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Diskussionsbedarf : Mensa-Öffnung nicht unumstritten

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Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt kritisierte in der Stadtvertretersitzung die Beschluss-Empfehlung aus dem Haupt-und Finanzausschuss des Amtes Südtondern, die Mensa der Friedrich-Paulsen-Schule für externe Gäste zu öffnen.

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erstellt am 14.Dez.2013 | 06:30 Uhr

Zunächst schlug in der Niebüller Stadtvertretung die Stunde der guten Nachrichten. Da ging es um die erfolgreiche Spendenaktion „Niebüller helfen Niebüllern“, ein Lob für das tolle Engagement in der Südtondern Tafel und erfreuliche Aussichten für das Haushaltsjahr 2014.

12 000 Euro kamen bei der Spendenaktion „Niebüller helfen Niebüllern“ zusammen. Bürgervorsteher Uwe Christiansen zeigte sich erfreut und dankbar über das „ganz tolle Ergebnis“. Verteilt wurden inklusive einer Restsumme vom vergangenen Jahr 15 500 Euro an 400 Personen in 184 Haushalten, ergänzte der Vorsitzende des Ausschusses für Schule, Kultur und Soziales, Bernd Neumann (CDU), der damit auf den großen Bedarf hinwies.

Auf Spendenfreudigkeit hofft auch der Vorsitzende des Fördervereins Kreiskrankenhaus Niebüll, Karl-Heinz Schmidt. Er meldete sich in der Einwohnerfragestunde zu Wort und erinnerte an die erfolgreiche Spendenaktion für die Installation eines Außenfahrstuhls am Klinikum. „Wir hoffen, dass das ein zweites Mal funktioniert“, wünschte er sich mit Blick auf das marode Bewegungsbad im Krankenhaus. Die Sanierung wird mit knapp 300 000 Euro veranschlagt. Der Träger sei nicht in der Lage, diese Mittel aufzubringen. Auch im Förderverein gab es zunächst Zweifel, ob das mit einer Spendenaktion zu bewältigen ist. Aber dann wurden Spenden von der Nachbarkommune Risum-Lindholm, vom Träger und Förderverein in Aussicht gestellt. Damit habe man schon ein Drittel zusammen, so Schmidt, der sich nun an die Niebüller Kommunalpolitiker wandte: „Könnte sich die Stadt vorstellen, einen angemessenen Beitrag zu leisten?“ Man werde das in den Gremien besprechen, antworte Bürgervorsteher Uwe Christiansen.

Dass es um die Finanzen der Stadt gut bestellt ist, deutete die Hauptausschuss-Vorsitzende Bettina Fritzsche (CDU) in ihrem Bericht an. Das Gremium hatte sich mit dem Plan, der im Januar zu Beratung ansteht, ausführlich befasst. Eine Erhöhung der Hebesätze ist nicht vorgesehen, versprach Bettina Fritzsche. Erhöht wird aber nach einem einstimmig erfolgten Beschluss der Stadtvertretung die Spielgerätesteuer von 9,5 auf 11 Prozent. Das macht 11 300 Euro mehr. Insgesamt rechnet die Stadt mit Einnahmen aus dieser Steuer in Höhe von 72 000 Euro.

In seinem Bericht lobte Bürgermeister Wilfried Bockholt unter anderem die Südtondern Tafel. „Das ist ein tolles Engagement, das da stattfindet.“ Bockholt wies darauf hin, dass nicht nur Bürger aus Niebüll versorgt werden, sondern auch aus dem Umland: „Das Einzugsgebiet und die Betroffenheit sind sehr groß.“ Irritiert zeigte sich der Bürgermeister über den Vorstandswechsel in der Südtondern Tafel. Das habe er nicht verstanden.

Kritisch äußerte sich Bockholt auch zu der Beschluss-Empfehlung aus dem Haupt-und Finanzausschuss des Amtes Südtondern, die Mensa der Friedrich-Paulsen-Schule für externe Gäste zu öffnen. Bockholt machte deutlich, dass es genügend Mittagstisch-Angebote der freien Wirtschaft gibt und warnte: „Man sollte nicht in das Wirtschaftsleben einer amtsangehörigen Gemeinde eingreifen.“ Ähnlich kritisch sah das auch SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Uerschels. Er appellierte an die Niebüller Mitglieder des Amtsausschusses, dem nicht zuzustimmen – aus schulischen Gründen: „Schule sollte Schule sein und nicht ein öffentlicher Raum.“

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