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Weihnachtskonzert : Mit Herz, Hand, Seele und Geist

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Gemeinsam mit Susanne Böhm (Sopran), Angie Henschen (Alt) und Georghe Vlad (Tenor) gibt die Kantorei St. Willehad am Sonnabend ein Konzert

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2015 | 16:40 Uhr

Noch eine Woche, dann ist der große Auftritt. „Freue dich!“ – unter diesem Motto steht das Weihnachtskonzert der Kantorei St. Willehad am Sonnabend, 17. Dezember, 17 Uhr. Ob in der Probe Anspannung statt Freude herrscht? Weit gefehlt: Schon im Flur des Gemeindehauses hört man angeregte Gespräche und Gelächter – die fröhliche Grundstimmung stimmt schon mal. Dann verstummt das Geschnatter – die Probe beginnt, Kantor Thomas Hansen ruft zur Gesangsgymnastik. Rund 50 Sänger und Sängerinnen recken sich, lassen die Arme schwungvoll fallen, rütteln und schütteln sich auf Ansage. „Und jetzt ein tiefer Chorseufzer!“, fordert Hansen auf und bekommt ihn. „Aioli“, Miau, oder „Wirtschaftswunder“ werden zu wohlklingenden Tonleitern, imaginär spannen die Mitglieder goldene Klangfäden oder lassen Pfeile durch den Raum sausen.

Derart gelockert und eingestimmt widmet sich der Chor nun den Werken, die am Sonnabend, 17. Dezember, in der St. Willehad-Kirche erfreuen sollen. „Mit Herz, Hand, Seele und Geist – so könnte man die Auswahl der Stücke überschreiben. Wir wollen die Sinne ansprechen“, erläutert Thomas Hansen. „Das Hauptstück ist Vivaldis Gloria, das steht für Geist, es eröffnet einen ganz eigenen kleinen Kosmos.“ Das Herzstück repräsentieren laut Hansen die Advents-Choräle von Graupner. Und das Seelenstück sei Telemanns „Uns ist ein Kind geboren“, anklingend an polnisch-mährische Folklore: „Das ist ganz besonders.“ Fehlt nur noch das Handstück, Torellis Trompetenkonzert.

„Freue dich!“ – das trifft auch auf Kantor Hansen zu: „Ich bin mir sicher, dass in diesem Konzert Zauber der Weihnacht spricht. Zarte Töne liebkosen das Jesusbaby, schmetternde Trompeten bejubeln das überirdische Wunder, bekannte Weihnachtsmelodien im kunstvollen Gewand gehen ans Herz, schwingende, herrliche Melodien verzaubern.“ Damit dieses Versprechen auch eingelöst werden kann, wird an jeder Feinheit gefeilt. „Ich starte jetzt als Orchester durch“, sagt Hansen und haut in die Tasten des Keyboards, der Chor legt los, bis der Kantor unterbricht. „Bei ’den Gott aus Gnad’ allein’ muss es stärker sein, das ist Begeisterung, wie ein Lichtstrahl. Ihr seid die Diamanten“, wendet sich Hansen an die Bassstimmen, „aber ihr seid die Laserstrahlen“, erinnert er die Sopranistinnen. Auch die anderen Lagen haben Beinamen: „Gezügelte Leidenschaft“ nennt Hansen die Alt-Stimmen, den Tenor lobt er als „Leistungsträger“.

Hier ein bisschen lauter, dort etwas leiser, nicht an den falschen Stellen dazwischenatmen, den Kiefer mehr abhängen, nicht alles „aus dem letzten Lameng“ – der Chor setzt Korrekturen prompt um, und der Kantor ist begeistert: „Es haut mich um – das war berückend.“ Nur von seinem eigenen Spiel ist er nicht ganz überzeugt: „Als Orchester könnte ich mein Geld nicht verdienen“, murmelt Hansen. Das kann er am nächsten Sonnabend jedoch auch getrost anderen überlassen: Das renommierte Göttinger Barockorchester, Kennern noch vom letztjährigen Weihnachtsoratorium im Ohr, übernimmt die instrumentale Begleitung. Zudem bekommt die Kantorei Unterstützung von den Solisten Susanne Böhm (Sopran), Angie Henschen (Alt) und Georghe Vlad (Tenor).
„Freue Dich! - Wunder der Weihnacht“ am Sonnabend, 17. Dezember, 17 Uhr, St. Willehad-Kirche; Karten gibt es im Gemeindebüro (Süderstr. 6), bei der Buchhandlung Brendel in Leck und der Bücherstube Leu in Niebüll, Restkarten an der Abendkasse.

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