zur Navigation springen

Unternehmerinnen : Mehr Zeit durch Glücksmomente

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Bei der Auftaktveranstaltung des Unternehmerinnen-Netzwerks Südtondern plädierte Referentin Ute Lauterbach dafür, den Augenblick zu genießen.

Mehr Zeit haben – das ist im durchgetakteten Alltag ein verbreiteter Wunsch. Und umtreibt offenbar auch die hiesigen Unternehmerinnen: Mehr als 60 Interessierte – darunter vier Herren – waren am Donnerstagabend der Einladung zur Auftaktveranstaltung des Unternehmerinnen-Netzwerks Südtondern „UNS“ gefolgt. „Zeit für mich“, lautete das Motto des Abends im Amt Südtondern.

Gastgeberinnen waren die selbstständige Grafikdesignerin und freie Journalistin Vanessa Müller als Initiatorin von „UNS“ und Sylke von Kamlah-Emmermann, die als Gleichstellungsbeauftragte des Amtes Südtondern „sofort begeistert“ von der Idee war. Voneinander profitieren, sich auszutauschen und „die tollen Geschäftsfrauen, die sich bisher hinterm Deich oder im Wald verstecken“ kennenzulernen und gemeinsam sichtbarer zu werden – das sind nur einige Ziele des Netzwerks. „Es gibt kein Protokoll, keine Satzung, keinen Vorstand. Das Netzwerk soll flexibel sein und von den Ideen aller Mitstreiterinnen leben“, verdeutliche Vanessa Müller.

Dann gehörte die Aufmerksamkeit der Referentin: Mit ruhiger Stimme und gemächlichem Sprechtempo erwies sich die Sachbuch-Autorin Ute Lauterbach als personifizierte Entschleunigung – und zog ihre Zuhörer mit Humor und manchmal überraschend unkonventionellen Sichtweisen in ihren Bann. „Was soll in Ihrer Todesanzeige stehen: ,Ihr Leben war Müh’ und Plag’‘, oder doch lieber ,Sie war fröhlich, aber hat es zu nichts gebracht‘?“, fragte die Referentin und machte deutlich, dass sie persönlich die zweite Variante bevorzugen würde.

„Warum wollen wir mehr Zeit haben? Damit wir mehr rumrennen und arbeiten können? Was ist Zeit überhaupt?“, stellte die Autorin aus dem Westerwald in den Raum, für die nach dem Studium der Philosophie nach eigener Aussage vor allem Fragen wichtig sind. Antworten und Anregungen gab sie trotzdem reichlich: Man könne die Zeit linear betrachten, als Rohstoff im 24-Stunden-Pack, den Tag zerstückeln und „herumrödeln“. Es gebe aber auch die stillstehende, qualitative, die gefühlte Zeit. „Geht es Ihnen nicht auch so? Ein Jahr in der Kindheit kommt uns im Nachhinein viel länger vor als ein Jahr im Erwachsenenalter“, sagte die Referentin, und erntete zustimmendes Kopfnicken.

Wer besser mit seiner Zeit umgehen wolle, müsse besser mit seinem Leben umgehen, regte Ute Lauterbach an – und empfahl, Raum für Glücksmomente zu schaffen, gedanklich weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft zu hängen. Stressgeplagte sollten sich gestatten, auch mal in der Gegenwart aufzugehen und mit allen Sinnen zu genießen, kreativ zu sein, sich ordentlich kaputtzulachen – oder einfach mal gar nichts zu tun. „Fragen Sie sich, ob Sie das, was Sie tun, mit Begeisterung tun, ob es für Sie Sinn macht. Wenn Sie ein Beet umgraben müssen, dann tun Sie es mit Begeisterung. Und: Müssen Sie wirklich müssen, was Sie meinen zu müssen?“ Falls nicht: Loslassen, entrümpeln und entsorgen, war die Ansicht von Ute Lauterbach. Jeder kleine Erfolg mache glücklicher – „und damit habe ich mehr Zeit. Dem Glücklichen schlägt keine Stunde“.

Die philosophischen Ausflüge und Anregungen fielen bei der Niebüller Unternehmerin Kirsten Maß auf fruchtbaren Boden. „Ich bin begeistert, das war wirklich eine gelungene Auftaktveranstaltung für das Netzwerk. So konnten wir uns beschnuppern und erste Gespräche führen. Die Idee des Austauschs untereinander hat viel Potenzial: Ich bin gespannt darauf, wie sich das Netzwerk weiter entwickelt.“

 

 

 

 

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 15.Feb.2014 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert