Abschied : „Mister Laptop“ geht in den Ruhestand

Die Neuen und die Alten: Ingwer Christophersen,  Achim Müllejans,  Berthold Brodersen und  Hans-Jürgen Grube.
Die Neuen und die Alten: Ingwer Christophersen, Achim Müllejans, Berthold Brodersen und Hans-Jürgen Grube.

Berthold Brodersen hat sich als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Nordfriesland-Nord einen Spitznamen und viel Respekt verdient. Der 61-Jährige wurde feierlich verabschiedet.

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19. November 2013, 07:30 Uhr

Wachablösung in der Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft (KHS) Nordfriesland-Nord an der Rathausstraße 19: Berthold Brodersen (61), der die „Schreibstube des Handwerks“ zwölf Jahre leitete, geht in den Vorruhestand. Seine Nachfolge hat der Dipl.-Betriebswirt Achim Müllejans (53) angetreten.

Brodersen, seit Kriegsende vierter Geschäftsführer der KHS Südtondern, wie sie auch genannt wird, wurde im Beisein von Vertretern und Partnern des Handwerks sowie der Kommunalpolitik und Verwaltung im Friesenhof feierlich verabschiedet. Kreishandwerksmeister Hans-Jürgen Grube listete Stationen aus dem Lebensweg des scheidenden Geschäftsführers auf.

Der gebürtige Niebüller studierte nach seinem Abitur 1971 an der FPS Volkswirtschaftslehre in Kiel und übernahm 1987 die Stelle eines Prokuristen und kaufmännischen Leiters im Autohaus Höpner. 2001 bewarb er sich um die vakante Geschäftsführerstelle an der KHS. „Seine Entscheidung, zu uns zu kommen, war ein Glücksgriff für uns“, bewerte Grube die Einstellung Brodersens durch seinen Vorgänger Martin D. Hansen. Mit der Devise, dem heimischen Handwerk zu dienen, wurde er, wie ihm sein Arbeitgeber attestierte, „zu einem Dienstleister, wie er leibt und lebt“. Er sei auf die Betriebe zugegangen, machte Akquise, überzeugte und schaffte es, die Zahl der Mitgliedsbetriebe von 277 auf heute 324 zu erhöhen. Grube: „Die Zahl der Innungsbetriebe war überall rückläufig, aber nicht bei uns.“ Weil er oft mit Beamer, Leinwand und Laptop unterwegs war, trug ihm das den Spitznamen „Mister Laptop“ ein.

Über die Bürotür hinaus knüpfte er eine Vielzahl von Kontakten, baute ein Netzwerk auf, in das er die Berufliche Schule Niebüll, die Politik, die Bildungs-und Arbeitswerkstatt, Landwirtschaft und Landfrauen einbezog und, wie Grube auflistete, in Ebenen wie Innungskrankenkasse, Weiterbildung, Ausbildungsbetreuung, Arbeitsplatzsuche tätig wurde und auch am Arbeitsgericht mitwirkte. Hans-Jürgen Grube: „Man könnte noch viel mehr über ihn sagen. Er hat das Vermögen der der KHS vermehrt. Er war ein ehrlicher Partner des Handwerks.“

In der vom Pressereferenten des nordfriesischen Handwerks Birger Bahlo moderierten Veranstaltung kamen Freunde und Wegbegleiter des scheidenden Geschäftsführers zu Wort. Ulrich Mietschke, Präsident der Bundes-AG der Kreishandwerkerschaften und des Handwerks Schleswig-Holstein etwa sagte: „Er wurde von seinen Geschäftsführer-Kollegen hoch geachtet. Er stellte uns Wissen zur Verfügung und hat uns allen im Lande geholfen. Und er war kollegial, ein Kumpel und machte alles mit.“ Olaf Küter, Vorstandsvertreter bei der Nospa: „Er war einer, der es schaffte, Institutionen zusammen zu bringen und war mit dabei, als die Jugendhandwerks-Medaille geschaffen wurde.“ Als „Freundin von nebenan“ sprach Petra Schenkluhn (KHS Flensburg Stadt und Land). Sie erinnerte an die grenzüberschreitenden Aktivitäten – und manche Situation, in der er zu schlichten und gute Stimmung zu verbreiten wusste. „Ich war immer froh, wenn Berthold da war“, erinnerte sich Ex-Chef Martin D. Hansen.

Seine Mitarbeiter aus dem Hause KHS überreichten ihm einen Präsentkorb und ein zahnförmiges Balkenstück aus dem Fachwerk des Wasserturms, der Berthold Brodersen ebenfalls Herzenssache war und dank seiner Mitwirkung längst als Glanzleistung heimischen Ehrenamts und Sponsorings weit über die Grenzen Niebülls bekannt geworden ist.

Berthold Brodersen bleibt der KHS im Rahmen der „Altersteilzeit“ noch erhalten, um eine Reihe von Aufgaben abzuarbeiten. Ende des Monats tagt die Obermeister-Versammlung, in der die Wahl eines Kreishandwerksmeisters ansteht. Als Nachfolger Grubes ist Ingwer Christophersen (Obermeister der Malerinnung) im Gespräch.

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