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Tauschen und Reparieren : Mit Gebrauchtem Gutes tun

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Morgen startet Klixbülls Tauschbörse „Station 1“ in der Hauptstraße / Soziales Projekt soll die Gemeinschaft fördern

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 07:30 Uhr

Wie wäre es mit einem 2700-Liter-Flüssiggastank, einem Tannenbaumfuß oder etwas Maschendrahtzaun? Die 73 Gegenstände, die sich aktuell auf der Bestandsliste der neugegründeten Tauschbörse „Station 1“ befinden, könnten kaum unterschiedlicher sein. Ob Handwerksbedarf, Computerzubehör oder Küchenutensilien – das Angebot, das derzeit schon einige Regale in dem umgebauten Carport füllt und auch auf der Homepage der Gemeinde Klixbüll eingesehen werden kann, ist vielfältig. Aber ob es Anklang findet, wird sich am morgigen Sonnabend, 17. Oktober, zeigen. Dann nämlich startet offiziell das Vorhaben „Station 1: Nehmen und geben“.

Hinter dem Namen verbirgt sich eine Tauschbörse der Bürgerstiftung, die den öffentlichen Bücherschränken in Städten ähnelt. Interessierte (nicht nur Klixbüller) können in der Hauptstraße 104 nach Absprache mit Hauke Harder, der die Einrichtung betreut, Dinge bringen, die sie nicht mehr benötigen – in der Hoffnung, dass sich wiederum andere Leute finden, die diese gut gebrauchen können. Ziel ist es, die Lebensdauer von Utensilien zu verlängern und damit letztendlich Abfall zu vermeiden, weshalb die Station 1 auch von der Abfallwirtschaftsgesellschaft Nordfriesland initiiert wurde.

Um aber auch sicher zu gehen, dass nicht nur Gebrauchtes in die Station gebracht wird, sondern von dort auch wieder neue Besitzer findet, gilt bei der Station 1 zumindest derzeit noch: „Nehmen ist seliger als geben!“ Andernfalls könne die Station demnächst überquellen, fürchtet Hauke Harder. Die Bürger sollen also vor allem nehmen – kostenlos, wobei eine Spende erwünscht ist, die dann der Bürgerstiftung und später dem geplanten Dörpscampus zugute kommt.

Am Sonnabend startet auch erstmals das „Repair-Café“. Dort können die Besucher kaputte Gegenstände zur Reparatur abgeben und bei einer Tasse Kaffee warten, bis diese bestenfalls gleich instandgesetzt sind. Ein Netzwerk aus den verschiedenen Fähigkeiten der Klixbüller soll dafür künftig gebildet werden, ohne dabei in Konkurrenz zu ortsansässigen Betrieben zu gehen. Hauke Harder: „Meine Mutter kann beispielsweise nähen. Andere können gut Fahrräder reparieren, jeder kann etwas.“ Und Ziel sei es, beim Austausch von Fertigkeiten die Gemeinschaft zu fördern. „Früher gab es in Klixbüll noch den Tischler, Schuster, Schmied, Sattler und Friseur im Dorf. Das gibt es nicht mehr. Nun muss man sich selbst helfen. Gebraucht wird nicht der Mann für alle Fälle, sondern die Mannschaft für alle Fälle“, formuliert es Broder Brodersen, gebürtiger Klixbüller, der sich bereits auf die Eröffnung freut. „Bei dieser Einrichtung handelt es sich um ein soziales Projekt, an dem jedermann teilnehmen kann“, betont auch Bürgermeister Werner Schweizer. „Uns kommt es auf eine lebendige Nachbarschaft an und darauf, etwas nachhaltig zu bewegen.“

Die Station 1 wird morgen um 10 Uhr mit buntem Rahmenprogramm offiziell eröffnet und montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet oder nach Vereinbarung (Telefon 04662/77414) erreichbar sein. Bei der Eröffnung wird Ulrike Beate Blum (Bürgernetzwerk Nordfriesland) zugegen sein und zu dem, was im Zuge nachbarschaftlichen Miteinanders möglich ist, das Gespräch anbieten.

 



❍ Die Bestandsliste der Station 1 findet sich unter www.klixbuell.de.


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