Dagebüll : Mit Hang zur Nostalgie

Wolfgang Hinrichsen, umgeben von seinen Sammelobjekten.  Foto: dew
Wolfgang Hinrichsen, umgeben von seinen Sammelobjekten. Foto: dew

Der Dagebüller Wolfgang Hinrichsen sammelt Exponate zum Thema "130 Jahre Fahrradgeschichte".

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11. Juni 2013, 07:27 Uhr

Dagebüll | Die Faszination von allem, was sich auf der Straße mit Motor- oder Muskelkraft bewegt, schien ihm in die Wiege gelegt. Als sich später für ihn und seine Frau die Notwendigkeit dazu gesellte, von A nach B zur Arbeit zu kommen, war für Wolfgang Hinrichsen der Weg vorgezeichnet, sich näher mit zwei- und vierrädrigen Vehikeln zu befassen und sie zu sammeln. Was daraus geworden ist, kann man in seiner Sammlung bewundern, die einen Bogen über gut und gerne 130 Jahre Fahrrad- und Motorrad-Geschichte überspannt.

Wolfgang Hinrichsen ist gelernter Karosseriebauer und war der letzte Lehrling von Meister Heinrich Petersen ("Heie Juuler").

In jungen Jahren behalfen sich er und Ehefrau Marion mit zwei Mopeds der Marken "Puch" und "MZ". Nach und nach motorisierte sich die Familie "hoch", bis zu einem Renault R 4. Nebenher fährt er nach seiner ersten 250-er BMW R 25/2 ein modernes Nachfolgemodell. Wolfgang Hinrichsen legte stets Wert darauf, nur solche Fahrzeuge zu benutzen, die er selbst pflegen, warten und instand setzen kann.

Doch die eigene und familiäre Mobilität reichte ihm nicht. Schnell erweiterte sich sein Interesse auf alles, was der Fortbewegung auf einfachem Level dient. So entstand eine Sammlung, die ihresgleichen sucht - bestehend aus Fahrrädern mit und ohne Hilfsmotor, Mopeds, Motorrädern, einem Hochrad und einem etwa 120 Jahre alten hölzernen Kinderfahrrad.

Dazu kam eine Vielfalt von Zubehör wie Karbid-, Petroleum- und Kerzenlampen, Tachos, Kilometerzählern, Klingeln. Nebenher sammelt Hinrichsen Automodelle en miniature, Uhren und Fachliteratur. Er selbst ist - obwohl nur Autodidakt - eine Art lebendiger Enzyklopädie, weil jedes Sammelstück so seine Geschichte hat, die er auch erzählen kann.

Hinrichsen ist vor allem an alter Technik interessiert. Dann und wann stellt er für Aktionen auch mal Exponate zur Verfügung. So veranstaltete die Dorfgemeinschaft seines Dagebüller Wohnplatzes Waygaard dreimal die "Sommerliche Halligwarft", auf der er mehrere seiner Motorräder ausstellte. Gleichgesinnten Interessenten an alter Technik stellt er gerne auch Ersatzteile zur Verfügung. Er hat Freunde in Dänemark, er besucht Ausstellungen und hat ständig ein Auge auf weitere Exponate. Zuweilen wird ihm auch mal ein Sammelstück zur Verfügung gestellt.

"Wünsche habe ich immer noch", sagt Hinrichsen. Seine Augen leuchten, wenn er seine Sammlung um ein Stück ergänzen kann. Absoluter Wunschtraum wäre eine "Indian Big Chief", eine der Harley Davidson ähnliche Maschine, die nicht mehr gebaut wird, von der Wolfgang Hinrichsen nur ein Spielzeugmodell in seiner Vitrine stehen hat.

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