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Nordfriesland Tageblatt

22. November 2017 | 14:16 Uhr

Meyerhoff liest Meyerhoff

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Aufregende Lesung in der Stadtbücherei: Sohn Joachim liest in der Elbphilharmonie, auf Mutter Susanne kann sich Niebüll freuen

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 19:15 Uhr

In der Niebüller Stadtbücherei ist am Donnerstag, 23. November, 20 Uhr, ein besonderes Literatur-Ereignis angesagt. „Wir freuen uns, dass Susanne Meyerhoff, die Mutter des berühmten Schauspielers, aus dem neuesten Roman ihres Sohnes ,Die Zweisamkeit der Einzelgänger’ liest“, sagt Büchereileiter Ronald Steiner.

Joachim Meyerhoff hat die Premierenlesung gerade mit sensationellem Erfolg in der Hamburger Elbphilharmonie absolviert. Eine besondere Auszeichnung, denn er war damit der Erste, der in dem neuen Kulturtempel lesen durfte. Die Mutter hat allerdings auch schon Erfahrungen mit Lesungen. „Ihr Sohn hätte es kaum besser lesen können“, charmierte einst der Schleswiger Buchhändler Peter Liesegang. Mutter Meyerhoff bestritt das damals sehr energisch. Doch das Lesen liegt ihr sehr. „Ich lese selbst sehr gern; und das Vorlesen mache ich mit großer Begeisterung“, sagt sie. „Außerdem kann ich meinen Sohn hier im Norden, speziell in Schleswig-Holstein, entlasten.“ Erblich vorbelastet ist sie wie ihr Sohn durch die Eltern. „Mein Vater war Oberspielleiter in Bremen und München – er starb leider sehr früh.“ Und auch die Mutter war am Theater, Schauspielerin in München.

„Auf Joachim ist das Theaterblut übergegangen“, sagt Susanne Meyerhoff, die sich auf die Niebüller Lesung schon freut. Verraten möchte sie darüber noch nichts näheres – die Überraschung soll beim Zuhören entstehen. Soweit man weiß, geht es um Frauen und Liebschaften. „Ja, da kommt so einiges“, weiß Ronald Steiner zu berichten. Dank Steiners Engagement bekommt das Niebüller Publikum erneut Ausgefallenes präsentiert. Und wenn schon nicht den Star, dann wenigstens die Mutter.

Joachim Meyerhoff wurde als jüngster Sohn des Arztes Hermann Meyerhoff geboren, der ab 1972 die psychiatrische Klinik in Hersterberg in Schleswig-Holstein leitete. Die Direktorenvilla war auf dem Gelände der Klinik. Joachim Meyerhoff verbrachte seine Kindheit zusammen mit zwei älteren Brüdern auf diesem Klinikgelände in Schleswig-Holstein.

Mit 17 Jahren ging er für ein Jahr in die USA: In dieser Zeit kam sein mittlerer Bruder bei einem Autounfall ums Leben. Nach seiner Rückkehr machte Joachim Meyerhoff das Abitur und wollte Zivildienst als Schwimm-Meister in einem Krankenhaus in München leisten. Stattdessen absolvierte er jedoch eine Ausbildung als Schauspieler von 1989 bis 1992 an der Otto-Falckenberg-Schule in München.

Nach Engagements am Staatstheater Kassel in Bielefeld, Dortmund und den Bühnen der Stadt Köln wurde er 2001 Ensemblemitglied des Maxim Gorki Theater Berlin, wo er auch oft Regie führte. 2002 wechselte er ans Deutsche Schauspielhaus Hamburg, wo er bis 2005 verpflichtet blieb und in vielen Inszenierungen bekannter Regisseure überzeugte. Seit September 2005 ist Joachim Meyerhoff Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. Mit Beginn der Saison 2013 kehrte er ans Deutsche Schauspielhaus ins Ensemble von Intendantin Karin Beier zurück. Er blieb jedoch weiterhin auch im Ensemble des Wiener Burgtheaters und gestaltet dort eigene Abende.

Sein Projekt „Alle Toten fliegen hoch“ sorgte im Burgtheater Wien regelmäßig für ein volles Haus. In diesem autobiografischen, in sechs Teile unterteilten Programm erzählt Meyerhoff seine eigene Geschichte und die seiner Familie. 2011 erschien der erste Teil (Amerika) in Buchform, es folgten bis heute zwei weitere Werke.

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