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Nordfriesland Tageblatt

16. Dezember 2017 | 14:15 Uhr

„Mit Herz, Hirn, Händen und Humor“

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ein Jahr Konduktive Mehrfachtherapeutische Tagesbetreuung: Mitarbeiter vom Haus „KoMeT“ ziehen ein Fazit

von
erstellt am 20.Feb.2015 | 10:34 Uhr

In der Betreuung schwerstbehinderter Menschen hat die Zeit bisweilen eine besondere Wertigkeit. Das wurde in einem Pressetermin der Haus KoMeT gGmbH deutlich, die auf ein alles in allem erfolgreiches erstes Jahr „Konduktiver Mehrfachtherapeutischer Tagesbetreuung (TaB)“ zurückblickt.

Begonnen wurde mit dieser Maßnahme Anfang Februar 2014 im Hause von Armin und Rebecca Albers. Seit August vergangenen Jahres findet sie im Förderzentrum (ehemals Drei-Harden-Schule) statt, wo vom Schulträger zwei Klassenräume angemietet wurden.

Leiterin des Gesamtprojekts ist Dipl.-Psychologin und staatlich geprüfte Mehrfachtherapie-Konduktorin Rebecca Albers. In der Bezeichnung „Konduktorin“ (kommt aus dem lateinischen Verb conducere und bedeutet zusammenführen) fließen Begriffe wie Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie und Pädagogik zusammen. Ihr zur Seite stehen Pädagogen, Pflegekräfte und Therapeuten – je fünf Voll- und Teilzeitkräfte. Die Tagesbetreuung für zunächst zwei Schwerstbehinderte – das sind Wanja (25) und Jenny (27) – findet montags bis freitags von 8.30 bis 16.30 Uhr statt. Am Mittwoch kommt eine achtköpfige Fördergruppe hinzu. Betreut, gefördert und konduktiv therapiert wird in vollem Tages- bzw. Wochenprogramm, in dem Erhalt und Ausbau der Bewegungsfähigkeit, Sprache, kreative Aufgaben und Selbsthilfe auf dem Stundenplan stehen – aufgeteilt in eine Fülle von Detail-Themen und alles unter dem Motto „Was wir machen, machen wir richtig.“.

Erfolge bleiben nicht aus. Beispiel dafür ist die dreijährige Jana, die das Laufen „nicht auf die Reihe bekam“ und nach relativ kurzer Zeit in der Gruppenförderung herumspringt, als hätte sie nie damit Probleme gehabt. „Jeder auch nur kleinste Fortschritt ist ein Erfolg“, sagt Rebecca Albers, die sich mit ihrer Klientel das Ziel gesetzt hat, deren Bewegungsfähigkeit zu erhalten und auszubauen, in täglichen Verrichtungen selbstständig zu agieren, sich steuern und selbstbestimmen zu können und zu einer Gesamtpersönlichkeit zu entwickeln. „Fördern eben mit Herz, Hirn, Händen und Humor“, haben sich Rebecca Albers und ihr Team auf die Fahne geschrieben.

Das ist in der „gGmbH“ noch nicht alles. In nicht allzu ferner Zukunft soll es die Möglichkeit ambulant betreuten Wohnens im „Haus KoMeT“ geben, teilte der Vorsitzendes des Fördervereins, Peter Blohm, mit. Auf der Agenda der Gesellschaft steht ein Bauvorhaben auf einem 5000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der Carl-Ludwig-Jessen-Schule und dem Risumer Weg.

Die Baukosten für zunächst acht Wohneinheiten und vier Plätze für die Kurzzeitpflege in einem ersten Bauabschnitt bezifferte Blohm mit 1,2 Millionen Euro. Die Haus KoMeT-gGmbH rechnet mit finanzieller Hilfe aus der Aktion Mensch. Planerisch (mit städtischem F- und B-Plan) ist das Projekt auf dem Weg. Architektin Ursula Limbrecht bringt den Bauplan zu Papier.

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