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Südtondern erleben : Ministerin lobt gelebte Sprachförderung

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Im Rahmen ihrer Sommertour informierte sich gestern Bildungsministerin Britta Ernst über die Kursangebote des Diakonischen Werks.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2015 | 08:00 Uhr

Auch für Flüchtlingskinder gilt: Ab zur Schule! Diesem Erfordernis kommt das Diakonische Werk Südtondern auf besondere Weise nach. Unter dem Motto „Südtondern erleben“ bot es im Ferienmonat August zwei erlebnispädagogische Kurse für eine außerschulische Sprachförderung für maximal je 15 Kinder an – den einen für Elf- bis 16-Jährige, den anderen, der übermorgen zu Ende geht, für Sechs- bis Zehnjährige. Bildungsministerin Britta Ernst informierte sich auf ihrer Sommertour über die Maßnahmen des Diakonischen Werks.

Grundlage für die Aktivitäten bildet ein entsprechender Vertrag zwischen dem Ministerium für Schule und Berufsbildung und der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände. Danach werden den Verbänden in diesem Jahr zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt, damit sie Flüchtlingskindern nachmittags und während der Ferien Freizeitangebote machen, die der Sprachförderung dienen. Einbezogen sind kulturelle Offerten und Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche ausländischer Herkunft. Die deutsche Sprache soll spielerisch und in freundschaftlichem Umgang miteinander gelebt und gelernt werden.

Das Praxisprojekt zur Sprachförderung und Integration erläuterte Nicole Saballus, Geschäftsführerin des Diakonisches Werk. Danach ging es vor allem auch darum, Südtondern zu erkunden und kennen zu lernen. In gemischten und bunten Gruppen (über Kulturen und Religionen hinweg) wurden verschiedene Aktionen gestartet. Wie von selbst sind Gespräche geführt und das Hauptanliegen „Sprache“ einbezogen worden. Auf dem dreistündigen Tagesprogramm standen unter anderem eine Zugfahrt nach Dagebüll, ein Badetag an der Wehle, ein Besuch des Naturkundemuseums, eine Waldexkursion, Kanufahrten, eine Stadtrallye, Kochen, Ballspiele, Tanzen und vieles mehr – darunter ein Abstecher in die Malschule der Noldestiftung. Lucas malte ein Porträt und vermachte das großformatige Kunstwerk in Temperafarben der Ministerin. In die Aktion flossen auch eigene Ideen der jungen Teilnehmer ein. Fazit: zwei kleine Kurse – ein großer Erfolg, der übermorgen mit einem Abschlussfest mit Beteiligung der Familien gefeiert wird, aus denen etliche Mütter aktiv am Projekt beteiligt waren.

Nach Angaben der Ministerin wurden im Lande 100 Projekte gestartet. Das Projekt in Südtondern gehört zu den Maßnahmen, die der Ergänzung des Schulunterrichts dienen. „Hemmnisse, wie wir sie sehen, werden von den Kinder so gut wie nicht wahrgenommen“, hieß es aus der Runde, an der auch Pastorin Anke Homann, Vorstandsmitglied des Diakonischen Werks Schleswig-Holstein, und Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt teilnahmen. Der Bürgermeister berichtete von begleitenden Aktionen in der Stadt, die der Sprachförderung und Integration dienen. Als Beispiele nannte er den „Heimspielsommer“ des Hauses der Jugend sowie die Gruppe junger Eritreer, die sich der Fußballabteilung des TSV Rotweiß angeschlossen haben. In Niebüll, berichtete Bockholt, leben zurzeit Migranten aus 72 Nationen. An den beiden Kursen des Diakonischen Werks waren Kinder aus sechs Nationen beteiligt.

An den vielfältigen Projekten im Land sind außer der Diakonie Schleswig-Holstein die Awo, die Caritas, der Paritätische Wohlfahrtverband, das DRK und die jüdischen Landesverbände beteiligt. Ministerin Ernst besuchte zum Abschluss zwei Gruppen in Aktion. Die eine traf Vorbereitungen zum Backen, die andere betätigte sich „künstlerisch“. Alles in allem trat sie die Weiterfahrt nach Tönning mit einem guten Gefühl an. „Südtondern erleben?“ Von ihrem Abstecher nach Niebüll nahm sie einiges Erfreuliche in ihre Kieler Amtsstube mit.

 

 

 

 

 

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