Bauen in Niebüll : Mehr Wohnraum im Zentrum schaffen

Wohnbebauung an der Ecke Lornsenstraße/Hauptstraße.
Wohnbebauung an der Ecke Lornsenstraße/Hauptstraße.

Die Stadtvertreter denken über die Erstellung eines Baulückenkatasters nach. Sie erwarten eine bessere Nutzung der vorhandenen Infrastruktur.

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27. Mai 2015, 05:45 Uhr

Die Stadt Niebüll ist ein begehrtes Wohngebiet. Daher sind die Kommunalpolitiker stetig bemüht, neuen Wohnraum zu schaffen. Neben dem Verkauf von Wohngebieten in Randlage (gerade laufen die Planungen für das Baugebiet 57) ist man bemüht, auch innerhalb des Zentrums Wohnmöglichkeiten zu ermitteln, vorhandene Flächen effektiv zu nutzen. In den vergangenen Jahren entstanden so Bauprojekte wie beispielsweise auf dem Gelände des ehemaligen Deichbauamtes und in der Lornsenstraße/Ecke Hauptstraße. Im Bau befindet sich die Geschäfts- und Wohnanlage auf dem ehemaligen Hertie-Gelände, in Planung ist das Gewoba-Projekt am neg-Bahnhof (ehemaliges Silo/Autokraft-Gelände).

„Grund und Boden wird immer knapper“, heißt es in einer Vorlage der örtlichen CDU. Daher hat die Fraktion in der jüngsten Stadtvertretersitzung den Vorschlag gemacht, die Verwaltung mit der Erstellung eines Baulückenkatasters zu beauftragen. „Die CDU-Fraktion möchte mit einem Baulückenkataster die gesetzlichen Vorgaben erfüllen, wonach Städte/Gemeinden verpflichtet sind, sparsam mit Grund und Boden umzugehen“, erklärte deren Vorsitzender Bernd Neumann. Wo aber gibt es noch Möglichkeiten, sind Grundstücke ungenutzt, stehen gar zum Verkauf? Ein Baulückenkataster soll darauf Antworten geben. „Unser Ziel ist es, eine Verdichtung der Innenbereiche zu erreichen“, so Neumann in der Begründung zum Antrag. „Das Kataster soll eine Dienstleistung der Verwaltung für Bauherren in spe darstellen.“ Einen Vorteil sehen er und seine Fraktionsmitglieder darin, das bereits vorhandene Straßen, Ver- und Entsorgungsleitungen effektiver genutzt werden könnten. Das sei sinnvoll und erspare der Stadt neben der Erstellung kostspieliger B-Pläne bei der Neuerschließung von Wohngebieten eine Menge Geld. Neumann: „Für jede Baulücke ist beim Amt Südtondern und im Internet ein Baulückensteckbrief hinterlegt. Dieser Steckbrief enthält alle wichtigen Grundinformationen zur Lage, Größe und möglichen Bebaubarkeit.“

Thomas Uerschels, Fraktionsvorsitzender der Niebüller SPD, fragte nach der Notwendigkeit eines Baulückenkatasters. „Wir sind eine kleine und überschaubare Gemeinde. Weckt das nicht Begehrlichkeiten?“ Er befürchtet einen möglichen Anstieg der Grundstückspreise, Wettbewerb und Verwirrungen bei den Eigentümern. Bürgermeister Wilfried Bockholt sieht es anders. „Ein Baulückenkataster ist schon sinnhaft.“ Als Beispiel nannte er die Nachbargemeinde Risum-Lindholm. Hier sei eine solche Untersuchung von „oben“ durchgeführt, um auszumachen, wo noch Lücken vorhanden sind. Sorgen müsse sich allerdings von den Grundstückseigentümern niemand machen. „Sie werden nicht übergangen. Es gibt jeweils vorherige Absprachen mit ihnen.“ Auch Bernd Neumann hatte in dem Antrag klargestellt: „Das Baulückenkataster soll nur Grundstücke enthalten, deren Eigentümer nicht widersprochen haben. Keiner der Baulückeneigentümer ist verpflichtet, sein Grundstück zu verkaufen.“ Die Rechte der Landbesitzer regelt Paragraf 200 des Baugesetzbuches (Infokasten).

Die Stadtvertreter beschlossen bei vier Enthaltungen, den Antrag in den Bauausschuss zu verweisen.

§200 (3) Baugesetzbuch

„Die Gemeinde kann sofort oder in absehbarer Zeit bebaubare Flächen in Karten oder Listen auf der Grundlage eines Lageplans erfassen, der Flur- und Flurstücksnummern, Straßennamen und Angaben zur Grundstücksgröße enthält (Baulandkataster). Sie kann die Flächen in Karten oder Listen veröffentlichen, soweit der Grundstückseigentümer nicht widersprochen hat. Die Gemeinde hat ihre Absicht zur Veröffentlichung einen Monat vorher öffentlich bekannt zu geben und dabei auf das Widerspruchsrecht der Grundstückseigentümer hinzuweisen.“

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