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Lebhaft und keck: Singvögel wie die Blaumeise sind beliebt.
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Lebhaft und keck: Singvögel wie die Blaumeise sind beliebt.

Der NABU Niebüll/Leck blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück und freut sich über eine steigende Mitgliederzahl

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30. März 2017, 11:24 Uhr

„2016 war für uns ein gutes Jahr“, diese Feststellung traf die Vorsitzende der NABU-Ortsgruppe Leck/Niebüll Irmtraud Clausen in ihrem Bericht auf der Jahreshauptversammlung im Naturkundemuseum. Die Ortsgruppe der heimischen Naturschützer lebt seit 14 Jahren mit einem Novum: sie wird von einer zweiten Vorsitzenden geleitet, weil sich niemand bereit erklärt hat, sich als erster Vorsitzender wählen zu lassen. „Aber wir sind guter Dinge, schon bei der nächsten Jahresversammlung einen Kandidaten für dieses Amt präsentieren zu können“, sagte Irmtraut Clausen, die den Jahresbericht erstattete.

Der NABU präsentierte seinen Mitgliedern 14 Angebote, die von 200 Personen wahrgenommen wurden. Den Kern bildet ein „ganz treuer“ Kreis von Mitgliedern, denen sich immer wieder neue Naturliebhaber dazugesellen. Bei der Gestaltung der Termine galt die Devise „Never change a running System“. „Auf diese Weise wollen wir auch weiterhin die Freude an unserer schönen Natur vermitteln“, ließ Irmtraut Clausen anklingen.

Der erste Termin fand auf dem Ochsenweg statt, „als es noch Schnee gab“, wie sie hinzufügte. Im Februar und März folgten eine Führung durch den Rickelsbüller Koog und ein Spaziergang durch die schon frühlingshafte Bordelumer Heide sowie über den Stollberg, wo auf dem Sendeturm ein Wanderfalke ins Blickfeld kam. Im April wurden auf den Friedhöfen Leck und Niebüll Vogelstimmen „abgehört“ – und bei der Tour nach Angeln 91 Vogelarten erlebt. Die Frühwanderung im Langenberger Forst im Mai findet schon seit Jahren statt. Dieses Mal gab es eine bühnenreife Vorführung von Baumpieper, Trauerschnäpper und Misteldrossel. Im Juni ging es durch Wald- und Moorgebiete der Flusslandschaft Obere Treene.

Im zweiten Halbjahr folgten Exkursionen nach Broager, in den Beltringharder Koog und die Lütjenholmer Heide und im schon ungemütlichen Oktober im Fahretofter Westerkoog Beobachtungen der Kornweihe und des Turmfalken. Im Dezember ging der Adventsfeier eine Winterwanderung durch den Süderlügumer Forst voraus.

Was sonst noch geschah? Gar nicht erfreut war der NABU über die Baumfällungen im Mai, bei denen Krähennester zerstört und junge Krähen verletzt und auch getötet wurden. Die Staatsanwaltschaft sei in dieser Sache tätig geworden. Mit Kindern aus Leck wurde während der Sommerferien eine Fahrt zur Hamburger Hallig veranstaltet. Der NABU Leck/Niebüll folgte Einladungen zur Vorstellung der Pläne für die Gestaltung des FFH-Gebiets Soholmfeld. Zu guter Letzt wurden eine Schwalbenmöwe in Fahretoft und eine seltene Elfenbeinmöwe auf Hooge gesichtet – und für 59 „Twitscher“ (Superornithologen) eine Sonderfahrt organisiert.

Im Rahmen der Regularien erstattete Annegret Hettich-Kühl den Kassenbericht, in dem Einnahmen von 810 Euro Ausgaben von 703 Euro gegenüber standen.

Der örtliche NABU zählt zurzeit 222 Mitglieder – Tendenz leicht steigend. NABU-Landesvorsitzender Hermann Schulz wollte Irmtraut Clausen mit der goldenen Ehrennadel auszeichnen – die ihr aber schon 2011 verliehen wurde.

Die JHV im Niebüller NKM klang aus mit einem Rückblick von Werner Bock (80) auf seine Jahre als Vogelwart und Betreuer der Hallig Habel. Er hatte die Hallig zeitweise mehrfach im Auftrag des LKN und NPA bewohnt. Von seinem Fahretofter Domizil aus, in dem er zusammen mit Ehefrau Luise auch sozial engagiert ist, ist es nur eine kurze Distanz zur Halligwelt, die den einstigen Hanseaten fasziniert.

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