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Denksport : Mit Blitzschach ins Landes-Halbfinale

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Lecker Schachsenioren spielen sich ins Halbfinale des Landesmannschaftspokals / Interesse am Strategiesport in Leck seit 50 Jahren ungebrochen

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2015 | 05:00 Uhr

Wer eine „Bauernkette“ für einen Volkstanz hält, bei dem Wort „Damenflügel“ an ein Musikinstrument denkt oder aber die „Königswanderung“ als monarchische Leibesertüchtigung abtut, der wird bei Schachkennern Gelächter auslösen. Auch in der Gemeinde Leck ist die Gefahr, in ein solches Fettnäppfchen zu treten, groß. Denn hier ist die Begeisterung für den Denksport seit 50 Jahren ungebrochen. Solange gibt es die Schachsparte des MTV Leck. Jetzt gelang den Schachsenioren des Vereins der Sprung in das Halbfinale des Landesmannschaftspokals. Ein Erfolg, der bei Manchen die Erinnerung an goldene Zeiten der Lecker Schachsparte wach ruft.

„Eine Partie in diesem Wettbewerb kann bis zu viereinhalb Stunden dauern“, sagt Spartenleiter und Vorsitzender des Schachbezirks Nord, Harald Eis. Zeit, die die Spieler für taktische Überlegungen nutzen, bevor sie ihre Spielfiguren über das Schachbrett schieben. Um die Bedenkzeit der Spieler zu messen, müssen die Duellanten nach jedem Zug eine Stechuhr drücken. Führt ein Spieler in zwei Stunden weniger als 40 Züge aus, hat er automatisch verloren. Diese Wettkampfbedingungen sind nötig, um die Spielzeit zu begrenzen. „Andernfalls könnten die Partien mit Unterbrechungen schon mal mehrere Tage dauern“, weiß Harald Eis. Das Königsspiel lebt von der Konzentration, räumlichem Denken, Erfahrung und Strategiewissen. Es ist die Faszination an dieser Herausforderung, die viele Mitglieder der Schachsparte des MTV bereits ein Leben lang begleitet. Zu dieser Sorte gehört auch der Lecker Dr. Burkhard Forbrich: „Schach hat mich von Kindesbeinen an interessiert“, sagt der 74-Jährige. Der pensionierte Richter ist einer von momentan 30 aktiven Schachspielern im Verein. Acht davon gehören wie Forbrich der Seniorensparte an, die nun gespannt auf das erreichte Halbfinale wartet, dessen Termin bisher noch nicht feststeht.

Auch wenn dem strategischen Brettspiel die Aufregung und Dynamik eines Fußballspiels fehlt, waren nun die entscheidenden Partien der Lecker gegen die zweimaligen Finalisten Schwarzenbek selbst für Schachverhältnisse hochspannend: In einer echten Zitterpartie konnten sich die Schachsenioren in der Besetzung mit Dr. Burkhard Forbrich, Niels Falsig, Wolfgang Ipsen und Dietlind Meinke im Viertelfinale gegen den alten Rivalen durchsetzen. Zunächst endeten alle vier gleichzeitig gespielten Partien unentschieden, so dass die Entscheidung im Blitzschach fallen musste. Diese Variante des Schnellschachs sieht fünf Minuten Bedenkzeit pro Spieler und Partie vor. Aber auch das brachte noch keine Entscheidung – wieder stand es unendschieden. Also mussten alle noch einmal „blitzen“, und dieses Mal klappte es mit Lecker Siegen an den Brettern 2 und 3 und einem Remis an Brett 1. Zum zweiten Mal hintereinander im schleswig-holsteinischen Halbfinale werden die Schachsenioren des MTV Leck nun wieder als Außenseiter auf eines der Favoritenteams aus Lübeck, Kiel oder Rendsburg treffen.

Gerne erinnern sich die Schachfreunde Harald Eis und Burkhard Forbrich bei einem solchen Erfolg an die „goldenen Zeiten“ der Schachsparte, als der Verein in den 70-er Jahren sogar in der Bundesliga mitmischte: „Damals haben wir auch mehrere Landespokalsieger gestellt“, so Forbrich. Nachdem die Schachsparte des MTV Leck im letzten Jahr bereits erstmals die Landeseinzelmeisterschaften ausgerichtet hat (wir berichteten), sieht es nun so aus, als würden die Schachbrett-Strategen auch in diesem Jahr an den Erfolg anknüpfen.  

 

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