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Im Gespräch : Mit dem Landesvater auf dem roten Sofa

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Ministerpräsident Torsten Albig stellte sich gestern Nachmittag im Niebüller „Haus Hinte“ den Fragen von sieben jungen Asylsuchenden.

Torsten Albig (SPD) nahm sich Zeit und hielt sich gestern länger in Nordfriesland auf. Zuerst eröffnete er die Messe Nord Gastro & Hotel in Husum, dann war er Gast bei Danisco in Niebüll und schließlich kam er auch in das „Haus Hinte“ (ein Zuhause auf Zeit für Jugendliche aus Problemfamilien), das damit nach seiner Inbetriebnahme im Juni 2012 eine weitere Sternstunde erlebte. Auf dem roten Sofa des Hauses nahm Ministerpräsident Albig Platz, wo er von sieben unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden interviewt wurde.

Zuvor hatte Hausleiterin Anne Hansen mit dem Haus, einer Einrichtung des Diakonischen Werks Südtondern, bekannt gemacht und erläutert, wie und wo die überwiegend aus dem vorderen Orient stammenden jungen Leute betreut werden – zwischen 14 und 18 Jahren alt und teils in Niebüll, teils in Leck untergebracht. Aus dem Kreis der 30 Junioren erzählten Mohammad, Idrees, Ehsan und Hamid, wo ihr Zuhause ist, wie sie über das Mittelmeer oder auf dem Landweg per Schlauchboot oder zu Fuß über Griechenland und andere Zwischenstationen nach Deutschland kamen und was sie jetzt tun. Übereinstimmend nannten sie den Schulbesuch als Hauptbeschäftigung und ihre Bemühungen, die deutsche Sprache zu lernen. Sie gaben eindrucksvolle Kostproben ihrer Deutschkenntnisse. Übereinstimmend brachten sie auch den Dank zum Ausdruck, in Sicherheit zu sein und auch die bange Hoffnung, in Deutschland noch lange zur Schule gehen und womöglich studieren zu können. Der eine freute sich, eine Arbeit zu verrichten, der andere beim TSV-Rotweiß Fußball spielen zu können.

Der Part dieser Begegnung mit dem Landesvater war von Fragen und Antworten bestimmt. Thorsten Albig zeigte Geduld und gab Antworten zu allem, was die jungen Leute bewegt. Er gestand ein, dass auch sein Land lernen musste, die plötzlich aufgetretenen Probleme zu meistern – und mittlerweile eine Menge geschafft hat. „Wir haben vor allem den Eindruck gewonnen, dass ihr lernen wollt“, attestierte er den jungen Leuten und empfahl ihnen, den bestmöglichen Schulabschluss anzustreben. Als Tür zur Zukunft nannte er die Sprache des Landes, versäumte auch nicht zu erwähnen, dass die Beachtung der „Spielregeln“ dieses Landes Voraussetzung für ein gedeihliches Miteinander sei. Der Ministerpräsident unterschied unter den Asylsuchenden zwischen denen, die Schutz suchen und denen, die ihr Zuhause wegen der Lebensumstände verlassen haben.

Zum Schluss hatten die Jungen Wünsche, die sie auf einen Zettel schrieben und sie dem hohen Gast in einer Schatulle mitgaben. Die „Schule“ kam besonders häufig vor, der Begriff „Angst“ aber auch. Doch Albig tröstete, dass man vor etwas Fremden durchaus Angst haben könne und gab den Rat: „Lernt das Fremde kennen, dann werdet ihr es auch mögen.“ Siehe auch Seite 12

 

Nächster öffentlicher Termin in Südtondern im Landtagswahlkampf: „Torsten Albig im Gespräch“ in Leck am Donnerstag, 16. Februar, 19 bis 20.30 Uhr, Nordsee-Akademie (Flensburger Straße 18).




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erstellt am 14.Feb.2017 | 19:54 Uhr

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