Berufliche Schule Niebüll : Mit Formeln Verpackungen optimieren

<dick>Ein vollbesetzter Chemie-Hörsaal</dick> ist gespannt darauf, was die vier Mathematikerinnen (vorn) in Sachen Verpackung zu präsentieren haben. Foto: dew
Ein vollbesetzter Chemie-Hörsaal ist gespannt darauf, was die vier Mathematikerinnen (vorn) in Sachen Verpackung zu präsentieren haben. Foto: dew

Schüler bewiesen ihr Können vor Publikum. Eine Gruppe demonstrierte angewandte Mathematik. Eine andere beschäftigte sich auf Englisch mit positivem und negativem Schicksal.

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01. April 2010, 06:17 Uhr

Niebüll | Über praktische Beispiele Bezüge herstellen: Mit dieser Zielsetzung gingen Gymnasiasten der beruflichen Schule Niebüll drei Projekte an, die einen Tag vor dem Start in die Osterferien präsentiert wurden.

Mithilfe angewandter Mathematik zeigten Schüler und Schülerinnen des 12. Jahrganges am Beruflichen Gymnasium, wie man die Verpackung für ein Produkt optimieren kann. Eine Englisch-Lerngruppe stellte unter dem Stichwort "destiny" (Schicksal) dar, was man im Leben sieht und auf sich zukommen lassen muss. "Leben" lautete das Thema eines Deutschkurses, der zu später Stunde in der Stadthalle auf einer emotionalen Exkursion eine Fülle von Facetten des Lebens beleuchtete.

Auch die Rückkehr des gymnasialen Bereichs vom Kurssystem in den Klassenverband hat der seit langem an der Beruflichen Schule Niebüll geübten Projektpraxis nichts anhaben können. "Raus aus der kopflastigen Materie - mehr Kreativität in den Vordergrund stellen", brachte Studiendirektor Karl-Heinz Schmidt auf den Punkt, was die Schule will und bei den Schülern ankommt. "Sie machen mit und sind begeistert", lobt der Pädagoge eine lernbereite Schülerschaft und sieht sich in dieser Art von Unterrichtsformen bestätigt.

Die Schüler des 12. Jahrganges haben in den Fächern mit erhöhtem Anforderungsniveau (EA) - das sind Mathematik, Deutsch und Englisch - mehrere Wochen an den Projekten gearbeitet und stellten sie Mitschülern, Eltern und Lehrern vor: die Lerngruppe Mathematik um das Kollegiumsmitglied Eckhard Thierbach vormittags im Hörsaal Chemie, die Englisch-Gruppe unter Leitung von Gerhild Morgenroth und Renate Johannsen anschließend in der Stadthalle und der Deutschkursus von Christina Tuschik und Nicole Köhler abends ebenfalls in der Stadthalle.
Optimale Verpackung für Chips

Die Mathe-Gruppe erzählte ihre "Verpackungsgeschichte" in Form einer Unterrichtsstunde, in der es darum ging, die optimale Verpackung für eine Chips-Dose zu finden. Bei jeweils gleichem Volumen wurde anhand von drei Alternativen der geringste Materialaufwand ermittelt. Bei Volumen und Oberfläche halfen Formeln, bei Ermittlung des Optimums an Verpackungsmaterial eine Funktionsgleichung.

Die Englisch-Lerngruppe zeigte auf, was man so an schicksalhaft Unabwendbarem erleben kann wie Krankheit, Unfall und Armut - oder an Positivem wie Liebe, Glück oder einer Flaschenpost. Für die Präsentation wurden verschiedene Darstellungsformen gewählt wie Videoclips oder Powerpointsequenzen - dazu auch die "Lingua Franca", eine Verkehrssprache, wie sie in verschiedenen Bereichen angewendet wird.

Wie das Leben sein kann - lebendig und bunt eben - so setzten Schüler und Schülerinnen des Deutschkurses Inhalte mithilfe von Theaterspiel, Lesung, Sprechgesang oder "Poetry" in Szene. "Sie haben lange daran gearbeitet", berichtete Nicole Köhler, "auch über das normale Maß hinaus - am Tag vor der Präsentation gar bis gegen Mitternacht und standen morgens putzmunter zur ersten Stunde auf der Matte."

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