Hans-Momsen-Haus : Mit großen Schritten in die Vergangenheit

Hans-Werner Paulsen – wie man ihn zumeist im Momsen-Haus antrifft.
Hans-Werner Paulsen – wie man ihn zumeist im Momsen-Haus antrifft.

Im Anbau mit dem Hausbrunnen werden Speisekammer, Café und die Café-Küche Platz finden

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18. Juli 2014, 05:00 Uhr

Die Restaurierung des Hans-Momsen-Hauses auf der Fahretofter Gabrielswarft tritt in eine neue Phase. Der 1967 errichtete Anbau an der Nordseite des Hauses wird abgerissen, neu aufgemauert und der Bauweise des etwa 300 Jahre alten Hauses angepasst. „Jetzt können wir die uns von Friede Springer, der Witwe des Verlegers Axel Springer, zugesagten 50 000 Euro anfordern“, sagte Hans-Werner Paulsen, der Vorsitzende der Hans-Momsen-Gesellschaft, die Bauträgerin des „Jahrhundertprojekts“ ist, das voraussichtlich im nächsten Jahr abgeschlossen sein soll.

Endprodukt des mutigen Unterfangens soll einmal in etwa der Zustand des Hauses wie zu Lebzeiten des Mathematikers, Landwirts und Astronomen Hans Momsen (1735-1811) sein. Darüber hinaus soll es ein Museum und ein Café beherbergen.

Im Innern des Hauses ist die Dörnsch „im Rohbau“ fertig. Ein Teil der Wandverkleidung besteht aus 1000 handbemalten „holländischen“ Kacheln, übrigens eine Sisyphusarbeit des Fahretofter Malers Georg Bohnsack. Alkoventür und Wände, teilweise mit einem Paneel verkleidet, sind für die Malerarbeiten vorbereitet. Rundum soll noch eine Fußleisten-Heizung eingebaut werden. Ähnlich fortgeschritten ist das Jacob-Lützen-Zimmer, benannt nach dem Seefahrer und Urgroßvater Momsens, bezogen auf die Schifffahrt und gesponsert von der Hafengesellschaft Dagebüll. In der Küche hat der im Urzustand aufgemauerte Herd seine „Feuerprobe“bestanden.

Im Anbau mit dem Hausbrunnen werden Speisekammer, Café und die Café-Küche Platz finden. Für die Verlegung des Fußbodens stehen 80 aus dem Keller geborgene, 31 mal 31 Zentimeter große Platten zur Verfügung, die der Urgroßvater Momsens von einer seiner Fahrten aus Skandinavien mitgebracht haben soll. Außerdem wird aus dem Anbau eine Treppe zum Dachboden hinaufführen. Der Anbau muss aus statischen Gründen erneuert werden. Das gilt auch für seinen Dachstuhl, der umgezimmert und der Dachkonstruktion des Hauses angepasst wird. An der teils auszubessernden, teils zu erneuernden Reetbedachung beteiligt sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit 5000 Euro.

Insgesamt rechnet die Hans-Momsen-Gesellschaft mit Kosten von 250 000 Euro – ehrenamtliche Eigenleistung nicht eingerechnet. Eine große Hilfe war Friede Springer, die zunächst 74 500 Euro spendete und nach einer Besichtigung des Objekts weitere 50 000 drauflegte. Alles in allem fehlen der Hans-Momsen-Gesellschaft noch etwa 75 000 Euro, bis das Haus fertig ist.

Das Haus Hans Momsens wies eine Reihe von Besonderheiten auf. Die Decken im Hause waren, wie der Malerin Frauke Gloyer auffiel, höher als im normalen Friesenhaus. Das sei ein Anzeichen dafür gewesen, dass seine Bewohner von einigem Wohlstand waren. Auch war der Katschur, das tragende Element für den Dachstuhl, im Flurbereich um etwa einen Meter unterbrochen. Es soll überliefert sein, dass Hans Momsen dadurch die Haustür in der Höhe so veränderte, dass er nach den Sternen gucken konnte.

Nach Momsen lebten in seinem Haus Godber Petersen (Gabrielswarft), Jacob Sibbersen (Rickertswarft), Abel Sibbersen und zuletzt Marianne Sönnichsen, die heute in Niebüll lebt.

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