländern wie Niedersachsen und Bayern. Darum müssen wir jetzt darauf achten, dass uns unser Projekt nicht aus dem Ruder läuft."

Worte des Dankes fand der Spartenleiter für das Engagement und die Umsichtigkeit von Horst und Bettina Kleinfeld. Auch für das freundliche Entgegenkommen des Leiters und der Mitarbeiter des "Ladelund Ungdomsskole", die die Halle samt ihrer Nebenräume zur Verfügung gestellt hat, bedankte er sich. Ein Extradank galt auch Brigitte Hansen, die in eigener Regie für die Verpflegung der Bogenschützen gesorgt hatte.

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