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Nordfriesland Tageblatt

20. Oktober 2017 | 13:21 Uhr

Breitbandausbau : Mit Geduld zum Turbo-Netz

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

In Risum-Lindholm und Stedesand ist eine zukunftsfähige Internetverbindung bereits angekommen – in Aventoft ist Geduld gefragt

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2014 | 05:00 Uhr

Filme downloaden, Streamen, Internettelefonie oder im Home-Office arbeiten: In Risum-Lindholm und Stedesand ist der Traum vom schnellen Internet bereits wahr geworden. Denn in diesen Gemeinden ist der Ausbau durch die Breitbandnetzgesellschaft (BNG) abgeschlossen. Im Niebüller Gewerbegebiet Ost und Süd, Braderup sowie Uphusum hat der Ausbau begonnen. In Klixbüll, Klanxbüll und Ellhöft läuft gerade die spannende Phase: Dort haben jüngst Infoveranstaltungen stattgefunden (oder finden demnächst statt), was bedeutet: Wenn sich jetzt genug Bürger für einen Vertragsabschluss entscheiden, werden diese Gemeinden für die schnelle Internetverbindung über Glasfaserkabel erschlossen.

Vier Jahre ist es her, dass auf Initiative der Arge Netz und Erzeugern von Erneuerbaren Energien die Breitbandgesellschaft gegründet wurde, an der sich auch die Ämter Südtondern und Mittleres Nordfriesland mit insgesamt fünf Millionen Euro beteiligt haben. Zielsetzung der Initiative: Zukunftsfähige Breitband-Anschlüsse für die Region zu liefern. Seit zwei Jahren wird am Glasfaserkabel-Netz gebaut. Insgesamt 24 000 Anschlüsse in 50 Kommunen: „Das ist ein Mammut-Projekt“, sagt BNG-Geschäftsführerin Ulla Meixner mit Blick auf den dünn besiedelten, großflächigen Raum, den es zu erschließen gilt.

Die Finanzierung stemmen viele Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien – Bürgerwindparks sowie Solar- und Biogasanlagen-Betreiber. Einen großen Beitrag zum Eigenkapital leisten auch die Kommunen über ihre Ämter. Dritter großer Gesellschafter ist die Eon Hanse AG.

Um nach den Investitionen für den Ausbau auch Erträge hereinzubekommen, kann nur schrittweise geplant werden, welche Gemeinde angeschlossen wird. Die BNG hat das Gebiet in fünf Tranchen mit jeweils zehn bis zwölf Gemeinden eingeteilt, größere Orte wie Leck und Niebüll noch einmal in sogenannte Cluster, das heißt, sie werden nach und nach erschlossen. Im kommenden Jahr stehen in Südtondern der nächste Niebüll-Cluster, Galmsbüll, Sande, der erste Leck-Cluster, Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog, Bosbüll, Holm und Tinningstedt auf dem Breitband-Plan.

Welche Gemeinden als nächste an die Reihe kommen, hängt laut BNG-Geschäftsführerin von technischen und wirtschaftlichen Komponenten ab: „Wir haben im Süden angefangen und arbeiten uns sternförmig nach Norden vor.“ Zwar stamme sehr viel Eigenkapital aus Erneuerbaren Energien, was aber nicht heiße, dass nur Gemeinden mit viel Windenergie zum Zuge kämen: Das Konzept sieht vor, dass finanzstärkere Gemeinden im Rahmen der Solidargemeinschaft schwächere Kommunen in der einzelnen Tranche mitzieht. Denn die Anschlusskosten pro Haushalt dürfen nach Vorgabe einen Betrag von 3500 Euro nicht überschreiten.

Entscheidend ist zudem, dass genügend Bürger pro Gemeinde mitziehen. „Die Frage ist nicht: ,Können wir es uns leisten, ein Glasfasernetz-Zugang zu haben?‘, sondern ,Können wir es uns leisten, kein Glasfasernetz zu haben?‘“, verdeutlicht Meixner. „Hier ist Solidarität gefragt – auch wenn man persönlich heute vielleicht noch keinen konkreten Bedarf an schnellem Internet hat.“

Lieber heute als morgen möchte sich die Gemeinde Aventoft dem Breitband-Netz anschließen, deren Einwohner mit einer sehr schlechten Internetversorgung leben müssen – das weiß die BNG-Geschäftsführerin aus vielen Gesprächen. Weil jedoch von Süden her erschlossen werde, müssten nördliche Gemeinden leider warten, bis die Glasfaser weiter in den Norden vorgedrungen ist. Immerhin: 2020 soll der Breitband-Ausbau abgeschlossen sein. So lange möchte Aventofts Bürgermeisterin Christine Harksen nicht warten. „Ich hoffe, dass das schneller geht. Kürzlich hat vier Tage lang mein Telefon nicht funktioniert. Und meine E-Mails kann ich auch nicht jeden Tag lesen“, berichtet sie. „Schnell mal etwas im Internet nachgucken – das geht in Aventoft und Rodenäs nicht.“

Für sie selbst und ihre Generation sei das Internet nicht so wichtig; „aber ich denke an die Schüler, Geschäfte und andere, die beruflich auf eine schnelle Internetverbindung angewiesen sind.“ Sie habe eigentlich gehofft, dass Aventoft im nächsten Jahr „dran“ sei – „doch das wird wohl nicht so sein, wir haben keine Windmühlen, ich weiß.“ Die Gemeinden der Wiedingharde hätten jedoch bereits eine Feinplanung für den Breitbandausbau in Auftrag gegeben – „damit geht es vielleicht doch schneller.“

 

 

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