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Nordfriesland Tageblatt

22. August 2017 | 01:59 Uhr

Mit dem Postpaket kam auch die Liebe

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Diamantene Hochzeit: Heute vor 60 Jahren gab Erika Leckband ihrem Hans in Wanderup das Jawort

Am heutigen Tage begehen Hans und Erika Leckband, Leck, nach 60-jähriger Ehe das Fest ihrer diamantenen Hochzeit. Der Diamantbräutigam wurde am 18. März 1929 in Flensburg geboren, wo er als zweitjüngstes von vier Kindern eines Fernfernmeldetechnikers zusammen mit zwei Brüdern und einer Schwester aufwuchs. Nach neunjährigem Besuch der „Mürwik-Schule“ entschloss er sich, beruflich seinem Vater nachzueifern und bei der Reichspost eine Beamtenlaufbahn anzustreben. Dieser hatte ihm geraten: „Geh` man zur Post! Der Rock ist zwar eng, aber warm.“ 1944 startete er in seiner Heimatstadt seine berufliche Karriere als Jungbote. Da er sich in allen Situationen als geschickter und alle Probleme rasch erfassender Postler bewährte, machte er in seiner Laufbahn rasche Fortschritte. Quasi als Belohnung durfte er ein Jahr lang in einem Postbus als „Fahrgeld-Erheber“ tätig sein. Anschließend wurden ihm am Postamt am Flensburger Bahnhof besonders knifflige Aufgaben anvertraut, die den Zoll-, Auslands- und Paketdienst betrafen. Noch als Postschaffner lernte er in Wanderup bei der Aushändigung von Paketen die Verkäuferin Erika Nommensen kennen, ohne zu ahnen, dass sie einmal seine Ehefrau werden würde.

Die Diamantbraut wurde am 23. September 1928 in Leck als jüngste von drei Töchtern eines Malermeisters geboren und im Alter von 14 Jahren in der St. Willehad-Kirche konfirmiert. An der „Volksschule mit Aufbauzug“ ihres Heimatortes erwarb sie die „Mittlere Reife“. Anschließend zog sie zu ihrem Onkel nach Wanderup, um in dessen Kaufhaus gegen Kost und Logis als Verkäuferin zu arbeiten. Nach ihrer ersten, bereits erwähnten Begegnung mit Hans Leckband freundete sie sich mit diesem an und verlobte sich 1952. Am 1. November 1954 folgte in Wanderup die standesamtliche Trauung. Kurz nach der Hochzeit gelang es dem Ehepaar, per Ringtausch nach Leck zu übersiedeln und in der Dachkammer des bislang von fünf Familien bewohnten Elternhauses der Erika Leckband unterzukommen. Hans Leckband verrichtete fortan seinen Dienst am Postamt Leck, wo er – wiederum als „Mädchen für alles“ – seine Erfahrungen im Schalter-, Rundfunk- und Zeitungsdienst anwenden konnte und auch für den Personalrat tätig war. Seine Ehepartnerin kümmerte sich derweil um die Wohnung und den Garten und pflegte ihre alte Mutter. Gerne half sie auch in den Textilgeschäften der Firmen Muesfeldt oder Holst als Verkäuferin aus, wenn dort Hilfsbedarf bestand. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, je ein Sohn und eine Tochter. Das Jubelpaar hat heute drei Enkelkinder. Anlässlich der Taufe des Sohnes wurden die kirchliche Trauung des Paares und die Taufe des Hans Leckband durch Pastor Bruchwitz nachgeholt.

Anfang der 60-er Jahre wechselte Hans Leckband ans Postamt Niebüll, wo er als engagiert arbeitender Sozialbetreuer fungierte und allen Mitarbeitern bei Bedarf beistand. Mehrere Legislaturperioden hindurch gehörte er auch – als bürgerliches Mitglied – dem Sozialausschuss der Gemeindevertretung Leck an. 16 Jahre lang verwaltete er als Schatzmeister die Kasse des DRK-Ortsvereins Leck. Auf Vorschlag von Bürgermeister Ernst Kripke wurde ihm das DRK-Ehrenkreuz verliehen. Als leidenschaftlicher Sänger im Männerchor Leck erhielt er sowohl vom Deutschen Sängerbund als auch vom Schleswig-Holsteinischen Sängerbund deren goldene Ehrennadel. „Durch das Singen reagierte ich so manchen beruflichen Ärger erfolgreich ab“, so Hans Leckband. Nach seiner Pensionierung im Jahre 1994 widmete er sich ehrenamtlich weiterhin sozialbetreuerischen Aufgaben.

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erstellt am 31.Okt.2014 | 13:27 Uhr

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