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Wandel in Niebüll : Mehr Wohnraum für Neu-Niebüller

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Seit Jahren bereitet sich die Stadt auf den Strom neuer Häuslebauer und Mieter vor / Zahlreiche Groß- und Einzelprojekte laufen derzeit noch

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2014 | 05:00 Uhr

Die Stadt nähert sich mit großen Schritten der 10 000-Einwohner-Marke. „Niebüll wächst“, erklärte auch der Stadtvertreter Rolf-Dieter Oster unlängst während einer Sitzung. Als einen großen Irrtum bezeichnete er allerdings die Annahme, Niebüll würde vom Zuzug ehemaligen Sylter, denen ihre Insel zu teuer wird, profitieren. Damit widersprach er einer Aussage von Matthias Hüppauff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, in dessen Vortrag. Mit Hinweis auf die Bertelsmann-Stiftung wies Oster darauf hin, dass es vielmehr junge Familien aus den Dörfern seien, die diese Zuwächse bewirken würden. Zu der Gruppe gehören auch Senioren aus dem Umland sowie jede, die einst als Urlauber die Umgebung kennengelernt haben und nun hier ihren Lebensabend verbringen möchten. Welches sind die Vorteile, mit denen die Stadt punkten kann? Schulen und Kindergärten, Senioren-Wohnheime, Bus- und Bahnanbindungen, gute Bedingungen für mobilitätseingeschränkte Menschen, gute Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt und in den nahe gelegenen Gewerbegebieten sind nur einige. Rolf-Dieter Oster: „Wir müssen nicht zwingend nach Flensburg oder Husum fahren.“ „Ich sehe das ein und ziehe meine Meinung zurück“, räumte daraufhin Dr. Matthias Hüppauf ein und riet: „Sehen Sie zu, dass Sie jeden, der möchte, sich hier ansiedeln lassen.“

Die Stadt hat bereits einiges getan, und zahlreiche Projekte laufen noch beziehungsweise sind geplant. So entsteht derzeit am Risumer Weg das Baugebiet 57. „Die Erschließungsmaßnahmen sind in vollem Gange“, berichtet Karl-Heinz Schmidt (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Bau und Verkehr. Vorgesehen sind zwei Bauabschnitte mit 55 bis 60 beziehungsweise 45 bis 50 Grundstücke. Insgesamt sollen hier etwa 120 bis 130 Wohneinheiten entstehen. Platz für etwa 250 bis 270 Einwohner (Quelle: Jänicke + Blank, Architekturbüro für Stadtplanung). Im nichtöffentlichen Teil wird die Stadtvertretung während ihrer Sitzung am Donnerstag, 6. November (19 Uhr), im Sitzungssaal des Rathauses über die Kaufpreisgestaltung und die Vergabekriterien für das Baugebiet beraten.

In Sachen Wohnraum im Stadtkern-Bereich hat sich eine Menge bewegt. Hier nur einige Beispiele: Im Sommer 2010 wurde die alte Zentrale des Deich- und Hauptsielverbandes (DHSV) Südwesthörn-Bongsiel in der Hauptstraße 12 abgebrochen. Es entstanden zwei Gebäude mit Wohnungen sowie ein Geschäftshaus. Neuer Wohnraum entstand auch auf dem Eckgrundstück Hauptstraße/Ecke Lornsenstraße. Zuvor war das Areal mit einigen Gebäuderuinen jahrelang als „inoffizieller“ Parkplatz genutzt worden.

Im Frühjahr 2013 erwarb der örtliche Unternehmer Stefan Kasch das Areal Friesische Straße 3. Auf dem Gelände hatte sich 1952 der Autokaufmann Heinrich Höpner niedergelassen, eine Werkstatt und eine Tankstelle geschaffen. Nach der Umsiedlung des Unternehmens 1972 entstand hier eine Hagebaumarkt-Filiale, später ein Spar-Verbrauchermarkt und ein American Diner. Kasch ließ die Gebäude abreißen und errichtet dort drei Gebäude mit 24 Wohnungen. Investitionsvolumen: drei Millionen Euro. Karl-Heinz Schmidt: „Wir sind als Stadt froh, dass hier hochwertiger Wohnraum in einer attraktiven Lage entstanden ist. Gleiches gibt nun für das ehemalige Hertie-Gelände.“ Das seit 2009 leer stehende Haupthaus und die Nebengebäude werden derzeit abgebrochen. Hier plant Hochbautechniker Stefan Kasch auf der Fläche von 1968 Quadratmetern 22 Wohneinheiten, verteilt auf zwei Gebäude. Das Erdgeschoss im Gebäude Hauptstraße/Ecke Mittelfangweg ist dem Gewerbe vorbehalten.

Keineswegs vom Tisch ist ein anderes Projekt. Die Gewoba Nord plant am Bahnhof der Norddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft von Niebüll nach Dagebüll auf dem ehemaligen Silo-Gelände einen aus mehreren drei- und vierstöckigen Gebäuden bestehenden, im Winkel angeordneter Komplex mit 60 Wohneinheiten. Eckstück und Blickfang ist ein Turmbaukörper, und um dessen Geschosshöhe es 2012 noch Diskussionsbedarf gab. Karl-Heinz Schmidt: „Wir warten jetzt darauf, dass uns die Gewoba genaue Entwürfe mit dem Vorhaben und der Erschließung vorlegt.“ Wenn alles klappt, kann 2015 der B-Plan beschlossen werden, 2016/2017 mit der Umsetzung begonnen werden. „Bei dem B-Plan Nr. 53 handelt es sich um einen Vorhaben bezogenen B-Plan, dass heißt, der Investor hat nach Vorlage keinerlei Möglichkeiten mehr, von dem geplanten abzuweichen, es sei denn durch eine kostspielige B-Plan-Änderung.“

Und an eine weitere Bevölkerungsgruppe ist gedacht: Auf einem Teil des ehemaligen Kleingartengeländes in der Mühlenstraße planen Gewoba Nord und Mürwiker Werkstätten eine Wohnanlage für die Betreuung von Menschen mit Behinderungen, die in den Ruhestand gehen. 25 Wohneinheiten entstehen. Schmidt: „Das ist wichtig bei der Vielzahl von Einrichtungen in unserer Stadt. Denn auch Menschen mit Behinderungen brauchen die Möglichkeit, im Alter betreut leben zu können.“

 

 

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