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Nordfriesland Tageblatt

22. Oktober 2017 | 12:46 Uhr

Beschlossen : Mensa offen für externe Gäste

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Im Amtsausschuss wurde heftig über einen öffentlichen Mittagstisch in der Niebüller FPS diskutiert. Jetzt wird die Mensa geöffnet. Das Gremium erhofft sich zusätzliche Einnahmen und damit eine Senkung des Defizits.

shz.de von
erstellt am 20.Dez.2013 | 00:33 Uhr

Der Appell im Vorfeld der Beratung kam bei einigen Mitgliedern des Amtsausschusses nicht gut an. Sie reagierten kritisch auf Äußerungen in der Niebüller Stadtvertretung und die Bitte, gegen die Öffnung der FPS-Mensa zu stimmen. Das Thema wurde in der Amtsausschuss-Sitzung rege diskutiert und schließlich mehrheitlich beschlossen, die Mensa für externe Gäste zu öffnen.

Genau das wollten die Niebüller Vertreter im Amtsausschuss nicht. In der Stadtvertretung hatte Bürgermeister Wilfried Bockholt davor gewarnt, mit dieser Entscheidung in das Wirtschaftsleben einer amtsangehörigen Gemeinde einzugreifen. Der Vorsitzende der Niebüller SPD-Fraktion, Thomas Uerschels, hatte an die Niebüller Mitglieder des Amtsausschusses appelliert, der Mensa-Öffnung nicht zuzustimmen. Beide Äußerungen wurden als Beeinflussung des Amtsausschusses kritisiert. Risum-Lindholms Bürgermeister Hauke Christiansen warf seinem Niebüller Amtskollegen zudem Populismus vor. Bockholt wies das zurück: Er bleibe bei seiner Haltung. „Eine Schule ist nicht dafür da, einen offenen Mittagstisch anzubieten. Das ist ein Eingriff in das Wirtschaftsgefüge.“ Er sei, so Bockholt, deshalb auch von der Kreishandwerkerschaft angesprochen worden. „Sie wissen alle um die Diskussion, die Sie gehabt haben“, fügte Bockholt hinzu mit Hinweis auf das Andersen-Haus und den Charlottenhof als mögliche Konkurrenz zur Gastronomie. Gegen den Vorwurf der Beeinflussung wehrte sich auch Holger Jessen (Niebüll). Er wies darauf hin, dass 120 bis 140 Essen der Niebüller Wirtschaft verloren gehen.

Hendrik Schwind-Hansen (Niebüll) sprach sich aus Schülersicht wegen Störungen des Mensa-Betriebes gegen die Öffnung aus und merkte kritisch an, dass kein Jugendlicher der Friedrich-Paulsen-Schule in die Beratung des Themas eingebunden gewesen sei.

„Sie müssen auch unsere Argumentation verstehen“, warb Bürgermeisterin Rosemarie Lorenzen (Bramstedtlund) für die Entscheidung, die Mensa zu öffnen, „um die Finanzen in den Griff zu kriegen“. Außerdem werde damit auch Kaufkraft nach Niebüll getragen. Dieses Argument brachte auch Thomas Nissen (Neukirchen) zur Sprache mit dem Hinweis, dass Kaufkraft nach Niebüll geht, „weil die Einrichtungen da sind“.

Bürgermeister Ingo Böhm (Bosbüll) wies darauf hin, dass die Leute, die nicht zur Schule gehören, für das Essen wesentlich mehr bezahlen. Das sei für das Jahr 2014 befristet, betonte sein Amtskollege aus Rodenäs, Jörg Nissen.

Mit einer Mehrheit von 24 Stimmen bei sieben Enthaltungen und zehn Gegenstimmen beschloss der Amtsausschuss den Probelauf für ein Jahr. Im Januar soll es eine Kostprobe geben: Geplant ist ein Schnuppertag.

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