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Nordfriesland Tageblatt

23. Oktober 2017 | 08:53 Uhr

Seefahrt : Missionskutter zu Gast im Hafen

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Noch bis Sonntag bleibt die 76 Jahre alte „Elida“ in Dagebüll / Arche NF bietet verschiedene Aktionen: Vom Molen-Gottesdienst bis zur Rundfahrt

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erstellt am 22.Aug.2015 | 05:00 Uhr

Das ewige Leben, von dem im 3. Kapitel des Johannes-Evangeliums die Rede ist, hat er zwar nicht. Aber er ist immerhin stattliche 76 Jahre jung – der Missionskutter „Elida“, der am Donnerstag pünktlich an der Dagebüller Nordmole festmachte. Mit einem eleganten Satz sprang Skipper Martin Saal an Land und fiel mit den Worten „Hier bin ich“ Pastor Thorsten Mohr in die Arme.

Damit hatte auch das viertägige Gastspiel des kleinen Kutters begonnen, eingeladen von der Arche Nordfriesland für ihr diesjähriges kleines Sommerintermezzo, mit betont maritimem Touch. Gestern war die „Elida“ auf einer Rundfahrt durchs Wattenmeer unterwegs. Heute ab 10 Uhr sind beim Open Ship Neugierige willkommen. Von 14.30 bis 16 ist eine kleine Rundfahrt vorgesehen. Anschließend musiziert die Arche-Band „Alike“ und um 19.30 Uhr legt die „Elida“ nochmals zu einem Törn ab. Der Sonntag beginnt um 11 Uhr mit einem Molen-Gottesdienst der Arche. Um 12 Uhr ist wieder Open Ship und um 15 Uhr Start zu einer abschließenden Rundfahrt.

Die heutige „Elida“ lief 1939 auf einer norwegischen Werft vom Stapel. Vor Island diente die als Fischkutter. Ihr damals mit Kupferplatten beschlagener Rumpf war gegen Eisgang gefeit. In den norwegischen Fjorden fuhr sie in Diensten der Post. Der Zeit bei der Post folgte ein Umbau, nach dem der Kutter bis 1972 maximal 98 Personen befördern durfte – plus zwei Mann Besatzung. Heute darf der kleine Segler nur noch bis zu 20 Personen an Bord haben. In Schweden stieg das Schiff zu einem „Salondampfer“ auf und wurde vor allem gastronomisch genutzt. Die Passagiere wurden in einem eigens dafür am Heck eingerichteten Salon untergebracht.

Seit 1994 ist das Schiff – bis dahin unter dem Namen „Maria II“ unterwegs – im Besitz von Martin Saal. Der neue Eigner benannte sie in „Elida“ um und stellte den kleinen Kutter in missionarische Dienste. Doch ist der Missionskutter bei Hafenfesten entlang der deutschsprachigen Ostseeküste gerngesehener Gast. Seltener sieht man ihn auf der etwas raueren Nordsee.

Martin Saal baute den Kutter drei Jahre lang um und präsentierte ihn 1997 erstmals unter neuer Flagge und mit neuem Namen in der Lübecker Bucht vor. Mittlerweile tingelt der Kutter zwischen Flensburg und Wolgast, zeigt aber zuweilen auch in der Welt des Wattenmeers Flagge – und feiert mit seinem Gastspiel bei der Arche NF und dem ersten Besuch Dagebülls eine Premiere.

Schiffsführer Martin Saal, eigentlich Kfz-Mechaniker von Beruf, Ehemann einer Lehrerin und wohnhaft in Bielefeld, ist auf seiner „Elida“ Kapitän, Steuermann, Smutje, Schiffsjunge und Vollmatrose in einer Person. Mit dem Niebüller Pastor Thorsten Mohr ist er befreundet. Keine Frage war für ihn, der Einladung der Niebüller Freikirchler zu folgen und Kurs von Bremerhaven via Helgoland auf Dagebüll zu nehmen.

Seine Besatzung ist zurzeit eine Gruppe von Jugendlichen, die teilweise aus Flensburg und Niebüll kommen. Die „Elida“ ist übrigens in Kiel beheimatet. Ihre Fahrt nach Dagebüll machte sie ausnahmsweise nicht unter Segeln, sondern bediente sich des Diesels, mit dem der Skipper technisch und professionell auf Du und Du steht.

 

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